«Leuchttürme entstehen»

PR Team, 22.02.2012

«Leuchttürme entstehen»

Der Pokalwettbewerb, hier eine Szene aus der Viertelfinalpartie Jessen II gegen Elster, zählt zu den zeitaufwendigsten Wettkämpfen, die der Wittenberger Kreisfachverband Fußball jedes Jahr ausrichtet. (FOTO: ARCHIV/THOMAS CHRISTEL)
VON ANDREAS RICHTER, 22.02.12, 19:23h, aktualisiert 22.02.12, 19:45h
WITTENBERG/MZ. Für Bernd Geipel, Präsident des Fußball-Kreisfachverbandes Wittenberg, wird mittelfristig die Schere zwischen Quantität und Qualität weiter auseinander klaffen. Der Kemberger ist sich sicher, "dass die Zahl der Vereine allein schon der Altersentwicklung wegen abnehmen wird". Dies bedeute aber nicht, dass die Qualität leiden muss. Geipel ist sich sicher, dass der Landkreis künftig nie mehr ein weißer Fleck auf der Fußballkarte des Landes Sachsen-Anhalts sein wird. "Dank solcher Clubs wie Piesteritz oder Elster sind wir es heute schon nicht mehr. Und dies bleibt auch so".
Bernd Geipel
Bernd Geipel, Präsident KTV Wittenberg. (FOTO: THOMAS THOMINSKI)
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Geipel wagt Prognose

Geipel, zugleich Präsident des Kemberger Sportvereins Rot-Weiß, kennt die Szene im Landkreis sehr gut und wagt eine Prognose. "Ich bin mir sicher, dass bei uns Leuchttürme des Fußballs entstehen werden." Seiner Ansicht nach werde sich der qualitativ hochwertige Fußball künftig auf vier Vereine konzentrieren. "Das ist zum einen natürlich Grün-Weiß Piesteritz. Dann sehe ich noch Eintracht Elster und Kemberg." Und nicht zu vergessen Allemannia Jessen, "da man dort vor allem eine hervorragende Nachwuchsarbeit leistet". Und im Rest des Landkreises? "Wie gesagt, ich rechne damit, dass es zu Vereinszusammenschlüssen kommen wird und der Fußball als attraktive Freizeitbeschäftigung seine Rolle findet".

Insgesamt ist Bernd Geipel zufrieden mit der Entwicklung des Fußballs. Er blickt optimistisch voraus. Die Landesklasse, Staffel fünf, vereine fast nur starke Mannschaften aus dem Landkreis, in der Kreisoberliga erlebten viele Zuschauer wöchentlich spannende Begegnungen. Doch Geipel ist nicht mit allem zufrieden. Besonders mit der Betrachtungsweise manch anderer hat er seine Probleme. Speziell die Äußerungen von Winfried Melzer, Präsident Kreissportbund Wittenberg, zum Jahreswechsel sind dem KFV-Präsident bitter aufgestoßen. "Seine Meinung, dass mit einem Söldnertum der Fußball in eine falsche Richtung laufe, finde ich vollkommen deplatziert. So eine Diskussion läuft auch in die völlig falsche Ecke." Warum? Er empfindet zum einen so eine Aussage "durchaus als Beleidigung der bei uns aktiven, ausländischen Mitbürger". Zum anderen hätten die meisten Kicker ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in Deutschland. Zudem argumentiert Geipel: "Die Spieler sind anerkannt, die Fans wollen sie sehen." Und zu guter Letzt dürfe man doch nicht so blauäugig sein, zu denken, dass man in den höheren Klassen nur mit dem Personal auskomme, den der eigene Vereinskader hergebe. "Dies wissen alle, die Mannschaften in diesen Ligen ins Rennen schicken."

Turbulenzen ausgestanden?

Angesprochen auf die Entwicklungen bei seinem eigenen Verein - Rot-Weiß Kemberg -, reagiert Bernd Geipel offener als in den vergangenen Wochen. "Ja, es gab Probleme. Die waren finanzieller, aber auch personeller Art. Doch es ist alles ausgestanden und geordnet." Der Präsident ärgert sich jedoch sehr über die Diskussionen im Zusammenhang mit der Verbandsligamannschaft.

"Die Kommentare, die da abgegeben wurden, gingen teilweise richtig unter die Gürtellinie. So einen Umgang miteinander finde ich unfair. Das passt nicht zu erwachsenen Menschen."

Mit Blick auf die kommenden Monate freut sich der Präsident zunächst auf die Entwicklungen in den Ligen. "Ich bin gespannt, wer am Ende welcher Serie wo stehen wird." Einen Tipp hat Geipel für die Kreisoberliga. "Der SV Seegrehna macht das Rennen." Spannend sei ebenso der Kreispokalwettbewerb. "Es ist zwar schade, dass Titelverteidiger Kemberg auf eine erneute Teilnahme verzichtet hat. Aber auch ohne Rot-Weiß werden wir bis zum Finale noch attraktive Spiele sehen." Mit einer rechtzeitigen Planung hofft der KFV, endlich Ruhe beim Thema Termin Midewa-Cup zu haben. Nach Absprachen im Kreisfachverband und einer Rückfrageaktion bei allen Vereinen hat man sich auf die Austragung vom 20. bis 22. Juli in Form eines Blitzturnieres geeinigt. "Wir haben mit allen gesprochen, es hat niemand widersprochen", erklärt Geipel. Alle Teams auf Landesebene plus Kreisoberliga sind spielberechtigt.


Quelle:Mitteldeutsche Zeitung - online