Die ersten Hallenturniere in der Region stehen an

PR Team, 20.12.2012

Die ersten Hallenturniere in der Region stehen an

Fußball Lisiewicz gleich doppelt gegen frühere Teams
 
VON HOLGER BÄR, 19.12.12, 19:19h, aktualisiert 19.12.12, 22:02h
SANDERSDORF/MZ. Besitzen die Kicker von Union Sandersdorf diesmal Frühform für das Spiel auf dem Hallenparkett? Im letzten Winterhalbjahr ging es erstaunlich gut los, schaffte man es beim 6. Merseburger Midewa- Cup immerhin als Gruppenzweiter hinter dem späteren Sieger BSV Ammendorf in das Halbfinale. Dort wurde man von der U23 des Halleschen FC beim Versuch des Spielmachens ausgekontert, verlor mit 1:3 und danach auch das Neunmeterschießen gegen den VfL Halle 96 um den dritten Treppchenplatz.

"Wir haben den HFC förmlich weichgekocht, so dass Ammendorf im Finale gegen ausgelaugte Rot-Weiße ein echt leichtes Spiel hatte", formulierte ein sichtlich enttäuschter Rico Gängel damals die Situation nach dem unglücklich verlorenen Halbfinale, bei dem Richard Wießner mit Pfosten- und Dominik Witt per Lattentreffer bereits früh hätten die Weichen stellen können.

Hallescher FC großer Favorit

Am morgigen Freitag trifft man beide Oberligisten nicht nur in der Gruppenphase an gleicher Stelle wieder. Im ersten eigenen Spiel - dem vierten insgesamt im Turnierverlauf - geht es mit der zweiten Vertretung des Halleschen FC gleich mal gegen den diesjährigen Oberligaaufsteiger und zugleich den absoluten Überflieger dieser gesamtmitteldeutschen Spielklasse.

Doch das Hallenparkett spricht bekanntlich eine völlig eigene Sprache, da sind Spielklassen oftmals plötzlich Schall und Rauch. "Wer angreift verliert", heißt die Devise oft, denn den konternden Mannschaften liegt das ganze Feld offen. Oft ein Problem der Sandersdorfer, die geneigt sind das Spiel zu machen. Die viel gepriesene Rehagelsche "Kontrollierte Offensive" hilft da auf engem Raum nur bedingt.

Stadtderby noch fraglich

Ein brillantes Starterfeld hat der gastgebende SV Merseburg 99 wieder herbeigezaubert. Viele Mannschaften kommen aus dem engeren Umfeld, so dass man von einem Derby ins andere stolpert und die Spannung der großen Tribüne über die gesamten vier Stunden erhalten bleibt. Der 1. FC Lok Leipzig - Sieger 2010 - wird mit Uniontrainer Rainer Lisiewicz nicht nur seinen alten Erfolgscoach wiedertreffen, sondern mit den Fans auch wieder für echte Stimmung in der Rischmühlenhalle sorgen.

Ob es das knisternde Stadtderby SV 99 gegen VfB IMO gibt, bleibt fraglich. Dazu müssten beide die Gruppenphase überstehen, um sich dann frühestens im Halbfinale zu kreuzen. Mit dem Auftaktspiel von Gastgeber SV Merseburg 99 gegen den 1. FC Lok Leipzig - Unions Lisiewicz trainierte beide Vereine über mehrere Spielzeiten - sollte der Stimmungspegel gleich ab 18 Uhr mächtig anschwellen. In der Gruppe A rückte der TV Askania kurzfristig nach, nachdem Oberligist Heidenauer SV seine Teilnahme vor Wochenfrist absagte.

Störzner übergibt Pokal

Wem der Midewa-Geschäftsführer als Hauptsponsor der Veranstaltung gegen Mitternacht gern am Ende den Pokal überreichen würde, steht bei Uwe Störzner sicher außer Frage. Nur ist der Präsident von Union Sandersdorf Sportsmann genug, um Leistung einordnen und honorieren zu können.

Abschließend wäre ein Platz auf dem Podest für Sandersdorf bei einem Regional-, zwei Ober- und zwei Verbandsligisten sowie starker lokaler Konkurrenz bereits mit Sicherheit ein Erfolg. "Aber natürlich bin ich gespannt, wie unsere Jungs in diesem ersten Auftritt abschneiden", sagt Störzner.

