Wer wird nach Winfried Melzer Präsident des Kreissportbundes

PR Team, 10.10.2012

Wer wird nach Winfried Melzer Präsident des Kreissportbundes

Joachim Richter ist 58 Jahre alt. Der gebürtige Wittenberger ging nach der Schule in eine Kaufmannslehre. Den beruflichen Werdegang absolvierte er dann bei der Post, bei der er sich in einem dreijährigen Fernstudium noch zum Postmeister qualifizierte. 1990 machte er sich mit einem Geschäft in Pratau selbstständig. Seit 1994 ist Joachim Richter Mitglied des Stadtrates, seit drei Jahren des Kreistages. Er ist Vorsitzender des Bauausschusses und Verantwortlicher Städtepartnerschafts-Beirat. Fußball ist seine Lieblingssportart.

Uwe Loos ist auch in der Lutherstadt geboren und 49 Jahre alt. Er ließ sich nach der Schule zum Heizungsinstallateur ausbilden. Es folgte die Armeezeit, bei der er das Abitur ablegte. Bis 1990 war Loos als Mechaniker im Piesteritzer Stickstoffwerk beschäftigt. Dann stieg der heutige Kandidat in die Politik ein. Zunächst war er neben seiner Tätigkeit als Stadtratsmitglied als Wahlkreismitarbeiter tätig. Seit 2011 gehört Uwe Loos der Landtagesfraktion der Linken an und ist deren sportpolitischer Sprecher. Seine Lieblingssportart ist Fußball. FOTOS: KUHN

 

Richter oder Loos

WAHL Wer wird nach Winfried Melzer Präsident des Kreissportbundes Wittenberg?

WITTENBERG/MZ - Heute Abend wird sich entscheiden, wer Winfried Melzer im Amt des Präsidenten des Kreissportbundes Wittenberg (KSB) nachfolgt. Um 18 Uhr beginnt der außerordentliche Kreissporttag, bei dem diese Entscheidung fällt. Uwe Loos und Joachim Richter möchten Melzer, der 22 Jahre die Geschicke des KSB lenkte, beerben. MZ-Mitarbeiter Andreas Richter unterhielt sich mit beiden, um nach Beweggründen und Vorstellungen zu fragen.

Wie kam es zu der Kandidatur?

Loos: Ich bin zum einem als sportpolitischer Sprecher meiner Landtagsfraktion eng mit dem Thema vertraut. Zudem habe ich vielfältige Beziehungen zum sportlichen Geschehen im Landkreis, kenne auch den KSB sehr gut. Als Winfried Melzer bekanntgab, dass er sich zurückzieht, gab es ziemlich schnell Gespräche, ob ich nicht kandidieren würde.

Richter: Ich wurde direkt von etlichen Mitgliedern des KSB angesprochen. Und da ich viel für den Sport übrig habe, habe auch ich gleichfalls rasch zugesagt.

Sie sind beide in Ihren Funktionen und Ihrer Arbeit stark eingebunden. Bleibt da noch genügend Zeit für das mögliche neue und wichtige Amt?

Loos: Natürlich spielt der Zeitfaktor eine Rolle. Ich habe dazu konkrete Absprachen mit meiner Landtagsfraktion getroffen. Würde ich heute gewählt, werde ich bei Bedarf freigestellt.

Richter: Ich bin bereit, für die Arbeit als KSB-Präsident andere Dinge nach hinten zu stellen. Ich kann mir beispielsweise vorstellen, dass ich dann den Vorsitz im Bauausschuss der Stadt Wittenberg abgebe.

Sie sind beide politisch engagiert. Ist aber ein Politiker, im Fall von Herrn Loos noch mehr als bei Herrn Richter, der Richtige auf dem KSB-Präsidentenstuhl?

