Spielberichte vom WE in der MZ
PR Team, 03.09.2012
VON DIETMAR BEBBER
WITTENBERG/MZ - Wie wenig die Ergebnisse des ersten Spieltages über den tatsächlichen Leistungsstand aussagten, belegen die Zahlen des zweiten. Da gab es für manche Teams am Wochenende sogar richtig böse Überraschungen.
Nein, es handelt sich jetzt nicht um einen Druckfehler. Der VfB Gräfenhainichen fertigt den SV Allemannia Jessen mit 8:0 ab. Aber VfB-Interimstrainer Sandor Cseke hob nach dem Abpfiff warnend den Finger: "Das war nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Wir dürfen uns von diesem Ergebnis nicht täuschen lassen." Doch es war schon beeindruckend, wie der zuletzt so oft gescholtene VfB zuschlug. Ob Daniel Richter (6., 10., 52.) oder sein Sturmpartner David Hartling (45., 63., 68.) oder auch Dennis Vogt (72.) sowie Marc Dieterichs (88.), alle stellten ihren Siegeswillen unter Beweis. Doch nicht nicht nur die sportliche Demütigung war für Jessen schon schlimm genug. Zu allem Übel verletzte sich Sebastian Gawor so schwer am Kopf, dass er ärztlich behandelte werden musste.
Die SG Reppichau feierte mit dem 2:1 gegen die Verbandsliga- Reserve der SG Union Sandersdorf ihren ersten Heimsieg. Doch danach sah es lange nicht aus. Schon in der 7. Minute schoss Alexander Meinhardt die Unioner in Front. Bis eine Viertelstunde vor dem Ende durfte seine Mannschaft vom nächsten Punktgewinn träumen. Dann kam aber der Auftritt des Nico Deistler. Mit seinem Doppelpack (75., 81.) drehte er im Alleingang die Begegnung.
Andreas Jaeckel, Spielertrainer beim SV Einheit Wittenberg, hatte es vorher schon geahnt: "Der Sieg gegen Dessau war schön, aber nur ein kleiner Schritt auf dem langen Weg zum Klassenerhalt." Er sollte Recht behalten. Denn bei Blau-Weiß Klieken hatte seine Mannschaft kaum eine Chance und verlor mit 5:0. Schon bis zur Halbzeit hatten Daniel Schmidt (17.), Sascha Rathmann (24.) und Thomas Berger (26.) für klare Verhältnisse gesorgt. Karsten Niesar (69.) und Berger (84.) waren in Durchgang zwei erfolgreich.
Dass es Vorwärts Dessau schwer haben würde, war bekannt. Dass es dann aber so deftig kommen würde, damit hatte niemand gerechnet. Mit dem 1:6 gab es die zweite deutliche Niederlage für die Vorwärts-Kicker zu Hause gegen Aufsteiger SC Vorfläming Nedlitz. Dabei trugen sich die Nedlitzer Christian Schmidt (3., 29.) und Eduard Hahn (53., 68.) sogar als Doppeltorschütze ein. Die restlichen Treffer steuerten Thomas Sanftenberg (37.) und Kevin Tinaglia (49.) bei. Das zwischenzeitliche 1:2 (31.) erzielte Christian Kunze.
Der HSV Gröbern konnte nach der Vorwochenniederlage nun zumindest den ersten Punkt einfahren. 3:3 endete die Begegnung bei Germania Roßlau. Dabei war ein Sieg durchaus in greifbarer Nähe, denn Hannes Körsten (28.) und Rene Steudel (45.) hatten bis zur Pause einen kleinen Vorsprung herausgeschossen. Doch auch das Tor von Marc Stockmann 73.) zur erneuten Führung (2:3) sollte nicht ausreichen, denn auf der Gegenseite trafen Dennis Meyer (70., 87.) und Dmytro Nesterovskyy (60.).