 

Fußball Ohne Grätsche

VON MARCUS BRÄUER, 19.12.12, 19:19h, aktualisiert 19.12.12, 22:00h

Ab Freitag wird in Köthens Fricke-Halle Hallenfußball gespielt. (FOTO: REBSCH)
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KÖTHEN/MZ. Am Mittwoch erreichte Norman Rother ein Anruf aus Friedersdorf. Es ging um das Hallenmasters, das zum fünften Mal ausgetragen wird. Der SV Friedersdorf zog am Mittwoch seine Mannschaft zurück. Doch es ist nicht der Seriensieger, der dem Hallenmasters in Köthens Heinz-Fricke-Sporthalle fern bleibt, sondern die zweite Vertretung. "Nach aktuellem Stand spielen in der Gruppe A am Freitag nur fünf Mannschaften", sagte Rother. Eine kleine Hoffnung ist aber da, dass sich kurzfristig noch eine Mannschaft findet, die einspringt.

In der Gruppe A spielt auch der FV Merzien. Zum ersten Mal ist der Kreisligist dabei. Darüber freut man sich in Merzien, wobei Trainer Ludger Rölecke dem "Budenzauber" auch etwas skeptisch entgegen sieht. "Aus fußballerischer Sicht hat das in der Region schon einen großen Stellenwert", so Rölecke, "aber wenn sie mich als Trainer fragen, was ich davon halte, sage ich: naja." Das Spiel in der Halle ist schneller und der Boden ist hart. "Es zeigt die Erfahrung, dass in der Halle mehr Verletzungen passieren", so Rölecke.

Der VfL Großzöberitz, Merziens Konkurrent in der Kreisliga, ist dieses Jahr auch zum ersten Mal beim Hallenmasters dabei. Die Mannschaft spielt am 27. Dezember in der Gruppe C. Die Sache mit den Verletzungen sieht der Abteilungsleiter des VfL, Jürgen Tatschner, relativ. "Ist es nun gefährlicher, Auto zu fahren, oder zu Fuß zu gehen?", sagt er. Natürlich könne man in der Halle schneller umknicken, aber auf dem Feld sind die Verletzungen nicht weniger schlimm.

Um Verletzungen in der Halle einzudämmen, soll auch eine neue Regel des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt sorgen. "Das Grätschen ist nun grundsätzlich verboten", erzählt Norman Rother vom veranstaltenden Kreisfachverband Fußball Anhalt-Bitterfeld. Die Schiedsrichter sind dazu angehalten, diesen gefährlichen Einsatz sofort zu unterbinden oder sogar Zeitstrafen auszusprechen. "Wir finden die Verankerung dieser neuen Regel sehr gut", sagt Rother. Die gute Stimmung soll im Vordergrund stehen, "nicht das Umgrätschen."

Das sei auch im Sinne der Zuschauer, die sich vor allem auf trickreiche Spielzüge und viele Tore freuen. Auch Ludger Rölecke sieht dem Turnier, trotz seiner Bedenken, mit freudigem Blick entgegen. "Es ist ja auch so, dass die Spieler Lust darauf haben", so Merziens Trainer. Viel rechnet Rölecke seiner Mannschaft aber nicht aus: "Das ist schon eine Hammer-Gruppe. Wir denken nicht an ein Weiterkommen."

Jürgen Tatschner ist da für seinen VfL Großzöberitz schon optimistischer. "Wir werden natürlich erst einmal reinschnuppern", sagt er: "Aber unsere vielen jungen Spieler haben Spaß am Hallenfußball und werden sich gut verkaufen." Gerade weil in der Halle gespielt wird, herrschen auch andere Gesetze. "Ich rechne uns schon etwas aus", so Tatschner.

Am Ende wird dann aber wohl wieder der SV Friedersdorf gewinnen. Selbst der Vorsitzende des Spielausschusses des Kreisfachverbandes, Frank Schröter, findet das "langweilig. Wenn Friedersdorf, wie auch in den letzten Jahren, mit einer guten Mannschaft anreist, sind sie der klare Favorit."

Aber Schröters Bauchgefühl sagt ihm in diesem Jahr etwas anderes: "Ich glaube nicht, dass der SV Friedersdorf gewinnen wird." Wer dann? Nun, alle Mannschaften fangen bei null an. Demnach beginnen alle mit den gleichen Chancen. "Reppichau hat gute Spieler beisammen", sagt Schröter. Man munkelt: Merzien und Großzöberitz auch.


Quelle:MZ