Präsidentin des VfB Cornelia Kuhnert kandidiert f Bundestag

PR Team, 06.09.2013

Präsidentin des VfB Cornelia Kuhnert kandidiert f Bundestag

Angriffslustige Fußballchefin

KANDIDATEN Cornelia Kuhnert (FDP) aus Gräfenhainichen bewirbt sich um einen Sitz im Bundestag und erlebt ihre Premiere im Wahlkampf.

VON MICHAEL HÜBNER

GRÄFENHAINICHEN/MZ - Die Frau steht an ihrem Stammplatz - hinter dem Tor und fast in Höhe der Eckfahne. Von hier aus beobachtet sie bei Fußballspielen des VfB Gräfenhainichen das Geschehen auf dem Rasen und hat auch die Versorgung der Zuschauer am Kiosk fest im Blick. Das passiert völlig unauffällig - keine Fankleidung, nichts verrät die VfB-Präsidentin.

"Blau und Gelb - das sind meine Farben", sagt Cornelia Kuhnert (FDP) und bezieht das auf den Verein und die Politik. Auf dem Sportplatz wird sie einfach mit "Hey, Cony" angesprochen. Ein junger Mann wagt dabei sogar ein Begrüßungsküsschen. "Das ist Daniel, unser Torjäger", verrät die 51-Jährige. Kuhnert ist stolz "auf meine Jungs", die gerade für ihre Chefin und Bundestagskandidatin Wahlplakate in der Stadt aufhängen. Derweil zeigt die Politikerin, was alles auf dem Sportgelände in Eigeninitiative geleistet wurde: Neue Tore gesetzt und auch die Banden der Sponsoren ordentlich geputzt. Das ändert aber nichts daran, dass die sportlichen Glanzzeiten des VfB und auch der einstigen Sportarena schon ein paar Jahre vorbei sind. Doch der Verein ist immer noch ein großer. 220 Mitglieder - darunter fünf Frauen - setzen auf ihre Vorsitzende, die bei ihrer Wahl im Februar 100 Prozent der Stimmen holt. "Ich wurde gefragt und kann einfach nicht Nein sagen", erzählt sie.

Und es ist schon wieder passiert. Dieses Mal wird ein liberaler Bundestagskandidat gesucht. Der ursprüngliche Bewerber muss aus gesundheitlichen Gründen passen. Und so geht es ohne Erwärmungsphase von der Ersatzbank direkt ins Spiel. Es gibt wieder 100 Prozent der Stimmen. Kuhnert gilt in Gräfenhainichen als "das Gesicht der FDP". Seit 1985 engagiert sie sich für liberale Politik und sitzt seit 1994 ununterbrochen im Stadtrat.

Um ein Abgeordnetenmandat hat sie sich während ihrer politischen Karriere noch nie beworben. Wahlkampf in diesen Dimensionen ist für sie absolutes Neuland. Siegchancen rechnet sie sich nicht aus. Der Einzug ins Parlament sei genauso unwahrscheinlich wie der ihrer Elf ins DFB-Pokalendspiel in Berlin. Aber ein designierter Verlierer, kann nur gewinnen. Das freilich sagt sie nicht, sondern: "Mir geht es darum, liberale Positionen zu vertreten." Und auch da ist sie mit größter Leidenschaft am Ball. Sie geht wie ein Stürmer dahin, wo es richtig wehtut - zur Gewerkschaft. Deren Aufgabe sei es doch, erklärt sie angriffslustig, mit den Tarifpartnern ordentliche Löhne auszuhandeln. Trotzdem sei aber eines klar: "Arbeit muss sich lohnen. Wer arbeitet, muss mehr haben als der, der nicht arbeitet", sagt die Verwaltungsfachwirtin und Diplomlehrerin. Sie habe auch Respekt vor Unternehmern, die mit großem persönlichen Risiko Arbeitsplätze schaffen. Gerade die Jugend brauche eine berufliche Perspektive. Dass da noch vieles im Argen liege, spüre sie an der Abwanderung junger Menschen auch aus ihrem Verein. "Geht es den Firmen gut, geht es auch dem VfB gut", meint sie.

PERSÖNLICHES

Tochter unterrichtet in Hamburg

Cornelia Kuhnert ist Sachgebietsleiterin im Jobcenter Anhalt-Bitterfeld. Die 51-jährige Verwaltungsfachwirtin und Diplomlehrerin hat zuvor in diversen Kreisverwaltungen gearbeitet. "Meine 28-jährige Tochter ist Lehrerin und hat in Sachsen-Anhalt keine Anstellung gefunden. Sie unterrichtet jetzt in Hamburg", so Kuhnert, die der Landesregierung mit Blick auf die Kürzungspläne ins Stammbuch schreibt: "Bildung ist unser wichtigster Rohstoff!" Die Vorsitzende der Liberalen Frauen in Sachsen-Anhalt zählt Bewegung an der frischen Luft, sportliche Betätigung, Kultur, Kunst, Geschichte und Reisen zu ihren Hobbys. Im Gräfenhainichener Stadtrat ist sie einzige FDP-Vertreterin und leitet den Kultusausschuss.


Quelle:MZ