Nach dem furiosen Saisoneinstige kassierte Grün-Weiß Annaburg jetzt eine 0:1-Niederlage gegen Neuling SG Ramsin. Den Siegtreffer erzielte Ramsins Kapitän Dalibor Janjic (61.). Zu diesem Zeitpunkt war sein Team schon in Unterzahl, da Florian Schneier vor dem Halbzeitpfiff zum Duschen musste (42., Gelb-Rot). Die Ramsiner Marcus Manz und Kevin Franz sahen zudem später auch noch Rot, so dass der Sieg der SG mehr als teuer zu Buche schlägt.
Titelaspirant FC Grün-Weiß Piesteritz II kam gestern Nachmittag bei Blau-Rot Pratau mächtig ins Straucheln. Denn die zwei Treffer von Maik Trollmann (Elfmeter, 21.) und Andreas Thöner (61.) genügten der Truppe aus dem Volkspark bei weitem nicht, um ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. Denn Pratau schoss zwei Tore mehr. Gleich drei steuerte Stefan Hinkelmann bei (24., 43., 68). Treffer Nummer vier kam von Mario Höhse (49.).
Auch die SG Trebitz verließ gestern Nachmittag den eigenen Platz als klarer Sieger. Gegen Aufsteiger SV Seegrehna sprang ein deutlicher 3:0-Erfolg heraus. Damit merzte man die 0:4-Auftaktschlappe gegen Nedlitz aus. Norman Hentschel trug sich zweimal in die Torschützenliste beim Platzherren ein (42., 58.). Den Sack machten dann der Trebitzer Torjäger Enrico Franzel (74.) zu.

Germania Roßlau - Gröbern 3:3
Noch Minuten nach Spielende lagen einige Roßlauer Spieler auf dem Rasen des Elbesportparks. Nicht unbedingt aus Enttäuschung wegen des Remis, sondern wegen Erschöpfung. Denn dank einer enormen Energieleistung schaffte Germania trotz doppeltem und zweimaligem Rückstand noch dieses 3:3 gegen den HSV Gröbern."Ein Riesenkompliment an das Team für diese Leistung", lobte Trainer Torsten Kopocz sein Team. Germania begann sehr nervös, fing sich aber rasch und setzte die Gäste mit Tempofußball und aggressivem Pressing unter Druck. Was fehlte, war ein Tor. Lars Lang (19. Minute) und Florian Mau (23.) hatten dazu die Möglichkeit. Nach 38 Minuten dann der Schock. Die Gäste führten. Aus dem Nichts heraus flog ein 25-Meter-Freistoß von Hannes Körsten ins Tor. Vier Minuten später musste Mau mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgewechselt werden. Für ihn kam Viktor Antal. Roßlau machte weiter Dampf, doch auch das nächste Tor im Spiel erzielten mit dem Pausenpfiff die Gäste durch René Steudel.
Im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer im Elbesportpark einen Sturmlauf der Hausherren, der nach einer Stunde auch belohnt wurde. Dmytro Nesterowskyy gelang der Anschlusstreffer. Germania drängte anschließend auf den Ausgleich, und sah sich in der 70. Minute am Ziel: Dennis Meyer traf zum 2:2. Doch der nächste Schock folgte drei Minuten später. Der dritte Freistoß von Gröbern landete erneut im Kasten von Roßlaus Keeper Bastian Schneider. Der Ball sprang vorher noch mal auf, Schneider war die Sicht versperrt - 2:3. Die Entscheidung? Nein, denn Roßlau schaffte tatsächlich noch - wiederum durch Meyer (87.) - den Ausgleich.
Roßlau:
Schneider, Nesterowskyy, Heß, Großmann, Thauer, Mergenthaler, Mau (32. Antal), Lang, Meyer, Arndt, Krug (80. Schulze)
Vorwärts - Nedlitz 1:6
Den Saisonstart vor eigenem Publikum hatten sich die Vorwärts-Kicker, die ohne ihren verletzten Kapitän Christian Richter (Knie) antreten mussten, sicher anders vorgestellt. Die Niederlage gegen den Neuling schmerzt in ihrer Deutlichkeit doppelt. Zudem: nach zwei Spieltagen findet sich die ASG schon auf dem letzten Platz wieder.
