Spiele vom WE in der MZ
PR Team, 02.09.2013
Bruchlandung für den VfB
LANDESKLASSE Gräfenhainichen kassiert sieben Gegentore bei Piesteritz II.
VON DIETMAR BEBBER
WITTENBERG/MZ - Der dritte Spieltag der Fußball-Landesklasse hatte es in sich. Da erlebte nicht nur der VfB Gräfenhainichen eine Bruchlandung beim neuen Tabellenführer Grün-Weiß Piesteritz II. Grün-Weiß Annaburg rauschte nach der Niederlage in Friedersdorf sogar auf einen Abstiegsplatz (15.) ab. Insgesamt war es zudem ein sehr farbenfrohes Wochenende, das bereits am Freitag mit der Partie SG Trebitz - Rot-Weiß Kemberg eingeläutet wurde. Tore bekamen dort die 176 Zuschauer zwar nicht zu sehen, dafür die Spieler aber zehn Gelbe Karten und einmal eine Gelb-Rote für den Kemberger Michal Fiala (87.). Kemberg kam durch das Unentschieden immerhin zum ersten Saisonpunkt.
Ein Debakel erlebte Gräfenhainichens Coach René Wiesegart an seiner alten Wirkungsstätte in Piesteritz. 1:7 verloren dort seine Jungs gegen Piesteritz II. Schon zur Halbzeit führten die Platzherren 3:1 nach Toren von Neuzugang Jörg Steiner (2., 34.) und Philipp Scopp (23.). In Hälfte zwei trafen Pit Schultz (50.) und Tobias Klier (53., 61.) sowie Jens Stockmann (76.). Der VfB-Ehrentreffer gelang Daniel Richter (18.). Auch Grün-Weiß Annaburg hat anscheinend das Siegen verlernt und verlor nicht nur 2:0 beim Landesligaabsteiger SV Friedersdorf, sondern in der 80. Minute auch noch Mannschaftskapitän Marvin Richter durch eine Gelb-Rote Karte. Die zwei Friedersdorfer Treffer erledigte Martin Ungefroren (4., 78.). Annaburgs Trainer Uwe Rohlik meinte nur, dass man diesen Spieltag schnellstens vergessen sollte.
Aufsteiger VfB Zahna trotzte am Sonnabend der favorisierten SG Reppichau mit dem 2:2 einen wichtigen Punkt ab, der sich in der Endabrechnung in Sachen Klassenerhalt positiv auswirken könnte. Zweimal sollte die Führung in dieser Begegnung wechseln. Sebastian Metz war maßgeblich daran beteiligt, denn er schoss Zahna nach einer Viertelstunde nicht nur in Front, sondern rettete mit seinem zweiten Tor zwei Minuten vor dem Ende den wertvollen Zähler. Auf Seiten der Gäste waren Kevin Villwock (42.) und Nico Deistler (48.) erfolgreich.
Lange hat man darauf in Klieken gewartet. Nun hat es endlich mit dem ersten Auswärtssieg in der Landesklassengeschichte gegen Blau-Rot Pratau geklappt. Aber es dauerte bis zur zweiten Halbzeit, bevor Thomas Berger (48.) und Benjamin Fischer (80.) sowie Tim Schölzel (88.) trafen.
Von einer Überraschung konnte man am Samstag beim 2:1-Sieg des Aufsteigers Lok Dessau gegen das Team von Allemannia Jessen sprechen. Die Elsterstädter verloren damit das zweite Heimspiel. Die Gäste führten nach der ersten Halbzeit durch die Treffer von Oleg Dosik (36.) und Benjamin Schulz (3. Minute Nachspielzeit erste Halbzeit, Elfmeter) deutlich. Der Anschlusstreffer von Benjamin Schulze in der 79. Minute ließ noch einmal Hoffnung bei den Platzherren aufkommen, änderte aber nichts mehr, da es Jessen nicht schaffte, das Unentschieden zu erkämpfen.
Auch für die Germania aus Roßlau wurde es ein rabenschwarzer Sonnabend. Nicht nur die 0:1-Niederlage bei Aufsteiger und Ortsnachbar TSV Mosigkau tat weh, vielmehr waren es die zwei Roten Karten für Florian Mau (38.) und Dennis Meyer (90.). Obwohl Marcel Schöne schon nach vier Minuten den entscheidenden Treffer landete, hatten die Feldverweise für die Gäste-Spieler den letztlich größeren bitteren Beigeschmack.
