Spiele vom WE in der MZ
PR Team, 14.10.2013
Jessen blamiert sich gegen Kreisoberligist
Landesklassenteam fliegt aus Kreispokal.
WITTENBERG/MZ/WMI/AR - Die Viertelfinalisten bei den Kreispokalwettbewerben der Fußball-Kreisfachverbände Wittenberg und Anhalt stehen seit dem Sonnabendnachmittag (fast) alle fest.
Kreisfachverband Wittenberg
Es war ein durchwachsenes Wochenende. Es gab die spannende Entscheidung vom Elfmeterpunkt ebenso wie das blamable Aus sowie den erwarten Sieg des Favoriten.
Als Letzterer ging Pokalverteidiger FC Grün-Weiß Piesteritz II in das Duell gegen den VfB Gräfenhainichen (beide Landesklasse). Am Ende kam die Oberliga-Reserve aus dem Volkspark mit dem 4:1-Sieg ohne nennenswerte Probleme eine Runde weiter, traf dabei selbst sogar nur dreimal. VfB-Kicker Marcus Emmerich machte mit einem Eigentor ein so nicht geplantes Geschenk (75.). Ansonsten ließen sich die Teams zunächst Zeit. Denn zur Pause führte der FC gerade mal 1:0 (Phillipp Scoop, 37.). Und nach der Pause schnupperte Gräfenhainichen sogar etwas Morgenluft, als Jens Stockmann ausglich (50.). Doch erneut Scoop (60.) sowie Michael Müller (86.) stellten das Favoritengleichgewicht wieder her.
Eine blamable Vorstellung leistete sich das Landesklassenteam von Allemannia Jessen bei Kreisoberligist Graf Zeppelin Abtsdorf. Ausgerechnet beim Spiel mit den meisten Zuschauern (75) unterlagen die Elsterstädter 0:6. Abtsdorf Mannschaftskapitän Andreas Tietel entpuppte sich als der genialste Torjäger mit fünf Treffern (23., 33., 36., 70., 84.). Norman Kaiser setzte sich einmal durch (77.).
Am längsten auf die Entscheidung warten mussten die Zuschauer beim Aufeinandertreffen des Kreisligisten Graf Zeppelin Abtsdorf II gegen das Kreisoberligateam Rot-Weiß Kemberg. Bis zum Ende der Verlängerung waren nämlich keine Tore gefallen. Erst im Elfmeterschießen zeigte Kemberg die besseren Nerven und setzte sich 6:4 durch.
Weitere Ergebnisse: Elster II - Seegrehna 2:1, Piesteritz III - Annaburg 1:6, Mühlanger - Zschornewitz/Muldenstein 3:0, Lebien - Linda 4:2, Möhlau - Pratau 4:3 (Nachholspiel aus der zweiten Hauptrunde, Möhlau trifft nun am 31. Oktober um 14 Uhr im Achtelfinale auf Trebitz)
Kreisfachverband Anhalt
Zweimal wurde die Frage, wer ins Viertelfinale einzieht, vom Elfmeterpunkt beantwortet. Zum einen warf der SC Vorfläming Nedlitz seinen Landesklassenkontrahenten Lok Dessau aus dem Rennen (11:10, nach der Verlängerung stand es 2:2). Zum anderen trennten sich im Kreisoberligaduell der SV Mildensee und Blau-Rot Coswig 3:5 (1:1 nach Verlängerung). Der Pokalsieger der vergangenen Saison, Blau-Weiß Klieken (Landesklasse), ließ indes bei seinem Auftritt bei TuS Kochstedt (Kreisoberliga) nichts anbrennen und setzte sich 5:2 durch. Doppeltorschütze Karsten Niesar (10., 51.), Florian Fischer (19.), Tim Schölzel (47.) und Marco Hellwig (57.) waren für den Erfolg verantwortlich. Trotzdem war Kliekens Trainer Peter Fischer nach dem Abpfiff mit der Leistung alles andere als zufrieden. "Ein glanzloser Sieg, mehr war das heute Nachmittag nicht. Wir sind weiter, anderes gibt es dazu nicht zu sagen", grummelte der Coach.