Nedlitz gelang dabei ein Traumstart. Nach drei Minuten traf Christian Schmidt zum 0:1. Danach war die ASG kurze Zeit das aktivere Team, wie zum Auftakt in Wittenberg fehlte jedoch die Durchschlagskraft. Ganz anders die Gäste. Doch vier Minuten später war es erneut geschehen, wieder war Schmidt zur Stelle und erzielte das 0:2. Hoffnung keimte auf, als Christian Kunze nach 31 Minuten das 1:2 gelang. Doch es war nur ein kurzes Aufflackern. Denn Nedlitz traf noch vor der Pause (Sanftenberg / 37.) und dann auch kurz nach Wiederanpfiff (Tinaglia / 49.). Das Match war damit entschieden. Eduard Hahn (53. / 68.) krönte den Auftritt des couragierten Aufsteigers mit zwei weiteren Treffern. Die Vorwärts-Kicker ergaben sich anschließend mehr oder weniger seinem Schicksal und gehen nun als Schlusslicht durchaus schweren Zeiten entgegen.
ASG Vorwärts Dessau:
Gerhardt - Trebs, Strokosch, Hänsch, Rathmann (57. Rodriguez), Sander (83. Becker), Lobinsky, Böckelmann, Franzl, Crone (55. Steffens), Kunze
LL
Kohnerts Taktik geht voll auf
LANDESLIGA Rot-Weiß Kemberg sammelt mit 3:0-Sieg über Brachstedt weiter Punkte.
VON FRANK HEISE
KEMBERG/MZ - Die Taktik von Stefan Kohnert ging auf. Der Trainer der Fußball-Landesligamannschaft von Rot-Weiß Kemberg hatte für das Spiel am Sonnabend gegen Blau-Weiß Brachstedt darauf gesetzt, dass der Gastgeber aus einer abwartenden Position heraus auf Konter spekulieren sollte. Der 3:0-Erfolg der Rot-Weißen gab dieser Vorgabe am Ende Recht.
Kemberg begann dieses Mal mit zwei Viererketten, dazwischen wurde Michal Fiala als sogenannter "Sechser" aufgeboten, und ganz vorn hatte Lukas Hillebrand mal wieder die unangenehme Aufgabe, Löcher zu reißen und zu stopfen. Die ersten zehn Minuten gehörten jedoch eindeutig den Brachstedtern. Gleich mehrmals tauchten sie gefährlich vor dem Gehäuse der Kemberger auf (2., 5., 11.). Dann fiel wie aus dem Nichts aber der Führungstreffer für den Platzherren (13.). Eine abgefälschte Flanke fand den Hinterkopf von Moritz Hillebrand und der Ball senkte sich unerreichbar über den Brachstedter Torhüter ins Netz. Brachstedt zeigte sich zunächst davon beeindruckt, Kemberg kam zu mehr Präsenz. Dann jedoch glich sich die Partie immer mehr aus. Teilweise hatte Rot-Weiß Glück, dass Torschussversuche der Gäste knapp neben das Gehäuse oder an den Balken gingen. Doch auch Kemberg zeigte sich bei seinen Kontern zu ungenau im Abschluss.
Nach der Pause entwickelte sich die Begegnung dann aber zusehens zugunsten der Gastgeber. Die Jungs von Coach Kohnert agierten bestimmender, meisterten sogar den drohenden Ausgleich. Denn in der 58. Minute konnte ein Brachstedter nur noch durch ein Foul von André Apitzsch im Strafraum am Weiterkommen gehindert werden. Doch Keeper Christoph Heede lenkte den Elfer zur Ecke. Diese Situation war letztendlich auch der Knackpunkt dieses Spiels. Die Gäste mussten mehr und mehr ihre Abwehr entblößen, somit häuften sich die Chancen für Kemberg. Nachdem zunächst einige Torschussversuche scheiterten (56., 70.), passte in der 77. Minute alles. Matthias Liebmann wurde an der Mittellinie angespielt. Er behielt die Übersicht, gab weiter an Lucas Hillebrand, der sofort den startenden Pascal Bischoff anspielte. Er lupfte den Ball zum 2:0 in die Maschen. Drei Minuten später lief Michal Fiala allein auf Brachstedts Torhüter zu und konnte ihn mit einem Flachschuss bezwingen. Dies war die Entscheidung. In den letzten zehn Minuten passierte nicht mehr viel Aufregendes.
