Mit Traumquote zur Chefin gewählt

PR Team, 08.02.2013

Mit Traumquote zur Chefin gewählt

Christine Fischer gratuliert Cornelia Kuhnert (li.) zur Wahl. (FOTO: KLITZSCH)

VON ULF ROSTALSKY
GRÄFENHAINICHEN/MZ. Was ihr in der Politik noch nie gelungen ist, hat bei den Fußballern funktioniert. Cornelia Kuhnert ist die neue Vorsitzende des VfB Gräfenhainichen. Gewählt wurde sie von 33 anwesenden Mitgliedern einstimmig. Es ist allerdings nicht nur die Traumquote, die aufhorchen lässt.

Die Kicker haben mit der FDP-Stadträtin auch einen bekennenden Fußball-Laien auf den Chefsessel gehoben. Zwar hat Cornelia Kuhnert bereits zwei Jahre lang dem Verein als Pressesprecherin unter die Arme gegriffen. "Zur Fußballexpertin bin ich aber nicht geworden." Die Kicker setzen mit Cornelia Kuhnert außerdem auf die zahlenmäßig kleinste Gruppe der VfB-Mitglieder. Nur acht Frauen gehören derzeit dem Verein an.

Im Vorstand sind sie gleich doppelt vertreten. Neben der Vorsitzenden hat es auch Christine Fischer in die Führungsriege des VfB geschafft. Sie ist Schatzmeisterin und wird mit ihrer Chefin für reichlich Unruhe sorgen. "Zündstoff" liefere sie, meint die Finanzverantwortliche, als es um den Jahresplan der Kicker in Gelb und Blau geht. Tatsächlich haben die Heidestädter vor, ihr Budget im laufenden Jahr um 18 000 Euro aufzustocken. Die Einnahmen sollen sich bei 76 000 Euro bewegen. Ausgaben sind auf 73 000 Euro festgelegt.

Die Zahlen bringen die Fußballer offensichtlich nicht aus der Ruhe. Wieder gibt es keine Gegenrede. 100 Prozent Zustimmung ist die Norm in der Mitgliederversammlung, in der die neue Chefin eine Debatte über Mitgliedsbeiträge ankündigt. Es gehe nicht um eine Reduzierung, stellt sie klar. Details nennt sie nicht. Aber die Fußballer sollten sich vorsorglich schon einmal umschauen in der Nachbarschaft und sich über dort gängige Beitragshöhen und mögliche Staffelungen informieren. Cornelia Kuhnert ist überzeugt davon, dass die Vereinsmitglieder selbst ein Zeichen setzen müssen.

Der VfB setzt auch 2013 auf reichliche Sponsorenmittel, möchte allerdings auch noch mehr als bisher Fördermittel und Spenden in Anspruch nehmen. Projekte wie die mit einer erhofften 7 000-Euro-Förderung durch die Sparkassenstiftung in Verbindung gebrachte Nachwuchsinitiative setzen immer einen Eigenanteil des Vereins voraus. Die Mittel kann der VfB nicht aus der Portokasse aufbringen. Höhere Mitgliedsbeiträge könnten den finanziellen Spielraum vergrößern.

"Wir müssen reden", so die die neue Chefin der Fußballer, die den Verein lenken, allerdings nicht grundsätzlich verändern möchte.

Die Leistungen der Fußballer könnten sich doch sehen lassen, sagt Cornelia Kuhnert und nimmt damit die Gedanken ihres Vorgängers Peter Henze auf. Der hatte auf eine außerordentlich erfolgreiche Spielzeit 2011 / 2012 mit Saisonplatz drei der Landesklassekicker hingewiesen. Aber auch Henze machte keinen Hehl aus finanziellen Zwängen, denen der VfB unterliegt. "Ohne Sponsoren ist der Fußballbetrieb nicht mehr möglich."

Dem neuen und für zwei Jahre gewählten Vorstand gehören neben Cornelia Kuhnert und Christine Fischer ausschließlich Männer an. Zum 2. Vorsitzenden bestimmten die Kicker André Büttner. Als Nachwuchsleiter fungiert ab sofort Peter Schmidt. Zum Vorstand gehört außerdem Uwe Büttner.

Von Bambini bis Alte Herren

GRÄFENHAINICHEN/MZ. Der VfB Gräfenhainichen zählt derzeit 210 zahlende Mitglieder. Das sind vier mehr als im Jahr zuvor. Aktiv jagen 141 Kicker dem runden Leder nach. 117 von ihnen sind zwischen vier und 18 Jahren alt, also Kinder und Jugendliche.

Die Fußballer sind in zehn Mannschaften organisiert. Acht dieser Teams nehmen am regelmäßigen Spielbetrieb teil, zwei sind reine Freizeitmannschaften. Der VfB ist neben Grün-Weiß Piesteritz die einzige Mannschaft im Kreis, die in allen Nachwuchsbereichen eigene Mannschaften aufstellen kann und nicht auf Spielgemeinschaften mit anderen Teams zurückgreifen muss.


Quelle:Mitteldeutsche Zeitung - online