Wieder steht ein Verein am Abgrund

Dietmar Bebber, 19.06.2011

Wieder steht ein Verein am Abgrund

Club gibt sich endgültig auf

erstellt 09.06.11
Geschichte
Ascherslebens bisher erste Fußballadresse wird Geschichte. (FOTO: THON)

ASCHERSLEBEN/MZ/TK/HV. Die Tage des 1. Fußballclubs Aschersleben dürften endgültig gezählt sein. Am Mittwochabend ergab eine Abstimmung unter den Vereinsmitgliedern, dass sich der finanziell angeschlagene Club auflösen solle. Nach emotionaler und kontroverser Diskussion sollen sich 19 Mitglieder für die Auflösung, 13 dagegen ausgesprochen haben, während sich elf Mitglieder der Stimme enthielten.

Diese Zahlen wurden vom Vereinsvorstand allerdings noch nicht offiziell bestätigt. Ob die eher knappe Entscheidung mit der Satzung des 1. FCA im Einklang steht und damit auch rechtsgültig ist, bleibt ebenfalls noch abzuwarten.

Feststeht dagegen, dass dafür gesorgt ist, dass die Aktiven des 1. FCA auch weiterhin Fußball spielen können. Die Vorbereitungen dafür sind nach MZ-Informationen bereits hinter den Kulissen getroffen worden. Der Vorsitzende des Ortsrivalen Lok, Volkmar Teuke, erklärte auf eine MZ-Anfrage: "Wie es unter Sportlern üblich ist, kann sich jeder, der es will, in unserem Verein anmelden." Am Donnerstag wollte er sich mit dem Schatzmeister des 1. FC Aschersleben, Heinz Fischer, treffen, um über notwendige Einzelheiten zur Vorbereitung der kommenden Punktspielsaison zu beraten.

Dabei sitzt den Akteuren die Zeit im Nacken. So sei für einige Mannschaften, die auf Landesebene spielen, der Meldetermin bereits abgelaufen. Man habe allerdings vom Landes-Fußballverband einen Terminaufschub bekommen, erklärt Volkmar Teuke. Die anderen Mannschaften, die auf Kreisebene spielen werden, müssen in der kommenden Woche für den Spielbetrieb angemeldet werden. Von der Auflösung des 1. FC Aschersleben wären zwei Männer-, eine Altherren- und fünf Nachwuchsmannschaften betroffen.

Hintergrund für die geplante Auflösung ist in erster Linie die finanzielle Situation. Nach MZ-Informationen sollen den Fußballverein nicht unerhebliche Schulden drücken. FC-Schatzmeister Heinz Fischer wollte das nicht bestätigen und sprach von einer "fehlenden Unterdeckung des Wirtschaftsplanes für die kommende Saison", doch eine Fortführung des Trainings- und Wettkampfbetriebes ist auf diese Art und Weise kaum möglich. Deshalb wurde nun beim 1. FC Aschersleben endgültig die Reißleine gezogen - mit allen schmerzlichen Konsequenzen für die Vereinsmitglieder.


Quelle:Mitteldeutsche Zeitung