Rot-Weiß Kemberg: Christoph Heede, Pascal Bischoff (79. Stefan Müller), André Apitzsch, Matthias Liebmann, Moritz Hillebrand, Hannes Peeck (55. Maximilian Zwetzschke), Michal Fiala, Benedikt Richter, Henry Reiß, Marc Seeger, Lukas Hillebrand (81. Andrzej Steiner)
Elster behält wenigstens einen Punkt
Eintracht zeigt erste Leistungssteigerung.
ELSTER/MZ/STO - Am Ende war es ein gerechtes Ergebnis. Mit dem 0:0 zwischen den Fußball-Landesligaformationen Eintracht Elster und FSV Bennstedt hatten beide Teams zumindest einen Punkt erkämpft.
Wobei es beim Gastgeber am Sonnabend nach dem Abpfiff auch darum ging festzustellen, dass man sich im Vergleich zur Vorwoche gesteigert hatte. Zwar blieb bei Elster vieles noch Stückwerk und es schlichen sich zu oft kleine Unzulänglichkeiten im Spiel ein. Dennoch war das Gezeigte ein deutlicher Schritt nach vorn. Die Partie begann mit einer Phase, in der beide Mannschaften bemüht waren, Sicherheit in ihr Spiel zu bekommen. Das Geschehen spielte sich hauptsächlich im Mittelfeld ab und außer dem einen oder anderen Weitschuss passierte nicht viel. Die erste echte Chance hatten die Gäste aus Bennstedt. Man scheiterte in der 23. Minute jedoch am starken Elsteraner Keeper. In der 34. Minute dann die erste Möglichkeit für den Platzherren. Nach einer Ecke von Daniel Winkler kam Stefan Scholz am langen Pfosten zum Kopfball. Der Versuch aber verfehlte das Tor. Fünf Minuten später vollzog FSV-Kicker Enrico Kricke den abschließenden Schuss. Aus gut 16 Metern traf der Bennstedter Stürmer aber nur die Latte. Bis zur Halbzeitpause passiert nichts Nennenswertes mehr.
In der Pause gab Elsters Trainer Detlef Stache seinen Jungs einige Tipps mit auf den Weg und versuchte ihnen klar zu machen, dass sie weiter an sich glauben sollen. Eine deutliche Leistungssteigerung zum ersten Saisonauftritt war ja bereits unübersehbar. In Halbzeit zwei fuhren beide Mannschaften Angriff um Angriff, doch der entscheidende Pass oder der Mut zum Abschluss blieb auf beiden Seiten aus. So gab es nur eine richtige Chance in Durchgang zwei. Der zuvor eingewechselte Stürmer Toni Dillan hatte das Siegtor auf dem Fuß. Nachdem der Bennstedter Timo Lesch einen eigentlich harmlosen Querpass genau auf Scholz weiterleitete, ergriff dieser sofort die Gelegenheit, das Leder umgehend an den nach vorn stürmenden Dillan weiterzugeben. Der machte eigentlich alles richtig, nur spitzelte er den Ball nicht nur am Torwart, sondern auch noch am Gehäuse vorbei.
Detlef Stache zeigte sich trotzdem nach der Begegnung nicht unzufrieden. "Wichtig war für die Mannschaft heute Nachmittag, dass sie die Unsicherheit aus der Partie gegen Merseburg ablegte und eine Steigerung zeigte. Das habe ich erkannt. Ich kann daher mit dem 0:0 ganz gut leben."
