KOL Anhalt: "Wir sind Aufstiegskandidat"
PR Team, 25.10.2012
"Ich bin mit meinen Aussagen eigentlich relativ vorsichtig und respektiere dazu jeden Gegner", sagt ESV-Coach Steffen Scherz. "Aber die Vorstellung meiner Mannschaft in Mildensee hat auch bei mir die letzten Zweifel beseitigt: Wir sind ein heißer Aufstiegskandidat." Karsten Kuschel, Trainer beim unterlegenen SV Mildensee, wollte da nicht widersprechen. "So spielen Aufsteiger", anerkannte Kuschel.
Scherz aber weiß, dass die Saison noch lang ist. "Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben", sagt der Mann vom Dietrichshain. "Wir haben erst zehn Spieltage hinter uns - und ich habe neben Rodleben auch noch Mosigkau und die SG aus Oranienbaum / Wörlitz auf dem Zettel", tritt Scherz auf die Euphoriebremse.
Doch klar ist: Nach den vielen Tiefschlägen in den vergangenen Jahren befindet sich der ESV Lok Dessau wieder in der Erfolgsspur. In den 1990er Jahren war das Team aus dem Dessauer Süden nach dem FC Anhalt und noch vor Dessau 05 die zweite Fußballgröße in der Bauhausstadt. Doch die Eisenbahner konnten dieses Niveau nicht halten und wurden im Laufe der Jahre systematisch von der Verbandsliga bis in die Kreisoberliga durchgereicht. "Das war dann der absolute Tiefpunkt, anschließend konnte es eigentlich nur noch aufwärts gehen", sagt Scherz. Allerdings waren dazu akribische Arbeit und sehr viel Geduld gefordert.
Der 48-jährige Trainer, der beim ESV Lok 2008 das Amt von Uwe Wilke übernommen hatte, den Abstieg aus der Landesklasse aber nicht verhindern konnte, hatte das Vertrauen der Vereinsführung und bekam vor allem die nötige Zeit, den Neuaufbau einzuleiten. Gemeinsam mit Fußballabteilungsleiter Mario Pompiati und einem kompetenten Betreuerteam formte Scherz eine Mannschaft, die wieder Freude am Fußballspielen hat und gewillt ist, künftig wieder eine Klasse höher zu spielen. Schon mit dem dritten Tabellenplatz der letzten Saison wurden die ersten Früchte einer soliden Vereinspolitik geerntet. "Wir haben auch da schon guten Fußball gezeigt, waren allerdings noch nicht reif genug und Nedlitz einfach zu dominant", resümierte der ESV-Coach.
Für diese Saison wurde das Team dann nochmals gezielt verstärkt. Marcel Lorch kam aus Reppichau zurück an den "Dietrichshain". 2008 hatte der heute 31-Jährige den Verein in Richtung Reppichau verlassen. Vom Landesklasse-Absteiger Möhlau wurde Nico Jähnicke verpflichtet. Beide schlugen sehr gut ein und ließen den Wechsel von Stefan Kirste zu TuS Kochstedt vergessen.
Dass die Lok-Kicker als Team sehr gut funktionieren, machte sich schon nach dem dritten Spieltag bemerkbar. In der Partie gegen Mosigkau musste Torjäger Daniel Baßin (schoss in nur drei Spielen vier Tore) mit einem Mittelfußbruch vom Platz und fällt noch bis zu Beginn der Rückrunde im nächsten Jahr aus. Kurz darauf riss sich Kai Siebert auch noch die Achillessehne.
"Diese Rückschläge hat das Team kompensiert. Wir sind ausgeglichen besetzt. Die Torschützen verteilen sich jetzt auf das komplette Team", meinte Scherz. Und dass mit dem 40-jährigen Jens Schmidt jetzt sogar ein Alt-Herrenspieler reaktiviert wurde, stört den Übungsleiter dabei überhaupt nicht "Als Stand-by-Spieler reicht es bei ihm allemal und für Kurzeinsätze ist er besonders wertvoll."
Quelle:MZ

