Kreispokal Köthen/Bitterfeld; Thalheim verliert gegen Kreisl

Daniel Richter, 11.05.2009

Kreispokal Köthen/Bitterfeld; Thalheim verliert gegen Kreisl

Kreisligist schlägt den Favorit SG Rot-Weiß Thalheim und trifft im Endspiel auf die SG Reppichau

Edderitz steht sensationell im Endspiel des Kreispokals

 

 

 

 Gehalten
Torwart Frank Herforth hatte gegen den Favoriten aus Thalheim weniger zu tun als erwartet und hielt seinen Kasten sauber.

EDDERITZ/MZ. Der SV Edderitz hat die Sensation geschafft und den Titelverteidiger Rot-Weiß Thalheim aus dem Kreispokal geworfen. Mit 1:0 siegte der Kreisligist gegen die drei Ligen höher spielenden Gäste (Landesliga) und steht damit im Finale gegen die SG Reppichau. Damit ist auch klar: der Kreispokalsieger kommt in dieser Saison aus dem Altkreis Köthen.

"Wenn wir einen guten Tag erwischen, müssen wir vor denen keine Angst haben." Das sagte Frank Herforth bereits am Dienstagabend, nachdem der Edderitzer Torwart die Thalheimer beim dürftigen 2:1-Viertelfinalsieg in Friedersdorf beobachtete. Auch Trainer Detlef Tänzer ging mit breiter Brust in die Partie. "In einem Spiel ist alles möglich." Was sich am Sonntagnachmittag vor knapp 200 Zuschauern bewahrheitete und den selbstbewussten Edderitzern schließlich Recht gab.

Unabhängig des Edderitzer Spiels sahen die Zuschauer jedoch auch einen enttäuschend schwachen Landesligisten. "Wir können die fehlenden Spieler nicht ersetzen", suchte das Thalheimer Trainerduo Lutz Dobbermann und Ingo Riediger nach einem Grund für die Niederlage, "uns fehlte vollkommen das kreative Element." Wenn man mit solch personellen Probleme anreise und dann nicht die beste Leistung anbiete, könne man eben auch bei einem Kreisligisten eine Niederlage einstecken. Was Thalheim anbot, war in dieser Harmlosigkeit nicht zu erwarten gewesen. Keine Aktion, die nicht von den kämpfenden Edderitzern unterbunden werden konnte.

Die erste Chance des Spiels hatte Edderitz. Nach einer Ecke sprang Stephan Fischer am höchsten, doch sein Kopfball wurde zur nächsten Ecke geblockt (7.). Mit ihrer Laufbereitschaft ließen die Edderitzer den Thalheimern in der Folge keine Entfaltungsräume. Nach einem Foul an Hami Abdelmotalib bekam Edderitz in der 19. Spielminute einen Freistoß auf der rechten Außenbahn. David Schönburg schlenzte den Ball auf das Tor, wo ihn der groß gewachsene Thalheimer Schlussmann locker fangen konnte. Oder besser: hätte fangen können. Denn irgendwie gelang es ihm, den harmlosen Ball ins eigene Tor tropfen zu lassen. 1:0 für den SV Edderitz, der Favorit geschockt.

Der Gastgeber machte weiter und kaschierte bis zum Halbzeitpfiff erfolgreich den Drei-Klassen-Unterschied. Nach einer halben Stunde beinahe das 2:0. Stephan Fischer erkämpft sich auf links den Ball und zieht unbedrängt in den Strafraum. Doch sein Zuspiel auf die freistehenden Mitspieler Jan Lehmann und Hami Abdelmotalib war zu ungenau und landete beim Gegner. In der 37. Minute dann die erste Schusschance der Thalheimer, die Christ Peters jedoch weit über das Tor jagte.

Im zweiten Abschnitt wurde es für Edderitz das erwartete Kampfspiel. Thalheim erhöhte den Druck und brachte den Ball öfter in Strafraumnähe. Doch die meisten Angriffe verliefen durch die Mitte. Ohne Ideen und ohne Flügelspiel endeten die Angriffsbemühungen spätestens beim sicher wirkenden Libero Andreas Panhans. Durchatmen nur in der 57. Spielminute, als Thalheims Steve Schaller zentral an den Ball kam, aber zu lange zögerte und schließlich weit übers Ziel schoss. Noch einmal musste Herforth eingreifen, als sich ein Kopfball hinter ihm ins Tor zu senken drohte - doch Herforths Fingerspitzen verhinderten den Ausgleich (71.). Danach passierte nichts mehr, so dass sich die Edderitzer nach dem Abpfiff jubelnd in den Armen lagen und vom Finale sangen.

Mit den beiden Finalisten Reppichau und Edderitz wird dieses Endspiel sinnvollerweise auch im Altkreis Köthen ausgetragen. Über Spielort und -zeit entscheidet der KFV Anhalt-Bitterfeld diesen Donnerstag auf der Spielausschusssitzung.

Edderitz: Herforth, Panhans, Kotschote, Kaulitzki (76. Becker), Tänzer, Krause, Schönburg, Börner (88. Krautwald), Abdelmotalib, Fischer, Lehmann (72. Rast).


Quelle:MZ