Neues aus der Bitterfelder Fussballregion

PR Team, 17.10.2012

Neues aus der Bitterfelder Fussballregion

Verzögerter Abgang
VON CHRISTIAN KATTNER, 15.10.12, 18:37h, aktualisiert 15.10.12, 22:07h

Auf dem Feld läuft bei den Spielern des 1. FC Bitterfeld-Wolfen derzeit alles perfekt. (FOTO: THOMAS RUTTKE)
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BITTERFELD/MZ. Aus sportlicher Sicht könnte es beim 1. FC Bitterfeld-Wolfen nicht besser laufen. In drei Spalten der Tabelle steht die Zahl 21 und somit für die Punkte, die erzielten Tore und die Tordifferenz. Daraus ergibt sich nach sieben Spielen in der Landesliga Süd eine perfekte Bilanz von keinem Punktverlust und keinem Gegentor. Läuft es also sportlich großartig, so sorgte der Verein abermals in den vergangenen Monaten für andere Schlagzeilen. Präsident Werner Rienäcker und der wirtschaftliche Leiter Bernd Berger legten ihre Ämter nieder. Der Verein steht damit führungslos da.

Bei der Frage nach den Gründen des Rücktritts halten sich beide sehr kurz. Während sich Werner Rienäcker Montagnachmittag auf Nachfrage der Mitteldeutschen Zeitung nicht dazu äußern wollte, war zumindest Bernd Berger ein kurzer Kommentar zu entlocken: "Es sind private Gründe. Das würde ich dann auch gerne so stehen lassen."

Es ist das vorläufige Ende einer Geschichte, die in diesem Jahr mit der Umbenennung des Vereins aus VfL Eintracht Bitterfeld in 1. FC Bitterfeld-Wolfen begann. Im März diesen Jahres angekündigt, drohte diese Umbenennung doch noch zu scheitern. Innerhalb des Vorstands hatten sich zwei Lager gebildet. Auf der einen Seite Andreas Mieth als Manager und kooptiertes Vorstandsmitglied, auf der anderen Seite Werner Rienäcker als Präsident, dessen Stellvertreter Lars-Jörn Zimmer und Bernd Berger als wirtschaftlicher Leiter. Nach einer Mitgliederversammlung entschied sich das Trio dazu, Andreas Mieth von seinen Aufgaben zu entbinden.

Der Vorstand sah auf Grund unüberbrückbarer Differenzen mit Andreas Mieth keine Basis der Zusammenarbeit mehr und fühlte sich in seiner Verantwortung gegenüber dem Verein verpflichtet. Grundlage des Handelns seien insbesondere eine solide wirtschaftliche Basis und eine gezielte Jugendarbeit. Diese Ziele sah der Vorstand am Abend des 4. Juli mit Mieth nicht mehr realisierbar. Heftige Proteste seitens der Mitglieder ob dieser Entscheidung waren die Folge, der Vorstand um Lars-Jörn Zimmer ruderte zurück, Mieth war sechs Tage später wieder Manager und der Stellvertreter nicht mehr im Boot. Das Tischtuch zwischen Mieth und den verbliebenen Vorstandsmitgliedern Rienäcker und Berger dürfte zerschnitten gewesen sein, der Abschied des Präsidenten und wirtschaftlichen Leiters war nur eine Frage der Zeit. Bis dahin ging es um Schadensbegrenzung, sportliche Schlagzeilen sollten geschrieben werden, um wieder Ruhe in den Verein zu bekommen. Das ist mit dem bisherigen Verlauf in der Landesliga zweifelsohne gelungen. Umso erstaunlicher dürfte man nun die Meldung der Rücktritte verstehen. Ob sie nun die letzten Nachwehen der Geschehnisse des diesjährigen Sommers sind, wird das Geheimnis der beiden zurückgetretenen Vorstandsmitglieder bleiben.

Andreas Mieth will die Geschehnisse nicht überbewerten. "Die Neuwahl stand schon seit einem halben Jahr fest, wir werden jetzt bis zum 6. Dezember einen neuen Vorstand suchen, der sich dann zur Wahl stellt." Erst dann wird sich der Wunsch nach mehr Ruhe im Verein umsetzen lassen.

