Vorschau Fussball WE

PR Team, 30.08.2013

Vorschau Fussball WE

LANDESKLASSE

René Wiesegart an alter Wirkungsstätte

Gräfenhainichen freut sich aufs Lokalderby.

VON DIETMAR BEBBER

WITTENBERG/MZ - Die Zahl drei beherrscht das anstehende Wochenende in der Fußball-Landesklasse, Staffel fünf. Nicht nur, dass es der dritte Spieltag ist, er verteilt sich auch auf drei Tage. An der Tabellenspitze stehen mit Sandersdorf II und Piesteritz II sowie Gröbern zudem die drei einzigen Mannschaften, welche noch nicht einen Punkt abgeben mussten.

Startschuss fällt in Trebitz

Eröffnet wird der Spieltag am Freitag um 18.30 Uhr mit dem Derby SG Trebitz (6.) - SV Rot-Weiß Kemberg (15.). Die Gäste aus Kemberg waren zuletzt am 5. Oktober 2010 in Sachen Punktspiel in Trebitz und fegten die SG damals mit 6:0 vom Platz. Beide Teams agieren inzwischen auf Augenhöhe.

Alle Samstagsspiele werden um 15 Uhr angepfiffen. So auch die Partie SV Allemannia Jessen (14.) gegen Lok Dessau (11.). Dabei ist das spielerische Potenzial der Gastgeber derzeit nicht einzuschätzen. Die Dessauer sind hingegen überraschend erfolgreich in die Saison gestartet, so dass ihnen sogar der erste Sieg zuzutrauen ist.

Der TSV Mosigkau (16.) scheint noch nicht in der Landesklasse angekommen zu sein. Man hat Germania Roßlau (4.) zu Gast.

Der VfB Zahna (10.) bestreitet sein zweites Heimspiel gegen die SG Reppichau (7.). Der Ausgang ist offen, konnten doch beide Mannschaften vergangene Woche ihre Partien gewinnen.

Grün-Weiß Annaburg (13.) muss beim SV Friedersdorf (9.) antreten. Trotz der Tatsache, dass sich der Vorjahreszweite Annaburg derzeit im unteren Tabellendrittel wiederfindet, und man in Friedersdorf die vergangenen Begegnungen nicht gewinnen konnte, kommt den Heidestädtern die Favoritenrolle zu.

Der VfB Gräfenhainichen (12.) muss im dritten Saisonspiel beim FC Grün-Weiß Piesteritz II (2.) Farbe bekennen. Beide Teams sind bisher unbezwungen. Es gibt aber auch eine interessante Personalie: Der Gräfenhainichener Trainer René Wiesegart kommt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Im Volkspark hütete er einst sehr gut das Gehäuse. "Für mich ist das noch immer etwas ganz Besonderes. Aber leider haben wir große Personalprobleme", so Wiesegart, der von einem Duell David gegen Goliath spricht. "Uns fehlen acht Stammspieler. Aber eine kleine Chance haben wir trotzdem", so der Übungsleiter.

Der SV Blau-Rot Pratau (8.) hat am Sonnabend seinen Lieblingsgegner, die SG Blau-Weiß Klieken (5.), zu Gast. In der Landesklasse konnte Klieken nämlich noch nie einen Punkt aus Pratau mit nach Hause nehmen.

Sonntags ab nach Gröbern

Die Sonntagspartie des dritten Spieltages betreiten ab 14 Uhr der HSV Gröbern (3.) und Tabellenführer Union Sandersdorf II. Beim letzten Aufeinandertreffen im Mai kassierten die Unioner beim HSV eine böse 0:3-Klatsche. Sollten sie diesmal erneut verlieren, kostet ihnen das die Tabellenführung.

 

 

Die doppelte Harzreise

LANDESLIGA Eintracht Elster bekommt es gleich zweimal mit Stahl Thale zu tun.

VON ULF ROSTALSKY

ELSTER/MZ - Wirklich glücklich ist Jiri Andrusak, Cheftrainer des Fußball-Landesligisten Eintracht Elster, nicht. Gleich an zwei Wochenenden hintereinander muss er mit seiner Eintracht nach Thale fahren. Grund für die doppelte Harzreise: Das Los bescherte den Elsteranern in Runde eins des Landespokals denselben Gegner, gegen den es schon am Sonnabend am 15 Uhr in der Liga zu bestehen gilt.

