Testspiele vom WE
21.02.2012 - Daniel Richter
Fußball
Des Trainers Verwunderung

Nach 30 Minuten war die Luft raus
Daniel Pidde hatte seine Mannschaft schon richtig eingestellt. Der Co-Trainer des VfB Gröbzig, der aufgrund des krankheitsbedingten Fehlens von Cheftrainer Jens Pabst die alleinige Verantwortung hatte, ließ sein Team beim Landesligisten defensiv agieren. "Wir haben das Spiel bis zur 30. Minute offen gehalten und hatten selbst Chancen, in Führung zu gehen", sagte Pidde. Simon Nagel, Enrico Rathmann und Christian Guntsch hatten Einschussmöglichkeiten, scheiterten aber knapp. Dass es am Ende eine deutliche Packung wurde - Gröbzig verlor 0:6 - hatte mehrere Gründe.
Jan Blödtner, Thalheims Trainer, hatte damit gerechnet, dass seine Mannschaft über die Spieldistanz deutlich überlegen sein würde. "Wir haben einige Zeit gebraucht, um in Tritt zu kommen, aber dann lief es so, wie wir wollten." Thalheim ließ Ball und Gegner laufen. Die konditionellen Vorteile führten dazu, dass Gröbzig meist nur noch hinterherlief. Das 1:0 erzielte Mario Werner (30.), kurz darauf erhöhte Dan Lochmann auf 2:0 (37.). "Das hat der Mannschaft einen Knacks gegeben", empfand Pidde. Thalheim spielte das in die Karten. Werner und Lochmann schraubten mit je zwei weiteren Treffern das Ergebnis hoch. "Wir hätten noch zwei, drei Tore mehr schießen können", meinte Jan Blödtner, der aber insgesamt zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft war. Daniel Pidde nahm die hohe Niederlage nicht schwer. Man habe gegen einen "richtig guten Gegner" gespielt. Zudem fehlte es der Mannschaft nach nur einer Woche Training unter freien Himmel noch etwas an Praxis.
Lorch erzielt Doppelpack
Die hatte auch die SG Reppichau nicht. Weshalb Trainer Andreas Wolf auch etwas verwundert war, wie gut seine Mannschaft gegen den Schackstedter SV zurecht kam. 3:1 siegte die SGR.
"Nach 20 Minuten Eingewöhnungsphase haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht, wenn man bedenkt, dass es unser erstes in diesem Jahr war und wir nur in der Halle trainiert haben", sagte Wolf. Nach sechs Minuten sah er jedoch zunächst den Ball im eigenen Tor. Oliver Sommer hatte bei einem Klärungsversuch Pech - so führte Schackstedt mit 1:0. Kurz vor der Pause war es dann Marcel Lorch, der den Ausgleich erzielte (44.). Auch kurz nach Wiederanpfiff blieb Reppichau am Drücker und konnte durch eine "schöne Einzelleistung" (Wolf) von Lorch die Führung erzielen (52.). Wiederum elf Minuten später legte Nico Frauendorf das 3:1 nach. Neben dem Spiel nach vorn war Wolf auch mit der Defensivleistung zufrieden. "Wir haben in der zweiten Halbzeit keine Chance zugelassen." Schackstedt war der einzige Test vor dem Rückrundenstart. Obwohl Reppichau nächste Woche kein Spiel hat, gab Wolf seinem Team frei.
Fußball
Ein doppelt gelungenens Comeback nach 4 Monaten
VON WERNER MICHAELIS, 19.02.12, 19:59h, aktualisiert 19.02.12, 21:23h

Was der Tabellenvierte der Landesliga Süd allerdings in seinem letzten Testspiel vor dem Rückrundenauftakt seinen Fans zeigte, ließ Cheftrainer Dirk Metzker nach der Partie eine nette wie auch freundliche Miene aufsetzen. "Wir warten zwar immer noch auf den ersten Sieg in diesem Jahr, aber das war in diesem Spiel nicht so wichtig. Meine Mannschaft hat sich gegen einen starken Gegner sehr gut behauptet. Ich konnte keinen Klassenunterschied erkennen", resümierte der Coach. Dann nahm er seinen Doppeltorschützen Eric Horn in den Arm und gratulierte ihm zu dessen Einstand nach Maß. Horn musste nach einer schweren Knieverletzung vier Monate pausieren, quälte sich anschließend durch schier unendliche Rehamaßnahmen und trainiert erst seit drei Wochen wieder mit dem Team. "Das war ein Comeback, besser kann man es sich nicht wünschen", jubelte er und ließ sich anschließend von seinen Mannschaftskameraden feiern.
Von Beginn an übernahmen die Gastgeber das Kommando und ließen dem höherklassigen Gegner kaum die Luft zum Atmen. Chancen von David Billing in der 5. Minute, Phillip Horn (25.), dem Cousin des späteren Doppeltorschützen - und Steven Meiling (39.) ließen die 05er wiederholt sträflich ungenutzt und staunten nicht schlecht, als die Gäste in der 42. Minute durch Georg Ströhl den ersten Treffer der Partie markierten. "Das ist das einzige, was ich bemängeln muss: Wir haben bei den Gegentoren kräftig mitgeholfen", grummelte Metzker später.
Zur zweiten Halbzeit wechselte er dann Eric Horn ein, und setzte damit weiter auf Angriff. In punkto Kondition und Spritzigkeit war 05 mit den Gästen auf Augenhöhe. Nach 67 Minuten war es endlich soweit. Von der guten Vorarbeit Florian Rupprechts profitierend, stand Mittelstürmer Eric Horn genau an der richtigen Stelle und erzielte per Kopf den Ausgleichstreffer. Anschließend lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Nach einem Missverständnis zwischen 05-Keeper Sascha Broziewski und Sven Kaluza in der 83. Minute war Arnstedts Enrico Mania der lachende Dritte und traf zum 1:2. Doch 05 war zu gut an diesem Tag, um dieses Match zu verlieren. Eric Horn schaffte nur zwei Minuten später den erneuten Ausgleichstreffer.
"Die Generalprobe für das Punktspiel am Freitag in Thalheim hat gut funktioniert. Ich war mit meiner persönlichen Leistung auch zufrieden. Bei Arnstedt spielen ja keine heurigen Hasen, das war schon ein starker Gegner", zeigte sich Rückkehrer und Mittelfeldmotor Marcel Merkel nach dem Spiel durchaus optimistisch.
Allerdings: Im Abwehrverhalten muss 05 eine Schippe drauflegen. In den vier Testspielen dieses Winters kassierten die Schwarz-Weißen satte neun Gegentore. In der gesamten Hinrunde der Landesliga Süd waren es dagegen nur zwölf Gegentreffer.
Dessau 05:
Broziewski, Wallach (46. Müller), M. Kaluza (62. Schuhmacher), S. Kaluza, Schulze, Merkel, Rupprecht, Baatz (46. E. Horn) Meiling (46. Bornträger), Billing, P. Horn
http://www.youtube.com/watch?v=hKuk5k-u1-w
Fußball
Der Schuss geht daneben

