Kann Friedersdorf noch gestoppt werden?

Dietmar Bebber, 21.12.2011

Enrico Franzl
Enrico Franzl (FOTO: TOMINSKI)
VON dietmar bebber
wittenberg/MZ. So groß die Erwartungen in der Fußball-Landesklasse, Staffel fünf, vor dem Saisonstart der Meisterschaftsserie 2011 / 12 auch waren; nur wenige der Vereine liegen nach dem Ende der Hinrunde dicht an ihren selbst gesteckten Zielen.

Nur ein Verein will offiziell rauf

Mit dem SV Friedersdorf hatte vor dem ersten Spiel nur ein Verein den Aufstieg als definitives Saisonziel ausgegeben. Und die Friedersdorfer können diesbezüglich guter Dinge sein. Denn bis auf eine Ausnahme war in den vergangenen Jahren der Herbstmeister auch immer der Aufsteiger in die Landesliga. Dabei könnten die Unterschiede zwischen Friedersdorf und seinem zur Zeit ärgsten Verfolger Piesteritz II nicht größer sein. Während der derzeitige Tabellenführer nur insgesamt achtzehn Akteure zum Einsatz brachte und in dieser Wertung damit den letzten Platz einnimmt, setzte die Oberliga-Reserve bislang auf 40 Aktive. Das wiederum stellt den absoluten Spitzenwert dar.

Dass es nicht immer schlecht sein muss, der Jugend zu vertrauen, belegt der Altersdurchschnitt von nur 23 Jahren beim Tabellenführer. Klieken hingegen setzt auf die Erfahrung eines Kaders mit einem Durchschnitt von 32 Jahren. Ein wichtiges Kriterium für den Mannschaftssport ist auch immer wieder die Zuschauerresonanz. Bisher pilgerten 13 495 Menschen in die Stadien, was bei den 125 ausgetragenen Spielen einen Schnitt von 108 Fans je Partie ausmacht. Den größten Zuspruch hatten mit 1 253 zahlenden Gästen bisher die Spiele des Aufsteigers HSV Gröbern. Kein Wunder, haben die Kicker aus der Heide neben Friedersdorf auf eigenem Rasen noch keinen einzigen Punkt abgegeben. Die meisten Zuschauer an einem Tag lockte das Derby in das Annaburger Waldstadion. Ganze 570 Schlachtenbummler sahen den Annaburger 5:2-Sieg gegen Jessen.

Auf dem Gröberner Platz gab es wiederum am 10. Spieltag gegen Zschornewitz den Vergleich mit den meisten Toren (8:1). Aber nicht nur deswegen wird es Turbine Zschornewitz neben Glückauf Möhlau schwer haben, mit dem Klassenerhalt das schier Unmögliche doch noch zu erreichen. Zum Verbleib in der Landesklasse waren zuletzt immer zwischen 32 und 33 Punkte nötig. Das schaffte in der letzten Serie bekanntlich Einheit Wittenberg, doch hatten sie da nach der Hinrunde schon weitaus mehr Punkte auf dem Konto als jetzt aktuell die beiden Aufsteiger.

Fünf auf einen Streich

Wichtig wäre es daher natürlich, auch immer die entscheidenden Tore zu erzielen. Das konnten am besten die Piesteritzer, die momentan den effektivsten Angriff (52 Treffer) stellen. So verwundert es auch nicht, dass der treffsicherste Spieler für Grün-Weiß aufläuft. Christian Zentgraf erzielte bislang 16 Tore und führt damit die Liste der Torjäger an. Den größten Coup landete dagegen der Trebitzer Torjäger Enrico Franzel, als er am 12. Spieltag gegen Roßlau (6:1) in nur einem Spiel fünf Mal erfolgreich war. Mit den wenigsten Gegentreffern (10) ging dagegen der VfB Gräfenhainichen in die Winterpause.

Die Schiedsrichterkosten stellen auch aktuell die Vereine immer wieder vor eine große Herausforderung. So mussten alle 16 Vereine insgesamt 12 273,85 Euro für diesen Kostenbereich bereitstellen. Jessen hatte am 6. Spieltag mit 152,40 Euro sogar das bisher teuerste Spiel zu stemmen. In Sachen Fairplay ist momentan auch der Herbstmeister das Maß der Dinge. Von den gezeigten 521 gelben und 23 gelb / roten Karten sowie zehn Feldverweisen hat er bisher die wenigsten zu Buche stehen. In diese Wertung fließen auch Dinge wie Nichtantritte ein. Dies betraf aber bisher nur die Möhlauer Glückauf-Kicker, welche nicht zum Pflichtspiel gegen Gröbern erschienen. Das Sportgericht urteilte darüber und sprach dem HSV die Punkte inklusive drei Tore zu, da hier schuldhafter Nichtantritt erkannt wurde.

Nicht gerade förderlich für die Möhlauer im harten Abstiegskampf. Mit diesem werden 2012 aber sicher noch Mannschaften konfrontiert werden, welche jetzt noch gar nicht damit rechnen. Denn auch im Fußball gilt der Grundsatz: Abgerechnet wird am Schluss. Und der kommt ja erst, wenn die Rückrunde beendet ist.


Quelle:Mitteldeutsche Zeitung - online

Kann Friedersdorf noch gestoppt werden?