Rot Weiß Kembergs letzter Auftritt in der Landesliga
Dietmar Bebber, 05.06.2011
Alles unter Dach und Fach

Kemberg ging konzentriert an die letzte Saisonaufgabe gegen den Absteiger. Schon nach neun Minuten deute sich an, wohin die Reise gehen sollte. Pavel Sedlacek netzte das erste Mal ein. In der 36. und 76. Minute war er dann noch zweimal erfolgreich. Noch schussfreudiger präsentierte sich Michal Salak. Er steuerte vier Treffer zum Erfolg der Kemberger bei (28., 43., 66., 71.). Zudem trug sich Henry Reiß in die Trefferliste ein (62.). Dass in Kemberg nach dem Abpfiff die Post abging, war klar. Die Freude war riesig, Trainer Jiri Andrusak genoss den Erfolg in vollen Zügen. Auch in seinen Augen ist der Aufstieg ein gerechter Lohn. "So etwas habe ich in meiner Laufbahn als Fußballer und Trainer noch nie erlebt. Mit Start der Rückrunde hatte uns keiner auf dem Zettel, wir hatten mit dauernden Personalproblemen und einer enormen Spielfülle zu kämpfen." Der Coach zollte daher seinen Jungs großen Respekt "für dieses harte Stück Arbeit".
Nur in einem Punkt war sich Andrusak nicht ganz sicher. "Ich weiß nicht, ob jeder, der heute in den Spiegel schaute, auch begeistert war, was er zu sehen bekam." In der Euphorie der Aufstiegsfeier fiel nämlich bei fast allen Kickern das Haupthaar. Nur bei Jiri Andrusak nicht. "Ich habe meine Haare erfolgreich verteidigt", stellte er gestern zufrieden lachend fest.
Bei dem nun ehemaligen Ligakontrahenten Eintracht Elster war bei dessen Heimspiel gegen Blau-Weiß Farnstädt deutlich zu spüren, dass es um nichts mehr ging. 1:1 trennte man sich. So war es nicht verwunderlich, dass die Zuschauer kaum Torraumszenen zu sehen bekamen. Die Meldungen von den anderen Fußballplätzen waren zumindest in der ersten Halbzeit interessanter als das eigene Spiel. Von den Gästen war vor der Pause in Sachen Torgefahr überhaupt nichts zu spüren. Die Platzherren konnten wenigstens einen Pfostentreffer nach einem direkt getretenen Freistoß von Stefan Hinkelmann vermelden (23.).
Zu Beginn der zweiten Halbzeit versuchten die Farnstädter, etwas mehr in die Offensive zu gehen und hatten durch Thomas Bobleßt eine erste Möglichkeit, als er freistehend über den Querbalken schoss. In der 53. Minute wurde Nico Geißler in der Spitze freigespielt. Beim Versuch, den Torwart zu umkurven, wurde er von den Beinen geholt. Den folgenden Strafstoß verwandelte er selbst zur 1:0-Führung für Elster. Zwei Minuten später musste Eintracht-Keeper Ron Gütlein zur Abwehr weit aus seinem Kasten heraus. Der Ball kam zu Sebastian John, der mit seinem Heber aber das Tor verfehlte. Nach einer Stunde prüfte Stefan Hinkelmann nach schönem Zusammenspiel den Gästekeeper mit einem straffen Schuss, den dieser mit einer Parade zur Ecke abwehrte. Kurz darauf hatte Marcus Gärtner die Möglichkeit, allein auf das Gästetor zu zulaufen, bekam den Ball aber nicht richtig unter Kontrolle. Danach schien für die Eintracht die Saison abgehakt. Großzügigerweise gestattete man Farnstädt nun immer mehr Spielraum, den Blau-Weiß in der 73. Minute durch Thomas Bobleßt zum Ausgleich nutzten.
Quelle:Mitteldeutsche Zeitung