 

Neue Qualität in Sandersdorf

VON CHRISTIAN KATTNER, 16.10.12, 19:21h, aktualisiert 16.10.12, 21:54h
Sandersdorfer Zuschauer
Die Sandersdorfer Zuschauer werden in dieser Saison von ihrer Mannschaft verwöhnt - durchschnittlich fünf Tore bekommen sie zu sehen. (FOTO: ANDRé KEHRER)
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SANDERSDORF/MZ. Der Jubel war im Moment des höchsten Verbandsliga-Sieges der Vereinsgeschichte sehr groß. Wie die Mannschaft von Union Sandersdorf den 8:0-Erfolg gegen den TSV Völpke einordnete, zeigte sie am Montagabend. Beim ersten Training dieser Woche war das Erfolgsgeheimnis wieder deutlich zu sehen. "Wir haben ein kleines Kollektiv, da geht es im Training bis zum Ende verbissen zur Sache", erzählt Rainer Lisiewicz.

Die Frage nach der Bewertung des 8:0 gegen Völpke hat der Sandersdorfer Trainer damit schnell beantwortet und sie ließ sich auch an Marius Kansy ablesen. "Ich weiß nicht was passiert wäre, aber ich glaube, ich wäre ausgeflippt", hatte der Union-Torwart nach dem Spiel gesagt. Und meinte damit die Szene kurz vor dem Abpfiff, als eine Unachtsamkeit in der Sandersdorfer Hintermannschaft fast noch zum Anschlusstreffer geführt hätte. Der Biss, der unbedingte Wille, die Spiele gewinnen zu wollen, ist bei jedem Spieler sichtbar. Auch bei denen, die über neunzig Minuten auf der Bank sitzen müssen. Das äußert sich nicht in übertriebenen Jubelstürmen, sondern viel mehr in Enttäuschung. Keiner sitzt gerne auf der Bank, schon gar nicht, wenn er diese Situation nicht kennt.

Aktuell muss etwa Tommy Parthier in diesen sauren Apfel beißen. Landesklasse statt Verbandsliga war am vergangenen Spieltag sein Betätigungsfeld. Nach 75. Minuten wurde der Stürmer beim 6:0-Erfolg der Reserve ausgewechselt. Ein Treffer sollte ihm aber auch dort nicht gelingen. "Für Tommy ist das eine neue Situation", sagt Lisiewicz, "er muss erst einmal lernen damit umzugehen." Plötzlich ist Parthier nicht mehr gesetzt. Lief er in den vergangenen beiden Jahren, auch mangels Alternativen, selbst angeschlagen auf, so muss er sich nun ständig neu beweisen. Argumente für eine Aufstellung liefern derzeit die drei anderen Offensivspieler. Erol Gugna und Martin Gröbel trafen bislang zwei Mal, Dan Lochmann führt mit zehn Toren die Torjägerliste der Verbandsliga an. Natürlich musste Parthier in dieser Saison auch aufgrund einer Krankheit kurzzeitig aussetzen, doch steht er, nachdem diese auskuriert ist, nicht automatisch in der Startelf. Stattdessen muss auch er sich Woche für Woche im Training anbieten und auch in der zweiten Mannschaft auflaufen. "Es wird nach Leistung aufgestellt", sagt Rainer Lisiewicz, "dieser Konkurrenzkampf ist eine neue Qualität."

Dieser Konkurrenzkampf ist Montagabend beim Training nun also in eine neue Runde gegangen. Schließlich steht am Samstag in Ammendorf das Spitzenspiel beim Tabellenzweiten an. "Es gibt in jedem Jahr eine Überraschungsmannschaft", sagt Lisiewicz in Richtung der Saalestädter. Einer der Gründe für deren Erfolg hat seine Wurzeln nur wenige Kilometer von Sandersdorf entfernt: Christoph Römling. Acht Treffer hat der bereits in dieser Saison erzielt. "Wir leben von unserer sehr starken Abwehr. Einer rennt und kämpft für den anderen. Und wir sehen zu, dass wir möglichst schnell ein Tor vorlegen", nennt Römling drei wichtige Gründe für die Ammendorfer Siegesserie.

"Er spielt auffallend gut", sagt Rainer Lisiewicz, "aber ich habe schon mit Dan Lochmann gesprochen, der ihn aus seiner gemeinsamen Zeit aus Wolfen und Thalheim kennt." Auch auf diesen Gegner stellt man sich in Sandersdorf also jetzt schon bestens ein. Das 8:0 war also eine schöne Momentaufnahme. Auf dem Weg in Richtung Oberliga am Ende aber auch nur drei Punkte wert.


Quelle:MZ