Weitere Ergebnisse: Einheit Dessau - Chemie Rodleben 0:7, SV Gohrau - Oranienbaum-Wörlitz 0:2, Mosigkau - Zerbst 2:3, Waldersee/Vockerode - Roßlau 1:3, Vorwärts Dessau - Walternienburg/Güterglück 2:0
Trainerlob trotz Pokal-Ende
EINTRACHT ELSTER Coach sieht bei 0:3-Niederlage gegen VfL Halle engagierte Leistung.
VON ULF ROSTALSKY
ELSTER/MZ - "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Sie hat sich richtig gut verkauft." Selten hat Jiri Andrusak eine Niederlage seiner Landesliga-Fußballer mit so positiven Worten bedacht. "Wenn wir in der Liga da anknüpfen, werden wir die Spiele bis zur Winterpause erfolgreich bestreiten."
Eintracht Elster hat auf heimischen Rasen gegen den VfL 96 Halle mit 0:3 verloren, ist somit ausgeschieden in der zweiten Runde des Landespokals, in dem man vergangene Saison für so viel Furore sorgte und erst im Halbfinale die Segel streichen mussten. "Das Ergebnis ist schon in Ordnung. Vielleicht ein Tor zu deutlich", erklärt Andrusak, der offensichtlich ein gutes Händchen hatte bei der Wahl seiner Startelf gegen den Oberligisten. Gleich vier Neue für die Anfangsformation brachte der Tscheche: Petr Ruzicka, Martin Thauer, Mathias Smetak und Stefan Scholz. Die nutzten ihre Chance und sorgten für ordentlichen Schwung im Eintracht-Spiel.
"Das wird heute hier nicht einfach für uns", vermeldete der Hallenser Anhang schon nach wenigen Minuten im Netz. Die Eintracht spielte mit, ein Zwei-Klassen-Unterschied war kaum zu spüren. "Die Spieler haben sich auf allen Positionen reingehängt", hat Andrusak festgestellt und gleichzeitig einen Kraftquell für den Liga-Alltag ausgemacht. Die Neuen hätten ihre Chance genutzt und damit den Konkurrenzkampf um die Plätze in der Anfangself weiter entfacht. "Jetzt sind alle gefordert."
Landesliga gegen Oberliga: Auf dem Papier schien alles klar. Allerdings versteckte sich die Eintracht nicht und agierte aus der tief stehenden und von Petr Ruzicka organisierten Abwehr heraus immer wieder offensiv nach vorn. "Ein, zwei Riesen", hat der Trainer gesehen und in seinem Notizbuch vermerkt. Elster hätte sogar in Front gegen können. Doch irgendwie fehlte das Glück. Nach Flanke von Stefan Scholz verfehlte Martin Thauer das Gehäuse von 96-Torwart Christian Bienko nur knapp.
"Ich habe die Jungs vor der Cleverness der Hallenser gewarnt." So kommentiert Andrusak das bittere Gegentor kurz vor der Halbzeitpause. Denn das fiel sozusagen aus dem Nichts. Gemächlich trudelten die Eintracht-Kicker zurück, als der Ball in Höhe Mittellinie ins Seitenaus gespielt worden war. Schneller Einwurf, Flanke, Tor durch Martin Gröbel (40.). So einfach geht Fußball.
Das 2:0 für die Gäste markierte Tobias Cramer mit einem Elfmeter (50.). Im Kopfballduell sollte Petr Ruzicka zuvor im Straftraum die Hand zu Hilfe genommen haben. "Schiedsrichterentscheidung." Mehr sagt Andrusak nicht dazu. Zumal er auch danach eine Eintracht erlebte, die locker mitspielte und mit dem allein vor dem Hallenser Tor auftauchenden Fabian Schlüter eine weitere Riesenchance besaß. Stattdessen machten die Saalestädter in der 78. Minute mit dem 3:0 durch Steve Braun alles klar. "Gut, zum Schluss hat uns einfach die Kraft gefehlt", stellt Andrusak fest. Da waren sie dann doch, die zwei Klassen Unterschied.
Eintracht Elster: Robin Brandenburg, Petr Ruzicka, Zsolt Weigerding, Fabian Schlüter, Kevin Schüler, René Rosenberger, Kay Stephan (85. Benjamin Witt), Michal Obrtlik (85. David Kühnast), Stefan Scholz, Mathias Smetak, Martin Thauer (68. Laszlo Lango)
Sie können es doch

GRÜN-WEISS PIESTERITZ Volkspark-Elf bleibt nach 2:1 gegen Schönebeck im Rennen.
