Nachwuchs: Fußball Siegerfreude nicht ganz ungetrübt
PR Team, 20.12.2012
Titelmenge keine Überraschung
Der Piesteritzer Nachwuchskoordinator Marco Töpfer hat bei aller Freude über die Pokalflut einige Bauchschmerzen. "Na klar haben die Jungs das toll hinbekommen, dafür muss man alle wirklich loben." Gleichwohl meint Töpfer, "dass diese Menge an Titeln für nur einen Verein keine große Überraschung ist". Was nicht unbedingt daran liege, dass die Piesteritzer aufgrund der Entwicklungsperspektiven viele junge Talente aus der Region an sich binden.
"Ich und andere haben festgestellt, dass das Niveau nachlässt." Er nennt ein Beispiel: "Da gab es junge Fußballer, die konnten nach zehn Minuten nicht mehr, die Luft war raus." Kleinere Vereine hätten es offensichtlich immer schwerer, talentierte Kicker zu finden.
Was der FC-Koordinator ausdrücklich bedauert. "Diese Entwicklung ist schade. Denn eigentlich finden so echte Wettkämpfe auf Kreisebene nicht mehr statt." Was auch Nachteile für den FC habe. "Unseren Teams fällt es zunehmend schwerer, das eigene Leistungsvermögen realistisch einzuschätzen, da die passenden Gegner fehlen." Töpfer ist daher gespannt, wie sich die Titelträger auf Landesebene schlagen. "Da warten dann die richtigen Brocken auf uns."
Keine Straßenkicker mehr
Bodo Schulz, Nachwuchsstützpunkt-Trainer beim FC, sieht dies ähnlich. "Wir müssen aufpassen, so etwas richtig einzuordnen. Glückwunsch von mir an die Gewinner, diese Siege müssen erst einmal erarbeitet werden. Aber trotzdem bleibt festzustellen, dass die Entwicklung zurückgeht."
Schulz beobachtet das seit geraumer Zeit. "Ein einfaches Beispiel. Früher kamen viele gute Kicker über den Straßenfußball zu den Vereinen. Nur, wer spielt heute noch Straßenfußball?" Der erfahrene Fußballer, der auch das Landesklassenteam von Blau-Rot Pratau trainiert, vermisst Durchhaltevermögen, Biss und die Fähigkeit, nach Niederlagen die Köpfe nicht hängen zu lassen. "Man soll mich bitte nicht falsch verstehen, wir haben gute Nachwuchsmannschaften im Landkreis. Aber insgesamt betrachtet sinkt das Niveau, leider." Nur ein Idealrezept, die Misere zu beenden, habe auch er nicht. "Da werden wir uns wohl noch oft die Köpfe zerbrechen."
Mit nur fünf Mannschaften war das Teilnehmerfeld übersichtlich besetzt. Grün-Weiß Piesteritz gewann alle seine Partien. Auf den weiteren Plätzen folgten die SG Trebitz / Kemberg / Bad Schmiedeberg, SG Elster / Abtsdorf, VfB Gräfenhainichen und FSV Apollensdorf.
Die sechs Finalteilnehmer ermittelten den Titelträger im Modus "jeder gegen jeden". Piesteritz hatte sich lediglich dem starken VfB Gräfenhainichen zu erwehren. Die SG Bad Schmiedeberg / Trebitz, SV Einheit Wittenberg, SV Allemannia Jessen und die SG Annaburg / Prettin teilten sich nach den beiden Teams die Ränge.
Mit neun Formationen stand bei der C-Jugend das stärkste Feld auf dem Hallenparkett. Daher wurde mit zwei Vorrunden begonnen, nach denen die SG Annaburg / Prettin, Einheit Wittenberg, Allemannia Jessen, VfB Gräfenhainichen und die SG Apollensdorf / Piesteritz bereits raus aus dem Rennen waren. In den beiden Halbfinalpartien traf es dann Zahna / Elster (am Ende Dritter) und Kemberg / Pratau (Vierter). Im Finale setzte sich die Volksparktruppe gegen eine starke SG Heiderand durch.
Zwei Vorrunden, acht Mannschaften, Allemannia Jessen und Grün-Weiß Piesteritz im Finale. Dies sind die wichtigsten Eckdaten der Endrunde bei der D-Jugend. Hinter Sieger FC und den Allemannen kamen die SG Zahna / Elster, VfB Gräfenhainichen, Grün-Weiß Piesteritz II, Blau-Weiß Prettin, SG Heiderand und VfL Tornau auf die Ränge.
Auch bei der E-Jugend versuchten sich acht Formationen am Projekt Hallenkreismeistertitel. Während es den Volksparkjungs vergönnt war, den Sieg zu bejubeln und der VfB Gräfenhainichen immerhin Zweiter wurde, mussten sich SV Einheit Wittenberg, SV Blau-Rot Pratau, SV Seegrehna, FC Grün-Weiß Piesteritz II, SV Allemannia Jessen und Blau-Weiß Nudersdorf mit den nachfolgenden Plätzen zufriedengeben.
Quelle:MZ
