Thalheim verabschiedet sich unwürdig

Daniel Richter, 08.06.2009

Thalheim verabschiedet sich unwürdig

Landesliga: Rot-Weiß Thalheim verliert letzets Saison-Heimspiel gegen Bennstedt mit 0:5

Keine Geschenke beim Abschied

 

 

Bennstedt gegen Thalheim
Oftmals einen Tick eher am Ball waren die Spieler des FSV Bennstedt (in Blau) am Samstag gegen Thalheim.

THALHEIM/MZ. Fassungslos und leer standen die Verantwortlichen der SG Rot- Weiß Thalheim mit Abpfiff der Partie ihrer 1. Mannschaft gegen den FSV Bennstedt auf der Tribüne. Man hatte das Gefühl, sie wussten, was sie in den kommenden Stunden und Tagen seitens der Konkurrenz aus der Landesliga Staffel Süd erwarten würde. Am härtesten erwischte es aber das scheidende Trainergespann um Lutz Dobbermann, Ingo Riediger und Mannschaftsbetreuer Lothar Konarski. "So hatte ich mir mein letztes Heimspiel auf der Trainerbank hier im Sportpark nicht vorgestellt. Ich bin nur enttäuscht."

Ausgerechnet bei seiner in Sachen Punktspiel letzten Amtshandlung in Thalheim setzte es die höchste Niederlage für Dobbermann während seiner gesamten Amtszeit hier im Solar Valley. "Das da der Gedanke des unlauteren Wettbewerbs bei der Ligakonkurrenz und in der Region entbrennt, man kann es niemandem verdenken", schüttelte der Roitzscher fassungslos den Kopf. "Nun war es aber wirklich nicht an dem", färbte sein ganzer Unmut auf die sich in einem jämmerlichen Zustand präsentierende Mannschaft ab.

"Warum sollten wir uns mit 0:5 abschlachten lassen und damit den eigenen Ruf schädigen, wenn ein 0:1 oder 0:2 auch drei Punkte für

Bennstedt bringt. Solche Spekulationen sind sinnlos", entkräftet ein über einige Kollegen enttäuschter Michael Krause die Situation. "Viel trauriger ist es, dass sich Martin Ungefroren noch mit aller Macht die fünfte gelbe Karte abholte, obwohl jeder Thalheimer Spieler genau wusste, wie dünn es um unsere Personaldecke bestellt ist", sieht der Mittelfeldmann die Dinge viel trauriger gelagert. Sogar ein Heiko Schröder musste mit seinen knapp 40 Jahren noch einmal ran, denn die Personaldecke der Thalheimer war hauchdünn.

Da hatten Präsident Helmut Römling, Geschäftsführer Manfred Kressin und Fußballchef Ralf Saalbach im Vorfeld alle drei aus dem Gespann der Mannschaftsführung gebührend verabschiedet, um knapp zwei Stunden später die Welt nicht mehr zu verstehen. Der FSV Bennstedt fuhr mit einem 5:0-Auswärtssieg zurück in den Saalkreis. Der FSV ließ sich dank dieser Torflut gegen einen in seinen Fundamenten wackelnden Gegner noch die Möglichkeit offen, am letzten Spieltag noch an der SG vorbeizuziehen. "Schau mal auf unsere Rückrunde", machte Bennstedts Timo Lesch die Zweifler aufmerksam. "Wir haben bis auf ein 2:2- Unentschieden in Nietleben alle Auswärtsspiele nach der Winterpause gewonnen." Der einstige Dessauer Oberligaspieler nahm den Gegner in Schutz. "Es war nicht so, dass uns Thalheim hier anfänglich sofort das Spiel überließ. Sie hatten auch die eine oder andere Chance. Doch zum Thalheimer Pech kam ein super aufgelegter Carsten Grotsch zwischen unseren Pfosten hinzu."

Der Bennstedter erkannte aber auch, dass mit dem 2:0 ihres an diesem Tag gut aufgelegten Angreifers Martin Gudert ein Bruch durch das Gastgeberteam ging. Gudert hatte aus einem in der ersten Halbzeit verteilten Spiel wenig Mühe, die Vorarbeit seiner Kollegen zu vollenden (0:1 / 16., 0:2 / 57.). Mario Werner sollte eigentlich nach dem Seitenwechsel den Ausgleich besorgen, verzog aber völlig freistehend und bezeichnend für diesen "gebrauchten" Thalheimer Fußballtag. "Daheim schickt man uns nur auf den fürchterlichen zweiten Platz, da unser Hauptplatz gerade neu angelegt wird. Da sind wir froh, wenn wir auswärts mal vernünftig Fußballspielen können", staunte Lesch über die tolle Thalheimer Sportanlage. "Mit dem 0:3 durch Philipp Lindeke war das Ding dann durch", so der Bennstedter.

"Um Routinier Steffen Seifert stand unsere Mannschaft hinten gut und die Konter nach vorn stachen." Kontertore durch die eingewechselten Robert Eiser (0:4 / 83.) und Markus Apel (0:5 / 86.) machten das Thalheimer Heimdebakel perfekt. "Es waren nicht nur die schnellen Gegenstöße der Gäste und auch nicht die Anzahl unserer fehlenden Stammspieler. Auch sonst haben wir es dem FSV viel zu leicht gemacht", sah Dobbermann einige Akteure wie Kai Tkalec gedanklich bereits bei neuen Herausforderungen. Körperliche Gegenwehr und spielerische Note schienen an diesem Tag Fremdworte für Rot-Weiß. Diese Vorstellung setzte den letzten Wochen nach dem Abstieg der zweiten Mannschaft und der peinlichen Niederlage im Pokalhalbfinale gegen Edderitz noch die Krone auf.

Thalheim: Dietz, Müller (76. Jordan), Tkalec, Schaller, Wachtel, Lüttich (46. Schröder), Krause, Peters, Riediger, Ungefroren, Werner


Quelle:MZ