Eintracht Elster: Müller, Niesar, Durila, Schüler, Smetak, Puhlmann (46. Stephan), Winkler (80. Weigerding), Rosenberger, Scholz, Obrtlik, Schlüter (60. Dillan)

"Wir haben zwei Punkte verloren", räumte Cheftrainer Frank Jaenecke nach dem Abpfiff unumwunden ein. Nach einer vor allem offensiv starken ersten Hälfte bauten die Hausherren im zweiten Durchgang spürbar ab. "Wir haben es nicht geschafft, unsere spielerische Linie in der zweiten Halbzeit beizubehalten. Dabei hatte ich genau das in der Pause noch eindringlich angemahnt."
Thalheim schwindelig gespielt
Dabei hatten die 05er stark angefangen und in der ersten Halbzeit die Thalheimer Abwehr ein ums andere Mal fast schwindlig gespielt. Zwar erwies sich die sonst sattelfeste Abwehr der Hausherren bei einem der wenigen Gegenangriffe ungeordnet, doch hier verhinderte 05-Keeper Georg Melzer mit einem großartigen Reflex ein Thalheimer Tor (33. Minute).
Zu diesem Zeitpunkt führten die Dessauer längst, nachdem Sascha Zacke den bereits siebenten Eckball seines Teams in der 23. Minute ins Tor befördert hatte. Fünf Minuten später traf er zum zweiten Mal, doch das ohnehin mit teils seltsamen Entscheidungen aufwartende Referee-Trio erkannte auf Abseits - für die meisten der 279 Zuschauer ein klares Fehlurteil.
Doch auch ohne diesen Treffer hätte 05 im weiteren Verlauf der Partie noch zwei- oder dreimal nachlegen müssen. "Die Probleme mit der schwachen Chancenverwertung ziehen sich durch wie ein roter Faden", so Jaenecke. Dafür baute sein Team leistungsmäßig enorm ab, vor allem nach dem Ausgleichstreffer vom Thalheimer Neuzugang Atanas Vargov (59.).
Brechstange in der Endphase
Im Angriff wurde es in der Schlussphase mehr mit der Brechstange als mit spielerischen Mitteln versucht, es häuften sich die technischen Fehler. "Mit Gewalt gewinnt man kein Fußballspiel", merkte Jaenecke an. Trotzdem bot sich Markus Jahnke in der 67. Minute noch eine Großchance, doch wieder scheiterte der an diesem Tag glücklose Stürmer.

Folglich stand am Freitag Abend kein 3:0- oder 4:0-Heimsieg zu Buche, sondern nur ein 1:1 im ersten Heimspiel gegen Rot-Weiß Thalheim. Immerhin, der erste Punkt ist geholt, aber für die gestiegenen Ansprüche des Vereins aus dem Dessauer Norden zwei zu wenig. Eine der Hauptursachen dafür, so sieht es der Cheftrainer, ist die ungenügende Chancenverwertung. "Das zieht sich seit der Vorbereitung durch wie ein roter Faden. Wir müssen es endlich mal schaffen, aus zwei Chancen 2,5 Tore zu machen", fordert Jaenecke mit Nachdruck. Dabei hat der 05-Trainer mit Sascha Zacke und Markus Jahnke eines der namhaftesten Sturmduos der Landesliga im Aufgebot, und mit Otto Möbius einen weiteren erfahrenen Mann dazu. Von Eric Horn oder Steven Meiling einmal abgesehen. Angreifer sind in der Quantität zur Genüge vorhanden. Was Jaenecke aber noch fehlt, ist ein "körperlich großer Stürmer", wie er sagt. Solch einen Angreifer gibt es bei Dessau 05, doch der spielt trotz seiner 33 Jahre schon bei den Alten Herren des Vereins: Stefan Bebber. Der Oberliga- und Verbandsliga-erfahrene, über 1,80 Meter messende Stürmer trug vor Jahren schon einmal das 05-Trikot, ehe es ihn nach Wolfen und später nach Sandersdorf zog. "Er wäre einer, beim dem lange Flanken auch ein Ziel finden könnten", meint Jaenecke. Ob 05 da noch einmal aktiv werden kann und wird, bleibt abzuwarten.