VON ANDREAS RICHTER
WITTENBERG/MZ - Die Oberliga-Fußballer des FC Grün-Weiß Piesteritz können doch noch gewinnen. In der zweiten Landespokalrunde erkämpften sie sich am Sonnabend einen 2:1-Erfolg gegen Gastgeber Schönebecker SC (Verbandsliga). Ein wichtiger Sieg für das bisher glücklose Tabellenschlusslicht in der Liga.
Die Entscheidung selbst stand eigentlich nach 15 Minuten fest. Denn innerhalb einer Viertelstunde fielen alle drei Tore. Den raschen Trefferreigen eröffneten die Gäste nach zwei Minuten. Ein völlig überraschter Platzherr mischte sich nicht ein, als eine Ballstafette über Kevin Gerstmann und Robert Römer bei Tim Hebsacker landete, der ohne Umschweife vollendete. Allerdings zeigte das keine Schockwirkung bei den Gastgebern. Der Verbandsligist fand nach anfänglichen Schwierigkeiten in das Spiel und witterte seine Chance. Die kam in der 13. Minute, Andreas Sommermeyer knallte das Leder in die Piesteritzer Maschen. Dies ließ sich der Gast wiederum nicht gefallen. Der zunehmend spielbestimmende Oberligist antwortete gleich zwei Minuten später. Kapitän Gerstmann versuchte zunächst einen Freistoß im gegnerischen Tor unterzubringen. Schönebecks Keeper Bryan Giebichenstein reagierte, ließ den Ball jedoch abprallen. Ein Fehler, denn das Leder landete vor den Füßen von Philipp Schlüter, der prompt annahm und das zweite Tor für den FC klar machte.
Was folgte, war bis zum Abpfiff eine sehr emotional und kämpferisch geführte Begegnung, auf beiden Seiten. Olaf Aßmann, Co-Trainer der Piesteritzer, meinte hinterher: "Schönebeck hatte heftige Gegenwehr angekündigt, die dann auch kam. Zudem mussten wir wegen der starken Regenfälle auf den Nebenplatz ausweichen, eigentlich war das nur eine bessere Blumenwiese. Diesen Sieg haben wir nicht geschenkt bekommen." Aßmann lobte zudem Schiedsrichter Tim Kohnert, "der mit den Emotionen sehr gut zurecht kam und aus meiner Sicht eine solide Leistung bot".
Wirklich? Wie war das in der siebenten Minute? Wurde Tobias Klier im Strafraum von den Füßen geholt, doch der Unparteiische gab einen eigentlich klaren Elfer für den FC nicht? "Ich persönlich habe die Situation nicht deutlich gesehen, wir sollten diese letztlich nicht überbewerten", so Aßmann.
Die Bilanz der Piesteritzer Trainer für das gesamte Team fällt positiv aus: "Wir haben endlich wieder die Mannschaft gesehen, die wir kennen." Einen Akteur hob Olaf Aßmann hervor. "Dickes Lob an Marvin Kleinschmidt, der im Tor eine hervorragende Arbeit geleistet hat." Und den FC einige Male vor Gegentreffern bewahrte. Beispiele: 28. Minute, Kleinschmidt entschärfte einen Freistoß. 57. Minute, der FC-Keeper unterband den erfolgreichen Abschluss eines Schönebecker Angriffs.
Nur alles eitel Sonnenschein am Samstag bei Piesteritz? Nein, in einem Punkt gab es dann doch Kritik von Olaf Aßmann. "Wir hätten locker mit drei oder vier Toren mehr gewinnen können, noch bleiben zu viele Chancen liegen. Aber auch daran arbeiten wir."
FC Grün-Weiß Piesteritz: Marvin Kleinschmidt, Philipp Schlüter, Florian Freihube, Pawel Wojciechowski, Kevin Gerstmann, Frank Lehmann, Tobias Klier (88. Rick Albrecht), Robert Römer, Oliver Hinkelmann, Tim Hebsacker, Marko Trogrlic
Quelle:MZ