Dabei ist Ferl ein Trainer, der die Klaviatur der Töne gut beherrscht. Beim Testspiel am vergangenen Sonnabend war dies wieder zu erleben. Mal laut, mal leise, dirigierte er seine Jungs vom Spielfeldrand aus. Und musste mit dem Abpfiff auch noch in die Rolle des Seelentrösters schlüpfen.
Nach dem ungeplanten Spiel gegen die TSG Neustrelitz (die Ligapartie gegen Wacker Gotha war wegen unbespielbarem Platz ausgefallen), gingen seine Jungs nach 90 Minuten nämlich mit hängenden Köpfen vom Kunstrasenplatz. 0:3 lautete das Ergebnis. Ein Resultat mit einem besonderen Achtungszeichen? Immerhin standen sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe gegenüber. Die Gäste spielen schließlich wie der FC in der Oberliga. In der Staffel Nord sind sie Tabellenfünfter.
Ferl hält seine Meinung nicht zurück: "Das Ergebnis spricht eine eindeutige Sprache. Dieser Schuss ging daneben. In einer Woche beim ersten Ligaspiel gegen Luckenwalde will ich etwas anderes sehen." Um jedoch sofort anzufügen: "Wir haben eine tolle, siebenwöchige Vorbereitung hinter uns. Das heutige 0:3 ärgert, trübt aber den positiven Gesamteindruck nicht."
Doch welchen Eindruck hatte Ferl nun konkret am Sonnabend von seinem Team? Der erfahrene Trainer wählt die Worte mit viel Bedacht. "Piesteritz besitzt eine junge und sehr ehrgeizige Mannschaft. Deren Stärke liegen im unbedingten Kampfes- und Siegeswillen, es fand und findet eine Entwicklung statt, die sich immer mehr auszahlen wird." Natürlich kommt der Truppe der Umstand, dass am Ende der laufen Oberligasaison keines der derzeit aktiven Teams mehr absteigen kann, entgegen. Der Abstiegsdruck ist weg.
Doch ausruhen steht im Volkspark nicht auf dem Programm. Neben dem aktuellen Saisonziel, sich einen einstelligen Tabellenplatz zu erarbeiten, geht der Blick weiter. Auch nach der Serie 2012 / 13 will Ferl in dieser Liga spielen. Daher sind für ihn die Erkenntnisse aus der Neustrelitz-Begegnung sehr aufschlussreich. "Wir haben etliche Ansätze gezeigt, den Gegner zu ärgern. Nur bringt uns das nichts, wenn wir über diese Ansätze nicht hinauskommen." Stichwort Zweikämpfe, die es ja durchaus zu sehen gab. Aber: "Man muss diese Kämpfe auch annehmen, was öfters nicht passierte." Stichwort Chancen: "Was nützen beste Möglichkeiten, wenn, wie heute vielfach geschehen, die Umsetzung scheitert. Da fehlt Abgeklärtheit."
In puncto Namen hält sich Ferl komplett zurück. Bei der Frage, ob ihm jemand enttäuscht oder auch besonders gefallen habe, wird er nicht konkret. Ferl deutet maximal an. "Im Angriff sah es phasenweise doch ganz ordentlich aus." (Dort war neben anderen Tim Hebsacker aktiv.) Aufgefallen sei ihm dafür, dass der Ausfall von Daniel Gallin offensichtlich nicht so einfach zu verkraften ist, wie gedacht. Und beim Thema Abstände in der Viererkette verfällt der Cheftrainer sogar leicht ins Grummeln. "Nein, das hat mir nicht gefallen. Da waren zu oft zu große Lücken, die taktische Disziplin ließ zu wünschen übrig." Letztlich spricht Uwe Ferl daher von einem verdienten Sieg der Neustrelitzer, "da beißt die Maus keinen Faden ab." Seine persönliche Erkenntnis lautet: "Leidenschaft allein reicht nicht aus, um zu gewinnen."
Am Sonntag gönnte sich der 53-Jährige einen Videonachmittag. Er hat die Begegnung nämlich aufzeichnen lassen. "Die Jungs können gewiss sein, dass ich bestens vorbereitet das Geschehen analysiere und Schlussfolgerungen präsentiere." Welche es sind, soll die Mannschaft am Montag erfahren. Dabei will Uwe Ferl aber ruhig agieren, verspricht er. "Mit lautem Herumschreien erreicht man keinen."
Quelle:MZ, rbwonline
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