Böses erwachen für Gräfenhainichen und Jessen inklusive

PR Team, 21.08.2012

Böses erwachen für Gräfenhainichen und Jessen inklusive

Böses erwachen für Gräfenhainichen und Jessen inklusive
VON ANDREAS RICHTER, 20.08.12, 19:49h, aktualisiert 20.08.12, 20:47h

Ein Bild voller Symbolcharakter: Der VfB Gräfenhainichen wurde am Sonnabend beim Pokalstart auf Kreisebene von Gegner Grün-Weiß Annaburg so richtig in die Zange genommen. 0:6 verloren die Gastgeber. (FOTO: THOMAS KLITZSCH)
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WITTENBERG/MZ. Fußball-Kreispokalwettbewerbe sind immer für eine Überraschung gut. Speziell was das Abschneiden vermeintlicher Favoriten in Runde eins betrifft. Aus dem Kreisfachverband Wittenberg hat es am vergangenen Wochenende auch ein paar "sportliche Größen" erwischt, die nach 90 Minuten ihr böses Erwachen erlebten. Diese Vereine müssen sich nach den herben Niederlagen bereits fragen, wie es in der in wenigen Tagen startenden Meisterschaft weitergehen soll.

Rabenschwarzer Samstag

Für die Allemannia aus Jessen wurde es ein rabenschwarzer Sonnabend. Denn von den drei Ligateams steht nur noch eines in Runde zwei. Interessant: Es ist nicht die Landesklassenformation! Die leistete sich nämlich einen peinlichen Auftritt beim Kreisoberligateam des FC Grün-Weiß Piesteritz III. 0:2 gingen die Elsterstädter im Volkspark unter. Henry Knape (43.) und Christian Hünl (80.) schossen den Gastgeber in Runde zwei. Allemannias Kreisoberligateam machte es nicht viel besser. Gegen den Kreisligavertreter von Grün-Weiß Pretzsch unterlag es 1:3. Lediglich die Kreisligamannschaft aus Jessen sorgte mit dem 3:2-Sieg bei der "Zweiten" von Germania Wartenburg (Kreisklasse) dafür, dass wenigstens noch eine Mannschaft von der Schwarzen Elster im Wettbewerb dabei ist.

Annaburg düpiert Gräfenhainichen

Das spannendste Spiel zur Auftaktrunde fand zweifelsohne in Gräfenhainichen statt. Im Duell der Landesklassenmannschaften standen sich der heimische VfB und Grün-Weiß Annaburg gegenüber. Nach 90 Minuten hatte der Platzherr mit der 0:6-Niederlage nicht nur das Aus im Pokal kassiert. Dass die Gäste aus Annaburg so stark auftrumpften, überraschte die 42 Zuschauer doch sehr. Denn bisher glichen Begegnungen zwischen beiden Mannschaften immer einem Aufeinandertreffen auf Augenhöhe. Zumal es den Grün-Weißen in den vergangenen Jahren weder in der Liga noch im Pokal gelungen war, beim VfB als Sieger vom Platz zu gehen.

Diesen Fluch zu brechen, hatten sich die Jungs von Annaburgs Trainer Uwe Rohlik durchaus vorgenommen. Aber gleich mit sechs Toren Unterschied? "Mir war selber nicht so richtig wohl dabei", bekannte Rohlik nach dem Spiel. Er konnte sich kaum erklären, warum seine Jungs so locker und ungefährdet durch diese Pokalpartie kamen. "Vielleicht lag es daran, dass uns der VfB zwar seit vielen Jahren sehr gut kennt, doch seit dieser Sommerpause haben wir aber unser System auf Viererkette umgestellt." Womöglich habe gerade das Gräfenhainichen aus dem Konzept gebracht.

Im VfB-Lager war man sich nach dem Ausscheiden rasch einig. Solch eine deftige Niederlage kann nicht schöngeredet werden, hieß es sofort. Feststellungen wie "gebrochene Moral", sich "häufende Fehler" oder "neben den Schuhen stehen" beschreiben wohl am besten den Zustand der Platzherren am Sonnabend. Dass einige Kicker fehlten, ließ man nicht als Grund gelten. Diese Situation könne auf das Team schließlich die gesamte Saison über zukommen. Und da will man doch sicher auch nicht jedes Mal haushoch verlieren.

Nicht zu hohe Erwartungen

Uwe Rohlik hofft derweil nur, dass die Erwartungen an sein Team nach diesem Erfolg nicht zu sehr in die Höhe schnellen. "Klar hat die Mannschaft gezeigt, dass sie in der Sommerpause hart an sich gearbeitet hat." Und ja, er freue sich sehr, dass man die Früchte dieser Arbeit im ersten Pflichtspiel der Saison ernten konnte. Aber: "Der Einstieg ist gelungen, mehr nicht. In der Liga weht wieder ein anderer Wind, da werden wir nicht so leicht durchmarschieren wie in Gräfenhainichen." Der Pokalerfolg stelle jedoch eine gute Basis dar. "Ich glaube sagen zu können, dass die Jungs bereit sind, sich in dieser Saison im Spitzenfeld der Landesklasse zu etablieren." Dabei mag Rohlik womöglich auch auf die Torschützen des vergangenen Sonnabends setzen. In die Liste trugen sich Marvin Richter (24.), Marcel Schnabel (27.) und Tobias Unger (60.) ein. Als erfolgreichster Annaburger beendete Steffen Kassuba das Spiel. Er hatte gleich dreimal Erfolg (63., 77., 81.).


Quelle:MZ