Spielberichte aus gegners Sicht
Daniel Richter, 18.05.2009
SV Graf Zeppelin 09 Abtsdorf : VfL Gräfenhainichen 1:0 (Spielbericht)
Vor der Saison galten die Zeppeline als sicherer Absteiger. Aber allen Unkenrufen zum Trotz scheint es wieder zu klappen und man bleibt der Landesklasse erhalten. Nach einem Zwischentief folgten nunmehr zwei Siege zu Null. Aktuell beträgt der Vorsprung auf den Abstiegsplatz acht Punkte plus besserem Torverhältnis, drei Spieltage sind nach auszutragen (Abtsdorf hat am letzten Spieltag frei). In den letzten beiden Spielen stehen Jessen (A) und Trebitz (H) auf dem Programm.
Das Abtsdorf heimstark ist, wissen jetzt alle. Im elften Heimspiel den 8. Sieg erreicht, das ist der Garant für den diesjährigen Klassenerhalt.
Wiesegart tippte bereits nach dem ersten Auswärtssieg letzte Woche gegen Thalheim "Wir besiegen Gräfenhainichen !", die Fans wollten es nicht glauben. Nach dem Spiel wurde das Unfassbare war - das kleine große Abtsdorf besiegt nach großem Kampf und großer Willenskraft, taktischer Disziplin und selbstverständlich mit etwas Glück, keinesfalls unverdient den großen VfL Gräfenhainichen. In letzter Minute schossen die Grafen den viel umjubelten Siegtreffer. Vereinsboss Klaus Roh jubelte am lautesten: "Ich habe es nicht geglaubt. Ich bin stolz auf die Mannschaft ! Ich bin überglücklich !".
Der langzeitverletzte Knut Ahrberg freute sich über den Sieg und seine neue Trainingseinkleidung: "Heute Abend gehe ich in Abtsdorfsachen aus !".
Vorm Spiel schien die Sonne, aber beim Trainerteam herrschte alles andere als eitel Sonnenschein. Heiß wurde debattiert, meldete sich der für die Anfangsformation vorgesehene Bieleke kurzfristig verletzt, der in den letzten Wochen verletzte Kruzius rückte ins Team. Problem: jetzt hatte man keine Defensivspieler auf der Reservebank und Jungspund Annowski war bereits bei der Reserve im Einsatz. Und das ausgerechnet gegen die beste Offensive der Klasse. Torwart Wiesegart konnte trotz Rippenprellung und Manndecker Kruzius trotz Nackenprellung auflaufen.
Aufstellung:
Wiesegart, Schaar, Riedel, Kruzius, Sokolischin, Hünl (K), Fritzsch, Sebast, Staab (Tietel), Mende (Brussies), Schüler (Pielorz)
Die Mannschaft wurde auf mannschaftliche Disziplin eingestellt, es galt die Individualisten Richter und Stockmann (zusammen 33 Tor- mehr als Abtsdorf zusammen) zu neutralisieren, im Verhältnis 1:1 ist das nicht möglich also hieß es - Räume eng machen. Das behagte dem Tabellenführer von Anfang an überhaupt nicht. Einzige Schrecksekunde in der 10.Minute - nach Hammereinwurf köpfte der Gräfenhainicher Defensive Christian Ackermann an den Außenpfosten. Durchatmen - Glück gehabt ! Schon früh begannen die Gäste mit langen Pässen auf die Spitzen zu operieren, aber Abwehrchef Riedel und die Manndecker Schaar und Kruzius gingen konsequent zur Sache - was diese nicht abwehrten, war sichere Beute des Abtsdorfer Keepers. Durch nadelstichartige Konter verschafften sich die Hausherren Respekt. Einige brandgefährliche Standards von Schüler brachten den Gast mächtig ins Schwitzen. Sokolischin hatte dreimal die Chance per Kopf zu verwandeln - es fehlten die berühmten Zentimeter. In Hälfte 1 ging die Taktik auf - der Offensive regelrecht den Zahn gezogen, ging man in die Halbzeitpause.
