Aus der Provinz Sachsen-Anhalts in den Profifußball
PR Team, 28.03.2012
Lest hier einen Vorabdruck des Stadionmagazins zum Spiel Holstein Kiel gegen den VFC Plauen, exklusiv zur Verfügung gestellt - das komplette Heft mit Bildern unter Stadionmagazin - www.holstein-kiel.de
Vom Heimatort immer unter Beobachtung: Steve Müller
Trotz seiner gerade einmal 26 Jahre hat Steve Müller bereits viele Erfahrungen im Fußballgeschäft sammeln können. In der Jugendnationalmannschaft spielte Kiels Nummer 23 mit Lukas Podolski, Mario Gomez und Co. für Deutschland, stand beim VfL Wolfsburg auf dem Sprung in die Bundesliga und schaffte jetzt mit den Störchen den überraschenden Sprung bis ins DFB-Pokalviertelfinale. Dabei lernte Steve wie die meisten anderen Jungs nicht gleich beim namhaften Verein die großen fußballerischen Sprünge. Das Treten gegen das runde Leder lernte er beim Papi im Dorfverein.
Die kleine Stadt mit der großen Abwechslung. Damit ist ausnahmsweise nicht unser schönes Kiel gemeint. So lautet der Slogan des kleinen Örtchens Gräfenhainichen. 13.300 Einwohner leben in der charmanten Gemeinde im Drei-Städte-Eck Magdeburg-Wittenberg-Leipzig. Der Braunkohletagebau, der früher die Gräfenhainichener in Lohn und Brot brachte ist schon lange in ein Freizeit- und Naherholungsgebiet umgestaltet worden – jetzt soll der Tourismus Geld in die Verwaltungskassen spülen. In Gräfenhainichen ist man stolz auf die 140-järige Tradition des Buchdrucks, das jährlich stattfindende Melt!-Musikfestival im Ferropolis Industriemuseum mit mehr als 20.000 Besuchern und … Steve Müller.
Fußball-ABC vom eigenen Vater
Der heute 26-jährige Mittelfeldspieler von Holstein Kiel lernte beim Vorgänger des heutigen VfB Gräfenhainichen das Fußball-ABC. Sein Trainer war zugleich sein Vater Steffen, der seinem Sohn einiges in die Wiege gelegt zu haben schien. Selbst erfolgreicher Fußballer in der höchsten Spielklasse der DDR beim Halleschen FC, zeigte sich auch bei Sohnemann Steve schnell großes fußballerisches Talent. So zog es Steve im Alter von 14 Jahren ins Fußballinternat des 1. FC Magdeburg weiter, doch die Gräfenhainichener ahnten, dass Steve es weiter bringen würde. 2001 folgte der erste Einsatz für Deutschlands U17, ein Jahr später fuhr der Mittelfeldspieler mit der deutschen Nationalmannschaft nach Dänemark zur Fußball-Europameisterschaft der U17-Junioren. Gemeinsam mit René Adler, Lukas Podolski und Mario Gomez stürmten die Adlerträger bis ins Viertelfinale, dort folgte das bittere Aus gegen Frankreich im Elfmeterschießen.
Von Gräfenhainichen durch Deutschland
Doch Steve hatte auf sich aufmerksam gemacht und entfernte sich weiter von seinem Heimatort Gräfenhainichen – nach Wolfsburg. Hier empfahl sich Steve zunächst in einer Saison in der 2. Mannschaft für den Bundesligakader, kam jedoch nicht zu einem Profieinsatz. Über den Regionalteil der Mitteldeutschen Zeitung verfolgten die Gräfenhainichener den Weg ihres Steve. Es folgten Station beim VfB Lübeck, Erzgebirge Aue, dem Wuppertaler SV und schließlich der KSV Holstein, mit der Steve wieder in den Fokus der Medien rückte. DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund – das hatte zuvor noch keiner des VfB Gräfenhainichen geschafft. Die Internetseite seines Jugendvereins hatte ohnehin schon regelmäßig über den Werdegang des ehemaligen Jugendnationalspielers berichtet. Der DFB-Pokaleinzug der Kieler brachte auch neuen Glanz nach Gräfenhainichen: Nach dem Achtelfinalsieg im DFB-Pokal lautete die Überschrift „Ex-Gräfenhainichener Müller mit Treffer gegen FSV Mainz 05“. Zum Dortmund-Knaller freute sich der Klub via Webauftritt „Steve Müller – ein Gräfenhainichener spielt heute im DFB-Pokalviertelfinale“
In Kiel sehr gut eingelebt
Der hat sich in Kiel mittlerweile bestens eingelebt. Auf dem Platz gehört er fest zur Stammformation. „Ich gebe zwar in jedem Training und jedem Spiel immer 100 Prozent. Wir haben einen wahnsinnig stark besetzten Kader – da geht es in jedem Training um die Plätze am Wochenende“, sagt Steve Müller zur Situation, dass er auch mal zunächst auf der Bank platznehmen musste, obwohl er sich nach einer starken Hinrunde einen festen Platz in der Startelf erkämpft hatte. Aber auch abseits des Platzes ist Steve in Kiel angekommen. Da fragt auch schon mal der regionale Radiosender R.SH nach einem Interview mit dem „Pokalhelden des Achtelfinales“ zum Viertelfinalknaller gegen den amtierenden deutschen Meister. Das Arm-in-Arm-Foto mit Morgenshowlegende Carsten Köthe gab’s gratis dazu. Doch Steve kommt auch bei den Kieler gut an, dass bewies er auch bei einer anderen PR-Aktion mit gemeinnützigem Zweck. An der Kasse des dm-Marktes in der Holtenauer Straße nahm der 26-Jährige Geld zugunsten sozialer und innovativer Projekte ein und hielt die Kundinnen und Kunden bei bester Laune.
Zurück in die 3. Liga
Mit Stolz blicken also nicht nur die Gräfenhainichener auf ihren Steve Müller, der in naher Zukunft wohl nur zu Besuch in seinen Heimatort zurückkehren wird. Seine Eltern wohnen nicht nur weiterhin in Gräfenhainichen, sein Vater Steffen ist noch immer erfolgreicher Nachwuchstrainer beim VfB und fördert weiter junge Talente zu Tage. Nach Steve zog es immerhin zwei weitere Spieler vom VfB zum einst großen FCM. Die sportliche Bilanz eines Steve Müllers konnte aber bislang kein Gräfenhainichener vorweisen. Und die könnte bald um ein altes neues Kapitel länger sein. In 51 Spielen trat der 26-Jährige bereits in der 3. Liga gegen den Ball – jedoch noch nicht für Holstein Kiel. Das möchte er so schnell wie möglich nachholen. Dann dürfte es auch eine weitere neue Schlagzeile auf der Internetseite des VfB Gräfenhainichen geben: „Gräfenhainichener Steve Müller steigt in die 3. Liga auf“.
Quelle:Homepage Holstein Kiel