KREISOBERLIGA
Favoriten tauschen die Plätze
Abtsdorf und Rodleben heißen die Spitzenreiter.
WITTENBERG/MZ/WMI/AR - Nach dem dritten Spieltag in den Fußball-Kreisoberligen der Kreisfachverbände Wittenberg und Anhalt hat bei den Wittenbergern Abtsdorf die Spitzenposition übernommen. Bei Anhalt kommt der neue Tabellenführer aus Rodleben.
Fachverband Wittenberg
Glückauf Möhlau und Graf Zeppelin Abtsdorf haben am Sonnabend die Tabellenplätze getauscht. Obwohl beide Teams ihre Partien gewannen und jetzt je neun Punkte auf dem Konto haben, trennt sie derzeit das Torverhältnis (11:2 zu 10:2). Spitzenreiter Abtsdorf besiegte die blau-weißen Nudersdorfer 2:0. In einer durchschnittlichen Partie trafen die Gastgeber einmal im ersten Durchgang (Norman Kaiser, 11. Minute) sowie durch Teamkapitän Andreas Tietel, der in der 74. Minute einen Elfmeter verwandelte. Tabellenzweiter Glückauf Möhlau musste am Samstag bei der dritten Vertretung des FC Grün-Weiß Piesteritz antreten. Erst in der 64. Minute bog Möhlau auf die Siegstraße ein, als Stephan Dammann das einzige Tor dieser Begegnung erzielte. Gastgeber Piesteritz erwies sich als der erwartet starke Gegner, dem nur sehr schwer die drei Punkte abzuknöpfen waren.
Den höchsten Sieg des dritten Spieltages verbuchte Landesklassenabsteiger SV Seegrehna für sich, der zu Hause Grün-Weiß Linda 5:1 abfertigte. Gleich zweimal trugen sich Ronny Kohn (21., 86.) und Mannschaftskapitän Christoph Thauer (34., 87.) in die Torschützenliste ein. Treffer Nummer fünf kam von Rene Koppehel (17., Elfmeter). Für Linda traf Denny Schuelzchen (43.).
Fachverband Anhalt
Chemie Rodleben steht jetzt ganz oben, nachdem man am Samstag Aufsteiger Deetz/Lindau 4:2 bezwang. Die größte Überraschung des Spieltags gelang allerdings der SG Waldersee/Vockerode im Derby gegen SV Mildensee. 2:0 gewann die SG. "Das war unter meiner Regie der erste Sieg in Mildensee", erklärte Trainer Uwe Wilke. Torschützen waren Roman Kolzenburg (75.) und Florian Löbel (79.). Ebenfalls ein Derby gab es auf dem Coswiger Lerchenfeld. Nach Toren von Sebastian Weigl (69.) und Ronny Seidlich (83.) gewannen die Blau-Roten gegen die SG Jeber-Bergfrieden/Serno 2:0 und verbuchten so endlich die drei ersten Punkte auf ihrem Konto. "Es war ein verdienter Sieg, weil wir einfach mehr investiert haben", meinte Coswigs Trainer René Gommert. Die neu gebildete SG dagegen kassierte nach zwei Siegen die erste Niederlage.
Ebenfalls die erste Niederlage in dieser Saison gab es am Sonnabend für die SG Oranienbaum/Wörlitz. Das Team von Trainer Andreas Wolf verlor beim Dessauer SV 1:2 "Und das war auch verdient. Wir haben schlecht gespielt und hatten überhaupt keine Ambitionen, hier zu punkten", schimpfte Coach Wolf. Marcel Weber erzielte erst 60 Sekunden vor Ultimo den Anschlusstreffer.
DUELL
Einheit siegt 2:1
Das Duell zwischen Aufsteiger SV Reinsdorf und Absteiger Einheit Wittenberg entschied am Sonntagnachmittag Einheit Wittenberg mit 2:1 für sich. Dies aber mit sehr viel Glück. Denn die Gäste bekamen von Reinsdorf ein Tor geschenkt, Hermann Schmidt fabrizierte ein Eigentor (19.). Nico Schneider schoss die Gäste mit 2:0 in Front (85.), bevor eine Minute vor dem Ende Peter Solejewski zum Ehrentreffer kam. AR
Hurra-Fußball ohne Absicherung

LANDESLIGA Elster siegt gegen Thale und ist Dritter. Trainer trotzdem unzufrieden.