Gästetrainer Wolfgang Goral, übrigens ein sehr fairer Sportsmann, hatte wohl die richtigen Worte in der Kabine gefunden. Gräfenhainichen drehte jetzt auf und die Abtsdorfer Mannschaft mußte mit Mann und Maus verteidigen. Wie schon im Spiel gegen Thalheim machten es sich die Zeppeline selbst schwer - der Abstand zwischen Angriffsreihe und Mittelfeld war zu groß. Diese Räume nutzten die Gäste nun. 66. Minute - Freistoß Richter - Ball an Freund und Feind vorbei - am langen Pfosten drückt Woltersdorf den Ball über die Linie. Abseits ? Der Linienrichter hatte sofort die Fahne oben. Abstoß war die Folge. 70. Minute Richter entwischte Schaar und Riedel - Wiesegart verkürzte geschickt den Winkel - sein Schuß ging über das Tor. Es ging Schlag auf Schlag - Abtsdorf kann verteidigen, das ist bekannt. Die gesamte Defensive erzielte Bestnoten. Nur einmal in der 80. Minute als Richter die gesamte Hintermannschaft düpierte, Schuß aus 12 m, Wiesegart parriert glänzend. Drei Minuten später prallten Kruzius und sein Keeper zusammen, nach Behandlungspause konnten beide weiter spielen. Was war passiert ? Beide behinderten sich gegenseitig beim Abwehren eines Querschlägers von Schaar - glücklichweise konnte der Gäste - Angreifer daraus kein Kapital schlagen. Der Tabellenrührer wollte und mußte unbedingt gewinnen und warf nun alles nach vorn - gezielt, leider nicht konzentriert genug, wurden von den Gastgebern Konter gefahren - leider ohne Erfolg. Nicht ganz, in der 88. Minute - weiter Abschlag auf Sebast, Paß von Sebast auf Tietel, der spitzelt den Ball im Strafraum zu Schüler, der zieht aus 15m ab und trifft den Ball ins lange Eck. Haltbar ? den Grafen ist´s egal ! Unglaublich - Abtsdorf geht mit 1:0 in Führung. Der Jubel um das Schüler - Tor war grenzenlos. Der unaufgeregt pfeifende Schiedsrichter Klose pfiff pünktlich ab. Hätte er zwei Minuten nachspielen lassen müssen, in Abtsdorf fragt danach keiner.
Besonderes:
Rocco Sebast - ganz unauffällig ? - er kaufte den pfeilschnellen Anders den Schneid ab, der hatte vielen Teams in der Vergangenheit so seine Sorgen bereitet. Defensiv sehr kampfstark leitete er sogar den Angriff zum Siegtreffer ein. Für das Trainerteam bester Mann auf dem Platz. Schüler schoß nach der letzten Woche wieder das entscheidende 1:0 und überhaupt zeigte er eine mannschaftsdienliche und kämpferisches Spiel. So ist er ein tragender Pfeiler in diesem Team. David Kruzius, in den letzten Wochen gefehlt, zeigte er heute, wozu er fähig ist, Bestnote für den Manndecker. Schaar hatte es mit dem Top- Stürmer der Klasse zu tun, das hat er gut gemacht, Richter kann man nicht 100% ausschalten. Dranbleiben Herr Schaar. Staab findet nach und nach ins Team zurück. Feste Größen im System Abtsdorf: Kopf der Mannschaft Hünl, Riedel, Fritzsch, Sokolischin und Sebast - an den Leuten muß man erstmal vorbei. Unsere Jung - Stürmer Tietel und Brussies müssen nachlegen. Gegen Jessen und Trebitz haben sie wieder die Möglichkeiten. Geburtstagskind Pielorz bekam am Samstag nicht nur den Abtsdorfsieg geschenkt, auch seine Borussen erzielten einen Kantersieg.
Selten hat man in Abtsdorf einen solch fairen Verlierer erlebt. Die Zeppeline senden sportliche Grüße nach Gräfenhainichen und wünschen viel Erfolg im Aufstiegskampf.Quelle:Homepage Abstdorf