Loos : Es geht heute nicht darum, dass ich Mitglied des Landtages bin. Ich glaube, dass es nach einer möglichen Wahl sehr sinnvoll ist, eine Trennung zu vollziehen. Als KSB-Präsident bin ich nicht der Uwe Loos aus dem Landtag und auch nicht der Uwe Loos von den Linken. Andererseits finde ich, dass meine Erfahrung als sportpolitischer Sprecher positive Auswirkungen auf die Arbeit beim KSB hätte. Ich kenne viele Zusammenhänge auf Landesebene, kann sicher bei bestimmten Fragen besser reagieren.

Richter: Ich denke nicht, dass heute politische Dinge im Vordergrund stehen. Wir sollten hier nicht eine Wahl zwischen einem Mitglied der Linken und einem CDU-Mann propagieren. Es geht rein um die Belange des Sports im Landkreis Wittenberg. Und ich stimme Uwe Loos zu, dass Erfahrungen auf politischer Ebene keine schlechte Grundlage sind. Ich denke da bei mir an die Tätigkeit als Bauausschussvorsitzender. Da weiß ich, wo es beim Thema Sportstätten klemmt.

Wo würden Sie die drei Schwerpunkte setzen, die es als neuer KSB-Präsident zuerst anzugehen gilt?

Loos: Erstens, dass sich der KSB noch weiter als Dienstleister etabliert. Zweitens liegt mir die Integration von Behindertensportlern am Herzen. Und drittens braucht der Sport starke Partner bei der Entwicklung der Infrastruktur.

Richter: Erstens muss die Zusammenarbeit mit dem Landessportbund noch enger geknüpft werden. Zweitens sollte die Arbeit des Vorstandes einheitlicher gestaltet werden. Eine klare Aufgabenteilung und gemeinschaftliche Entscheidungen stelle ich mir vor. Und drittens müssen alle im KSB organisierten Vereine zu ihrem Recht kommen und gleich behandelt werden.

Was würden Sie anders machen?

Loos: Winfried Melzer sowie der Vorstand und die Mitarbeiter des KSB haben bisher sehr gut gearbeitet. Da muss ich nicht alles umschmeißen. Bauchschmerzen habe ich aber mit dem Trend, dass sich einzelne Abteilungen aus Vereinen herauslösen und Neugründungen vollziehen. Bei solchen Sachen würde ich mich mehr einmischen.

Richter: Man kann und soll nicht alles verändern. Und bevor ich solche Gedanken hegen darf, muss ich mich erst einmal einarbeiten.

Wo liegen die größten Probleme in der Zukunft?

Loos: Eindeutig bei der Entwicklung finanzieller Belange sowie dem bauliche Zustand unserer Sportstätten. Und wir müssen aufpassen, dass uns die Autonomie des Sports nicht abhandenkommt. Ich sage nur Sportförderung im Land Sachsen-Anhalt.

Richter: Ich sehe bei der Sportförderung die größten Sorgen.

Sind Sie selbst sportlich aktiv?

Loos: Ich bin Mitglied des Wittenberger Benefizteams.

Richter: Ich fahre, wenn es möglich ist, sehr gern Rad.

 

PROZEDERE

Neuer Vorstand

Nicht nur ein Präsident ist heute zu wählen. Zugleich gilt es, einen neuen Vorstand zu finden. Dafür ihre Bewerbungen abgegeben haben: Martin Gruner (SV Grün-Weiß Wittenberg), Katharina Louzek (UHC Elster), Volkmar Reuter (MTV Wittenberg), Uwe Fabian (SV Grün-Weiß Wittenberg), Christian Reisbach (SG Trebitz), Otto Klempert (Oranienbaumer SV), Uwe Hönemann (MTV Wittenberg), Thomas Pielorz (Blau-Weiß Nudersdorf), Renate Löffel (TSG Wittenberg), Detlev Kerkow (SV Serno) sowie Doreen Meyer (SV Grün-Weiß Pretzsch).

Der Kreissporttag wird um 18 Uhr im Wittenberger Lutherhotel eröffnet. Neben den Wahlen ist heute auch eine neue Satzung zu beschließen. AR


Quelle:MZ