Die Frage nach der Notwendigkeit stellt sich natürlich auch. Das Thema käme vermutlich gar nicht auf, hätte Jahnke - in der vergangenen Saison lange verletzt - nicht am Freitag Abend unglaubliches Pech bei seinen Chancen in der 51. und 67. Minute gehabt. "Wenigstens eine davon muss rein", knirschte Jaenecke mit den Zähnen. Was Dessau 05 und seinen Angreifern also auch fehlt, ist eine Glückssträhne. Die kann man aber nicht herbei trainieren. Wohl aber die Fitness für 90 Minuten. Bei einigen der ganz in Weiß spielenden Dessauern reichte diese am Freitag offensichtlich nicht aus, was vor allem am immer langsamer werdenden Heraustreten aus der eigenen Deckung deutlich wurde. "Das ist eine Frage der Trainingsbeteiligung", spricht Jaenecke unumwunden den nächsten Kritikpunkt an.

Dabei standen die Chancen vor dem Spiel 50:50. Immerhin verfügte der Aufsteiger nach zwei Spielen auch erst über einen Punkt. Leistungsträger Robert Stark versprach den 632 Zuschauern: "Jetzt geht es bergauf. Mit einer Leistung wie zuletzt beim Sachsenmeister Markranstädt und mit der Unterstützung unserer Fans kann ein Erfolg gegen Piesteritz herausspringen, ohne den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen."
In den ersten zehn Minuten erspielt sich keine Mannschaft Vorteile. Danach nimmt jedoch der Platzherr das Heft des Handelns in seine Hände. Die erste Großchance hat Christoph Rischker. Jan Lindemann im Tor des FC kann jedoch per Fußabwehr parieren. Das Duell gibt es dann gleich noch mal. Doch Rischkers Flachschuss bereitet Lindemann keine Probleme. Nun erarbeitet sich Wacker Chancen im Minutentakt. So köpft Jindrich Pelan neben das Tor. Der eigentliche Abwehrecke steht dabei völlig frei im gegnerischen Strafraum (16.). Ein Distanzschuss von Trainersohn Marcel Goslar geht anschließend auch neben das Netz (17.). Dann aber bestraft Nordhausen einen Fehler im Spielaufbau der Gäste. Toni Jurascheck stürmt auf das Piesteritzer Tor zu und legt den Ball auf Caglayan Tunc ab. Der Neuzugang schlägt noch drei Haken und lässt Lindemann nicht den Hauch einer Abwehrchance (19.).
Nach dem Rückstand kommt Grün-Weiß besser ins Spiel. Die erste Großchance hat Vladimir Penev. Von Jeffrey Neumann ausgezeichnet freigespielt, ist sein Schuss aber einfach zu schwach (27.). Auch die nächste Chance besitzt Penev. Doch der Stürmer versucht abzuspielen, was misslingt. Dann stürmt Neumann allein auf das Tor, doch der gegnerische Keeper pariert im großen Stil. "Kopf hoch Jeffrey, das nächste Ding ist drin", motiviert FC-Coach Uwe Ferl seinen Neuzugang. Doch schon im Gegenzug zeigen die Gastgeber, wie gefährlich sie sind. Goslar scheitert zunächst noch einmal an Lindemann. Die Vorentscheidung fällt dann aber in der 37. Minute. Nach einem langen Ball steht erneut Pelan frei. Und diesmal schlägt er eiskalt zu.
Nach der Pause haben sich die Gäste viel vorgenommen. Aber gleich in der Auftaktphase kommt die kalte Dusche. Nach einem Fehler im Aufbau von Nils Naujoks, markiert Jan Löhmannsröben das 3:0 (49.). Piesteritz gibt nicht auf und wird wenigstens mit dem Ehrentreffer durch Vladimir Penev belohnt (57.). Gleich danach scheitert Naujoks mit einem Freistoß. Die endgültige Entscheidung bereitet Robert Stark vor. Er legt auf Tunc ab. Dessen Schuss kann Lindemann noch parieren. Den Abstauber verwandelt dann aber Jurascheck zum 4:1 (75.). Für den Endstand sorgt eine Minute später das kurioseste Tor des Tages. Jan Lindemann versucht einen langen Ball zu schlagen. Das Leder trifft jedoch den Rücken von Alexander Töpfer, prallt wie ein Bumerang zurück und trudelt über die Linie ins Netz.
