Am Montag muss in Pratau noch der Pokal gespielt werden

Dietmar Bebber, 29.10.2011

Am Montag muss in Pratau noch der Pokal gespielt werden

Die grün-weißen Kicker aus Annaburg erwarten am Montag die SG Trebitz. Der Gewinner zieht in das Kreispokal-Halbfinale ein. (FOTO: THOMAS CHRISTEL)

Terminstreit vor Stadtderby

VON THOMAS TOMINSKI
WITTENBERG/MZ. Andreas Jaekel ist immer noch sauer. "Wir haben mit Piesteritz über eine Verlegung des Pokalspiels gesprochen", erklärt der Trainer des SV Einheit Wittenberg, der sich bereits im Vorfeld der Viertelfinal-Partie bei den Zuschauern entschuldigt. "Ich werde die Zweite auflaufen lassen", meint er entschieden und betont, dass ein Weiterkommen keine Priorität besitzt. Jaekels Hauptaugenmerk liegt auf dem Landesklassen-Spielbetrieb. Am Sonntag - auf dem "Platz der Jugend" steigt um 14 Uhr das erste Stadtderby - gehe es laut Jaekel um die Wurst, das Pokalmatch 24 Stunden später im Volkspark sei im Grunde abgehakt. "Ich habe nur 15, 16 gesunde Spieler. Aus meiner Sicht ist eine Doppelbelastung nicht zu stemmen."

Die Grün-Weißen lassen sich nicht den schwarzen Peter in die Schuhe schieben. "Wir haben Einheit gebeten, mit dem Punktspiel auf Sonnabend auszuweichen", sagt Vorstandsmitglied Dirk Schmaler, der auf das erste Gespräch beim Landesklassen-Staffeltag zurückblickt. Der FC habe Einheit damals darauf hingewiesen, dass Oberliga-Spiele meistens am Sonntag - der Spielplan lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor - stattfinden und beide Vereine darüber nachdenken sollten, sich nicht gegenseitig die Zuschauer wegzunehmen. Im Zug der Vorbereitung geriet dieser Deal in Vergessenheit, bis Einheit den nächsten, aber aus Sicht des Gegners zu späten, Versuch startete. "Der nächste freie Termin ist der 17. Dezember", erklärt Grün-Weiß-Coach Dietmar Hüller, der mit seinen Jungs keinen Schneewalzer tanzen will. "Wir haben uns vorgenommen, bis zum Jahresende ohne Nachholspiel auszukommen." Für die Piesteritzer Reserve, die wie Stadtrivale Einheit in der Landesklasse, Staffel fünf, kickt, besitzt das Erreichen der Vorschlussrunde oberste Priorität. "Wir wollen ins Finale", erklärt Hüller, dem die volle Kapelle zur Verfügung steht.

Der Kreisfachverband Fußball hält sich aus dem Streitgespräch heraus. Spielausschuss-Vorsitzender Stephan Gräfe bestätigt, dass es seitens der Wittenberger eine Anfrage auf Spielverlegung gegeben habe. Gräfe betont, dass dies der Rahmenterminplan hergebe, doch es im Endeffekt eine Angelegenheit zwischen den Vereinen sei, einen passenden Termin zu finden. "Der Termin 31. Oktober war lange bekannt. Piesteritz II und Einheit hatten genug Zeit, sich einig zu werden."

Beim SV Blau-Rot Pratau, der auf den VfB Gräfenhainichen trifft, herrscht Zuversicht, die nächste Runde zu erreichen. "Nach dem schlechten Saisonstart müssen wir ein Highlight im Pokal setzen", meint Trainer Bodo Schulz, der mit heftigen Personalsorgen zu kämpfen hat. "Fünf Spieler mit Kreuzbandriss hatten wir noch nie." Landesklassen-Rivale Gräfenhainichen ist besser aus den Startlöchern gekommen und gehört zum Spitzentrio der Staffel fünf. Trotz des momentanen Zwölf-Punkte-Unterschieds hat Schulz keine Angst. "Es wird ein Match auf Augenhöhe. Der VfB ist nicht stärker als wir."

Landesligist Eintracht Elster ist bei Kreisoberliga-Vertreter Allemannia Jessen II klarer Favorit. Trainer Detlef Stache hat als Tagesziel Erreichen des Halbfinales ausgegeben. "Wir wollen den Zuschauern ein schönes Spiel bieten. Jessen II wird mit Sicherheit auf Kampf setzen." Die SG Trebitz steht derzeit im Tabellenkeller der Staffel fünf und möchte laut Stürmer Enrico Franzel den Bock in Annaburg endlich umstoßen. "Der Einzug in das Halbfinale soll ein Stück als Wiedergutmachung dienen." Franzel erwartet eine starke Heim-Mannschaft, die mit einer guten Offensive aber zu schlagen ist.

Alle Ansetzungen - Montag, 14 Uhr: Grün-Weiß Annaburg - SG Trebitz, FC Grün-Weiß Piesteritz II - SV Einheit Wittenberg, Allemannia Jessen II - Eintracht Elster, Blau-Rot Pratau - VfB Gräfenhainichen


Quelle:Mitteldeutsche Zeitung - online