VON ULF ROSTALSKY
ELSTER/MZ - Sieg in Thale. Drei Zähler, punktgleich mit Spitzenreiter Dessau 05 und dem Tabellenzweiten Weißenfels: Es läuft in der Fußball-Landesliga für Eintracht Elster. Dennoch schlägt Trainer Jiri Andrusak kritische Töne an.
"Wenn ich meine Mannschaft beim Unentschieden gegen Dessau 05 gelobt habe, muss ich sie heute richtig kritisieren." Für den Coach steht fest, dass die Eintracht am Ende wegen mangelnder taktischer Disziplin, Schlendrian und Lässigkeit am Samstag den Sieg fast aus der Hand gegeben hätte. "Ein Unentschieden hätte auch noch gepasst zu dem ganzen Auftritt."
Andrusak ist Realist genug und weiß, dass in den Büchern erst einmal der knappe 3:2-Auswärtssieg beim Aufsteiger Thale steht. Allerdings ist er sicher, dass Spiele wie das im Harz Aufmerksamkeit erregen. Andere Teams würden sehr wohl die Schwächen der Eintracht erkennen und ihre Schlüsse ziehen. Wenig Aggressivität in der Abwehr, mangelnde, ja sogar fahrlässige Chancenverwertung und im Offensivrausch die Abkehr von grundlegenden Normen. "Das war streckenweise Hurra-Fußball ohne Absicherung nach hinten. Das ist nicht das, was ich sehen möchte. Da werde ich meine Entscheidungen im Laufe der Woche treffen."
Der Stachel sitzt tief in der Seele des Fußballlehrers Andrusak, dessen Mannschaft sich in der ersten Halbzeit einen lockeren Schlagabtausch mit den Gastgebern lieferte. Zwingende Aktionen gab es jedoch weder bei Thale noch Elster. Das 1:0 durch Michal Obrtlik in der 44. Minute nennt der Eintracht-Coach dennoch "verdient". Mit einem satten Freistoß hatte der Tscheche sein Team in Führung gebracht. Da unmittelbar nach der Pause Laszlo Lango nach Doppelpass mit Fabian Schlüter allein vor Thales Keeper Nico Picek auftauchte und locker zum 2:0 einschob (48.), sollte die Sache klar sein für Elster.
"War es aber nicht. Jetzt sind sie lässig geworden, hatten keine Ordnung mehr." Andrusak spricht ohne Zögern von einer "erschreckenden Phase". Statt die Sache klar zu machen, lädt die Eintracht die Platzherren zu Kontern ein. Diesmal zaubern sie und bringen Nico Engel allein vors Gehäuse von Robin Brandenburg. Thale verkürzt auf 1:2 (60.). Elster zog zwar kurz vor Abpfiff durch Kapitän Fabian Schlüter auf 3:1 davon. Von Sicherheit war allerdings nichts mehr zu sehen. Im Gegenteil. Die Eintracht schwamm und kassierte nach einem Standard einen weiteren Treffer. Ecke von rechts, Chris Zawihowski per Kopf zum 2:3 (88.). Thale war am Drücker, Elster taumelte. Der Schlusspfiff von Referee Nick Kahlert wurde zur Erlösung.
Die Debatte um taktische und spielerische Defizite bei der Eintracht ist damit nicht beendet. "Wir werden das sehr genau durchsprechen. Ich muss sehen, was ich im Laufe der Woche ändere", erklärt Jiri Andrusak. Gehandelt werden muss auf jeden Fall. Denn eine weitere Einladung für ein besseres Ergebnis werde Thale ganz sicher nicht ausschlagen, ist der Trainer überzeugt. Das könnte am Wochenende bei der Landespokalpartie gegen Thale schon der Fall sein.
Eintracht Elster: Robin Brandenburg, Zsolt Weigerding, David Kühnast (88. Pascal Rothe), Fabian Schlüter (90. Hannes Röger), Benjamin Witt, Kevin Schüler, René Rosenberger, Michal Obrtlik, Laszlo Lango, Jens Puhlmann, Mathias Smetak
Grün-weiße Aufholjagd

OBERLIGA Piesteritz erkämpft sich durch 2:2 gegen Chemnitzer FC II ersten Punkt.
