In Piesteritz brodelt es leicht
PR Team, 28.08.2012
FC-Chef redet Klartext
Präsident Volker Neuberg freute sich noch vor dem Anpfiff, dass es sich Piesteritz erlauben kann, Hochkaräter wie Gerstmann, Nils Naujoks und Florian Freihube - immerhin amtierender "Fußballer des Jahres" - auf der Bank schmoren zu lassen. "Dies zeigt doch, welch toller Konkurrenzkampf in der Mannschaft herrscht." Nach dem Schlusspfiff durch Schiedsrichter Henry Müller aus Cottbus ist dem FC-Chef die gute Laune sichtlich vergangen. "Ich bin enttäuscht von der Mannschaft", sagt er und betont, dass er nach den guten Leistungen in der Vorbereitung mehr erwartet habe. Neuberg stellt sich zwar schützend vor den Trainer und mischt sich nicht in dessen Aufgabenbereich ein, doch zur Vorstellung einzelner Spieler verliert er doch klare Worte. "Von einem erfahrenen Fußballer wie Ladislav Stefke erwarte ich, dass er frei stehend den Ball unterbringt. Vladimir Penev hat sich als Stürmer total hängen lassen." Falsche Aufstellung? "Das ist Sache von Uwe Ferl."
Der Cheftrainer verteidigt die Maßnahme Witt für Gerstmann und erklärt seine Beweggründe. Der Kapitän verfüge zwar über eine gute Geschwindigkeit plus einen soliden Distanzschuss, doch gegen Halle habe er auf den 22-Jährigen gesetzt, dessen Stärken Ball- und Pass-Sicherheit heißen.
Leistungsträger enttäuschen
Die Gründe an der Niederlage macht Ferl nicht an dieser Entscheidung fest. "Wenn Angreifer Jeffrey Neumann nach drei Wochen Verletzung unser bester Mann auf dem Platz ist, sollten sich einige Herren Leistungsträger mal an die eigene Nase fassen." Der Chefcoach will keine Namen nennen. Doch wie Stefke den Ball völlig unbehindert über das Tor köpfen kann, ist dem 53-Jährigen noch Stunden nach dem Abpfiff ein Rätsel. "Wenn wir in Führung gehen, gewinnen wir das Match", ist er felsenfest überzeugt. Ferl weiß, dass er nicht über die qualitativ beste Mannschaft in der Staffel Süd verfügt und wird deshalb nicht müde zu betonen, dass der Klassenerhalt für ihn mit einer Sensation gleichzusetzen ist.
Schwaches Nervenkostüm?
In der Sommerpause erklärten Coach und Präsident unisono, dass die Zeit für Experimente vorbei ist. Aufgrund des schnell geklärten Abstiegs in der Saison 2011 / 12 habe der Verein genug Zeit gehabt, die Mannschaft optimal auf die neue Serie einzustimmen. Trotz des schwachen Saisonstarts - ein Punkt aus zwei Spielen - ist Ferl überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein. "Der springende Punkt ist ein ganz anderer", meint er und plaudert aus dem Nähkästchen. Der Mannschaft gelinge es einfach nicht, in einer Drucksituation ordentlich Fußball zu spielen. In der Vorbereitung lief alles bestens, wenn es um die Wurst geht, bekommen die Leistungsträger wacklige Knie. "Unser System muss endlich greifen", sagt er mit viel Hoffnung in der Stimme.
Quelle:MZ