"Wir müssen damit leben", meint der Trainer und warnt eindringlich davor, Stahl Thale als leichten Gegner abzutun. Natürlich fahre man zum Aufsteiger. Da wären die Rollen von vornherein klar verteilt. "Aber die Gastgeber sind mit Sicherheit nicht zu unterschätzen." Aufwind dürfte Thale vor allen Dingen durch den Sieg letzte Woche in Merseburg erhalten haben. "Die Euphorie wird noch da sein", ist Andrusak sicher, tut sich sonst allerdings schwer mit einer Einschätzung des Gegners. "Wir müssen einfach sehen."

Der Satz bekommt nicht nur aus taktischer Sicht Gewicht. Dem Coach fehlen bei der ersten Etappe der Harzreise gleich mehrere Spieler. Die Gründe sind ganz verschieden. "Verletzung, Urlaub, Arbeit, keine Zeit." Jiri Andrusak will nicht ins Detail gehen. Doch irgendwie wird er das Gefühl nicht los, dass einigen Aktiven die Fahrt nach Thale zu aufwändig ist. Wie sonst könne man die vielen Absagen erklären, fragt der Fußballlehrer und serviert eine große Portion Unverständnis. "Sie haben sich alle für Fußball entschieden. Da müssen sie auch dazu stehen." Der Trainer macht kein Geheimnis aus seinen Ambitionen. Elster soll punkten, vor allen Dingen aber ganz oben mitspielen in der Liga.

Am Sonnabend werden mit großer Wahrscheinlichkeit Martin Thauer, Kay Stephan und Jens Puhlmann nicht ins Geschehen eingreifen. Verzichten muss Andrusak wohl auch auf Flügelflitzer Stefan Scholz, der "seine Sache gegen Dessau richtig gut gemacht hat". Leichter werde es damit nicht, gegen den Aufsteiger gut auszusehen, ist der Coach überzeugt und macht trotz reichlichen Unmuts einen Strich unter die personellen Probleme. Sein Blick richtet sich neben den als gesetzt geltenden Obrtlik, Smetak, Schlüter und Lango vor allen Dingen auf die zweite Reihe. "Das ist die Chance, sich in die Elf zu spielen", erklärt Andrusak und hofft auf Einsatzwillen und Spielfreude. Dann könnte es was werden in Thale.

Vorausgesetzt natürlich, die Mannschaft findet sofort Zugriff zum Spiel und lässt sich nicht von der Welle der Euphorie der Harzstädter überrollen. "Ich vertraue meinen Jungs", verteilt der Trainer Vorschusslorbeeren. Von einer Generalprobe für das in einer Woche anstehende Pokalspiel möchte er jedoch nichts wissen. Die Liga sei Pflicht, der Pokal die Kür. Die Prioritäten stehen und der Coach feilt an der Taktik. "Natürlich werden wir umstellen müssen." Ins Detail geht Andrusak nicht. Ein bisschen Spannung solle schließlich noch sein - beim Leser und beim Gegner, der in der Liga bereits Licht und Schatten erlebte. Dem Sieg in Merseburg steht die Auftaktniederlage gegen Bennstedt gegenüber.

 

 

Es läuft nicht rund bei der Volkspark-Elf

FUSSBALL-OBERLIGA Piesteritzer Kapitän Kevin Gerstmann redet Klartext.

VON ANDREAS RICHTER

WITTENBERG/MZ - Kevin Gerstmann, Kapitän der Fußball-Oberligamannschaft des FC Grün-Weiß Piesteritz, spürt genau, dass er momentan eine ganz wichtige Rolle innehat. Er ist das erste Bindeglied zwischen Team und Trainerstab. Er muss es schaffen, nach drei Niederlagen in Folge in seiner Funktion die richtige Balance zwischen Ehrlichkeit und Motivation zu finden.

Dreimal keine Glanzleistung

Dass es seit dem Start in die neue Saison nicht rund läuft bei der Volkspark-Truppe kann und will Gerstmann nicht schönreden. Er bevorzugt die Variante Klartext. "Sicher könnten wir alle davon sprechen, dass wir drei sehr schwere Gegner hatten, die in der Tabelle derzeit oben mitmischen. War auch so, aber nicht der alleinige Grund." Es wäre seiner Ansicht nach fatal zu ignorieren, dass die Mannschaft in allen Partien keine Glanzleistungen abgeliefert hat. "Da verschlafen wir das eine Mal die ersten 20 Minuten völlig, das nächste Mal bleiben gleich reihenweise Chancen liegen. Fußballerisch ist derzeit bei uns sehr viel Luft nach oben."