VON ANDREAS RICHTER
WITTENBERG/MZ - Wer hätte dies am Sonntagnachmittag erwartet? Viele hatten die Oberligafußballer des FC Grün-Weiß Piesteritz nach der ersten Halbzeit der Partie gegen den Chemnitzer FC II schon abgeschrieben. Nicht nur des 0:1-Rückstandes wegen. Die Leistung der Jungs von Chefcoach Uwe Ferl lag weit neben den Erwartungen. Dass dann aber eine völlig verwandelte Mannschaft aus der Kabine kam, die statt des am Ende erkämpften 2:2 sogar noch hätte gewinnen können, das überraschte doch.
Mit dem Unentschieden verfehlte die Volkspark-Truppe zwar wieder das Ziel, den ersten Saisonsieg einzufahren. Aber andererseits stand endlich mal keine Niederlage im Ergebnisprotokoll. Mannschaftsleiter Dietmar Hüller sprach davon, dass "das der bitter nötige Schub für das Selbstbewusstsein war".
In den ersten 45 Minuten lief es bei den Gastgebern überhaupt nicht rund. Die Piesteritzer wirkten völlig verunsichert, ihnen war der Druck, unter dem die Mannschaft steht, anzumerken. Und dann passierte es: Nach nur fünf Minuten flankte der Chemnitzer Pierre Le Beau den Ball Richtung Tor, Keeper Jan Lindemann war machtlos, der Ball war drin. Danach geriet die Ferl-Truppe ganz aus dem Rhythmus. Es klappte fast nichts, die Chemnitzer konnten beinahe nach Belieben auf dem Feld agieren. Glück für Piesteritz: Alle Torchancen der Gäste blieben folgenlos. Mal rettete Jeffrey Neumann noch auf der Linie (25.), dann rutschte das Leder knapp am Chemnitzer Stürmer vorbei in die Arme von Lindemann (33.).
Welche Worte Uwe Ferl seinen Jungs während der Pause "zuflüsterte", bleibt ein Geheimnis. Aber es müssen die richtigen gewesen sein. Der Ausgleich fiel nur drei Minuten nach dem Wiederanpfiff. Florian Freihube war zwar im Strafraumgewühl vor dem Chemnitzer Tor zuerst am Ball, erwischte diesen aber nicht richtig. Das Leder rutschte zu Dawid Ambroziak, der goldrichtig stand. Danach begann der Fußballkrimi. Je weiter die Zeit ablief, umso mehr fand Piesteritz ins Spiel. Endlich war zu erkennen, dass es um Fußball und nicht um blanke Bolzerei ging. Die zunehmend besser ausgeführten Aktionen bewirkten, dass man sich von der erneuten Chemnitzer Führung (Andre Lorenz, 62.) nicht aus dem Konzept bringen ließ. Schon vor und nach dem 1:2 nahm das Spiel ordentlich an Fahrt auf. Zwei Minuten nach dem 1:1 ging Philipp Scopps Schuss knapp am Winkel vorbei, wieder zwei Minuten später glänzte Lindemann. Dann die 72. Minute: Felix Junghan, Keeper der Chemnitzer, brachte Jeffrey Neumann im Strafraum zu Fall, Elfmeter. Florian Freihube verwandelte eiskalt zum 2:2. Und plötzlich lag sogar die Sensation in der Luft. Nun waren es die Piesteritzer, die in der am Ende emotional aufgeladenen Partie auf das gegnerische Tor drängten. Doch der Erfolg blieb ihnen diesmal (noch) verwehrt.
FC Grün-Weiß Piesteritz: Jan Lindemann, Philipp Schlüter, Florian Freihube, Pawel Wojchiechowski, Kevin Gerstmann (46. Robert Römer), Matheusz Wisniewski (46. Philipp Scoop), Jeffrey Neumann, Frank Lehmann (78. Rick Albrecht), Dawid Ambroziak, Ladislav Stefke, Tim Hebsacker
VORVERKAUF
Über 1 000 abgesetzt
Für das Benefizspiel am kommenden Sonntag, bei dem sich ab 11 Uhr im Piesteritzer Volkspark die Uwe-Seeler-Traditionself und eine durch den FC Piesteritz zusammengestellte Auswahl gegenüberstehen, wurden bisher über 1 000 Karten im Vorverkauf abgesetzt. Die Organisatoren hoffen, dass bis Freitag noch viele weitere dazukommen. Karten sind bis dahin täglich auch im Wittenberger E-Center erhältlich. AR
Quelle:MZ