FC Grün-Weiß Piesteritz:
Jan Lindemann, Florian Freihube, Pawel Wojchiechowski, Nils Naujoks (67. Benjamin Witt), Jeffrey Neumann, Vladimir Penev, Ladislav Stefke, Tim Körnig, Robert Römer, Oliver Hinkelmann (76. Heiko Wiesegart)
KOL
Abstdorfer bleiben auf der Erfolgsspur
KREISOBERLIGA Zeppeline gewinnen überlegen 4:1 gegen Turbine Zschornewitz.
VON ANDREAS RICHTER
WITTENBERG/MZ - Am zweiten Spieltag der Fußball-Kreisoberliga des Kreisfachverbandes Wittenberg hat Graf Zeppelin Abtsdorf seine Spitzenposition behauptet. Beim Fachverband Anhalt hingegen büßte der TSV Mosigkau die Tabellenführung am vierten Spieltag ein.
Kreisfachverband Wittenberg
Erst gestern Nachmittag stand fest, ob sich Kreismeisterfavorit Abtsdorf an der Spitze halten würde. Im Sonntagsspiel ging es gegen Landesklassenabsteiger Turbine Zschornewitz heiß her. Am Ende behielten die Gastgeber jedoch die eindeutig mit 4:1 die Oberhand. Turbine ging zwar in der 16. Minute durch Philipp Werner in Führung. Aber Abtsdorf konterte sofort durch Andreas Tietel (17.). Tietel erzielte dann in Durchgang zwei noch ein Tor (79.). Sven Wergner (26.) und David Kruzius (51.) komplettierten die Trefferliste bei den Zeppelinen. Sie bleiben damit auf Platz eins der Tabelle. Man ist zwar punktgleich mit dem Mühlanger SV (6), hat aber das bessere Torverhältnis (13:3 zu 5:1).
Kreisfachverband Anhalt
Der TSV Mosigkau ist nicht mehr Tabellenführer. Am vierten Spieltag unterlag der TSV am Sonnabendnachmittag ausgerechnet seinem ärgsten Kontrahenten Lok Dessau im direkten Vergleich 2:1. Damit haben sich die Muldestädter (vorübergehend?) die Pole Position in der Tabelle erobert. Und da gestern Nachmittag auch der SV Mildensee als Sieger vom Platz ging, rutschte Mosigkau im Klassement sogar auf Rang drei ab.
Held des Tages bei Blau-Rot Coswig war Sebastian Weigl. Er hatte mit seinen Treffern im Spiel gegen die SG Jeber-Bergfrieden den größten Anteil am 4:2-Sieg. Er sorgte zunächst für die Führung (35.). Da aber die SG bis zur Pause mit 2:1 führte (Patrick Brunda, 37.; Sebastian Faulhaber, 44.), war es nach dem Ausgleich von Marco Tille (71.) Weigl zu verdanken, dass sich Blau-Rot doch noch drei Punkte erkämpfte (83., 89.).
In einem unaufgeregten Spiel trennten sich die SG Waldersee/Vockerode und Chemie Rodleben 1:1. Beide Tore fielen früh. Zuerst schoss Christoph Lange die Gäste aus Rodleben in Führung (8.). Nur drei Minuten später stellte Florian Löbel den Endstand her. Gestern Nachmittag standen sich zudem die SG Oranienbaum-Wörlitz und der SV Mildensee gegenüber. Und es war keine große Überraschung, dass der Gastgeber als 0:1-Verlierer vom Platz ging. Florian Fähse schoss die Mildenseeer in der 31. Minute zum Erfolg.
Quelle:MZ