Der Kapitän gibt ohne Umschweife zu, "dass daher die Stimmungslage doch sehr angespannt ist. Wir wissen alle, dass mehr möglich ist". Nur warum kann das Team bei den Pflichtspielen nicht seine volle Leistung abrufen? Gerstmann überlegt, gibt zu, dass man froh wäre, wenn man dies ganz genau wüsste. "Ich merke aber und bin überzeugt, dass unsere aktuell größte Baustelle der Kopf ist." Die Jungs spüren den Druck, "es darf jetzt keine Unsicherheit einziehen, keinen mentalen Einbruch geben". Kevin Gerstmann meint deswegen, "dass bei allem Ärger über den verkorksten Saisonstart nie vergessen werden darf, dass unser drittes Oberligajahr sehr schwierig ist." Er rechnet seine Mannschaft zu den Kandidaten, die hart um den Klassenerhalt kämpfen müssen. "Das haben alle gewusst. Die Saison ist zum Glück noch jung, Ruhe ist jetzt das Wichtigste. Hektische Diskussionen bringen niemanden etwas, schon gar nicht sollte man davon reden, dass die Serie gelaufen ist. Noch haben wir Zeit."

Zuviel davon räumt aber selbst Gerstmann der Truppe nicht ein. "Der Anschluss an das sichere Mittelfeld muss jetzt unbedingt her. Noch zwei oder drei Niederlagen in Folge können wir uns nicht leisten." Der Kapitän setzt darauf, dass am Wochenende der Knoten platzt. Piesteritz erwartet am Sonntag um 14 Uhr die Reserve des Chemnitzer FC. Für Gerstmann eine der Formationen, gegen die man endlich punkten kann und will. "Wir haben uns in den zurückliegenden Tagen viel unterhalten und alle haben das Gefühl, es hinzubekommen." Gerstmann hat für die Partie auch eine Strategie, eine eigentlich einfache. "Machen wir das erste Tor, läuft es. Bisher sind wir ja immer Rückständen hinterhergerannt."

Veränderungen beim Training

Sehr froh ist der Teamführer, dass sich der Vorstand bei den derzeit aufkeimenden Trainerdiskussionen zu Chefcoach Uwe Ferl ruhig verhält. "Immer diese leidigen Diskussionen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind sie völlig überflüssig und kontraproduktiv. Uwe Ferl und Olaf Aßmann arbeiten hart mit uns. Am Ende sind es aber wir, die es umsetzen müssen."

Gerstmann ist zufrieden, dass der Verein weiter hinter Ferl und Aßmann steht. "Wenn das anders wäre, würde noch mehr Unruhe in der Mannschaft aufkommen." Und Gerstmann erklärt: "Niemand muss bange sein, dass wir nicht gemeinsam an Lösungen feilen. Neben anderem haben wir einige Veränderungen im Trainingsablauf vorgenommen, die sich in dieser Woche bereits positiv bemerkbar machten."

Der Kapitän weiß, dass am Sonntag den vielen Worten der vergangenen Tage Taten folgen sollen und müssen. "Das zweite Heimspiel wollen wir erfolgreich abschließen. Das sind wir uns in erster Linie selbst schuldig. Schließlich können wir doch guten Fußball spielen." Den Beweis will man abliefern.

CHEMNITZER FC II

Auftaktniederlage folgen zwei Siege

Ausgehend vom bisherigen Saisonverlauf reist Gegner Chemnitzer FC II schon als der Favorit nach Piesteritz. Kassierten die Chemnitzer am ersten Spieltag noch eine 1:3-Niederlage beim FC Oberlausitz Neugersdorf, kam man danach deutlich besser in Fahrt. Gegen die Bundesligareserve von Energie Cottbus sprang ein deutlicher 3:0-Erfolg heraus. Und vor einer Woche setzte man sich 3:1 gegen den FC Rot-Weiß Erfurt II durch. In der Tabelle hat dies zur Folge, dass Chemnitz aktuell mit sechs Punkten Platz vier belegt. Piesteritz ist mit null Zählern Tabellenvorletzter (15.).AR


Quelle:MZ