Derby wird zum Fußballfest
PR Team, 05.03.2012
Im Derby ging es fair zur Sache. Hier kämpfen Tino Schmidt und Stefan Luderer (VfB, r.) um den Ball. (FOTO: KLITZSCH)
HSV ist Nummer eins
Gröbern ist in Sachen Zuschauergunst die Nummer eins. 213 Besucher heißt der Schnitt, Rivale Gräfenhainichen (157) rangiert in dieser Kategorie auf dem zweiten Platz. "Das passt schon", meint Klaus Schlitter, der als technischer Leiter beim HSV fungiert und konkret das Verhältnis der zwei Vereine untereinander anspricht. Es herrsche zwar eine gesunde Rivalität , doch im Endeffekt sei jeder mit jedem irgendwie verbandelt. "Es war ein tolles Derby", erklärt Schlitter, der kurz vor dem Abpfiff fast das Herz in die Hose gerutscht ist. In der letzten Minute stand Gröbern vor einer Sensation. Nach einem 1:3-Rückstand schaffte der Aufsteiger aus dem Kreisfachverband Anhalt-Bitterfeld den Ausgleich und blies zum finalen Angriff. Der eingewechselte Matthias Schräpler platzierte den Kopfball aber knapp über die Querlatte des VfB-Gehäuses. "Das war hauchdünn", erinnert sich Schlitter, der sicher ist, dass beim Heidesportverein in dieser Saison nichts mehr anbrennt. Momentan hat die Mannschaft von Trainer Hagen Giese 29 Punkte auf dem Konto. "Ich habe mal alles durchgerechnet", erklärt das HSV-Mitglied, "mit 40 ist der Klassenerhalt in Sack und Tüten."
Enttäuschung über Ausgleich
Der VfB Gräfenhainichen hat ebenfalls seinen Teil dazu beigetragen, dass den Fans der 3. März 2012 in unvergesslicher Erinnerung bleibt. "Wir waren schon ein Stück enttäuscht", meint Nico Hiller, der mit seiner Mannschaft bis zur 70. Minute (3:1) auf Siegkurs lag. Trotz aller Rivalität betont Hiller, der auch sportlicher Leiter beim VfB ist, dass die Chemie zwischen beiden Clubs stimmt. "Die Spieler sind untereinander befreundet." Hiller habe es Spaß gemacht, vor so einer großen Kulisse zu spielen. "Das sei normal", sagt er und meint speziell die Resonanz auf diese Derbys. Hört man die als Spieler die Sprüche der Fans? "Na klar. Ich denke, beide Seiten mehmen sich in dieser Beziehung nichts." Nach dem Derby war bei den Kickern das Thema Fußball noch lange nicht tabu. Gemeinsam schauten sie sich im Sportlerheim das Bundesliga-Match 1. FC Nürnberg gegen Borussia Mönchengladbach an und erlebten, wie sich die "Fohlen" aus dem Meisterschaftstrennen vorerst verabschiedeten. Dass Derbys das Salz in der Suppe sind, beweisen auch die nackten Zahlen. In der Hinrunde besuchten 412 Anhänger im Gräfenhainichener Sportforum das Revierderby HSV kontra VfB. Auf der Pole-Position steht das Spiel Grün-Weiß Annaburg gegen Jessen (570).
Quelle:Mitteldeutsche Zeitung - online
