Fussball-Kreisverband - Kampf um den Chefposten
PR Team, 24.10.2012
Fussball-Kreisverband
Kampf um den Chefposten

Diese Geschichte - das ist der Machtkampf im Fußball-Landesverband Sachsen-Anhalt (FSA). Der hält am kommenden Sonnabend seinen Verbandstag in Magdeburg ab und wartet dabei mit einer spannenden Konstellation inklusive Konfliktpotenzial auf: Der amtierende Präsident Werner Georg, der sich zur Wiederwahl stellt, hat in seinem aktuellen 1. Vizepräsidenten Erwin Bugar einen Gegenkandidaten.
Einige Kreis- und Stadtverbände, die am Sonnabend immerhin über die Hälfte aller Stimmen verfügen, haben sich bereits öffentlich erklärt, ob sie Georg oder Bugar unterstützen wollen. Dessau gehört dazu zu. "Wir sind für einen Wechsel", sagt Mario Pinkert, der Chef der Kreisfußballverbandes Anhalt. Dazu gebe es aus dem September einen Vorstandsbeschluss. "Wir kommen mit dem Führungsstil von Werner Georg nicht klar." Bihlmeyer ärgern diese Sätze. "Wir hatten vereinbart, uns im Vorfeld dazu nicht gegenüber den Medien zu äußern", sagt Bihlmeyer, "denn dafür ist eigentlich der Verbandstag da."
Bihlmeyer selbst aber wird dann gleich doppelt im Fokus stehen. Nicht nur, dass er entscheiden muss, wen der Kreis Anhalt-Bitterfeld bei der Wahl zum neuen Präsidenten unterstützt, auch seine eigene Zukunft im Landesverband steht zur Debatte. Bihlmeyer ist seit einigen Jahren 2. Vizepräsident im FSA und in dieser Funktion für das Spiel- und Schiedsrichterwesen zuständig. Einen Posten, den zukünftig auch Mario Pinkert bekleiden möchte. "Ich bin seit 1995 als Spielausschussvorsitzender in Dessau tätig", begründet Pinkert seine Kampfkandidatur gegen Bihlmeyer, "ich würde mich nun gern in den Landesverband einbringen. Die Chance dafür ist jetzt da."
Bihlmeyer akzeptiert die Herausforderung ("Das ist Demokratie"), ist aber etwas enttäuscht über die Vorgehensweise des Kollegen. "Man kennt sich lange, arbeitet über Jahre miteinander. Ich denke, da wäre es in Ordnung gewesen, das Gespräch zu suchen und persönlich mitzuteilen, dass man für das gleiche Amt kandidieren will." So aber erfuhr Bihlmeyer über Dritte von den Absichten Pinkerts und ging selbst auf den Dessauer zu. Auch, um im Vorfeld zu verhindern, dass die gemeinsame Kandidatur Auswirkungen auf das Miteinander der Nachbarverbände hat, die vor allem im Jugendbereich seit Jahren kooperieren.
"Es ist eine demokratische Wahl", erklärt Pinkert, ohne sagen zu wollen, was er in der neuen Funktion anders machen würde. "Das erfahren am Sonnabend zuerst die Delegierten des Verbandstages", will Pinkert keine Schlammschlacht. "Letztendlich müssen die Mitglieder am Sonnabend entscheiden, wer das Amt bekommt", sagt Jörg Bihlmeyer, der eine positive Bilanz seines Wirkens im Landesverband zieht. "Ich denke, was das Spiel- und Schiedsrichterwesen angeht, aus meiner Sicht eines der Herzstücke eines Verbandes, sind wir gut aufgestellt. Diese Arbeit würde ich gern fortsetzen." Doch auch Bihlmeyer weiß: "Natürlich glätten sich irgendwann die Wogen. Aber egal, wie es am Sonnabend ausgeht, es werden Narben bleiben."
Quelle:MZ
