Vorschau Fussball WE
PR Team, 22.11.2013
LANDESKLASSE
Volkspark-Elf will Gegner auf Distanz halten
Neuberg-Truppe hat nur drei Punkte Vorsprung.
VON DIETMAR BEBBER
WITTENBERG/MZ - Die meisten Teams in der Fußball-Landesklasse, Staffel fünf, hatten am vergangenen Wochenende spielfrei. Gefordert waren nur die Mannschaften, die in den Kreispokalwettbewerben ihres Fachverbandes die nächste Runde erreichen wollten. Ab Sonnabend - alle Partien werden um 14 Uhr angepfiffen - gilt für alle Vereine eine Devise: An den noch verbleibenden zwei Spieltagen bis zum Ende der Hinrunde möglichst viele Punkte zu sammeln.
Zweimal besonderes Interesse
Neben dem Duell der zwei Oberligareserven aus Sandersdorf (5.) und Piesteritz (1.) wird das Derby zwischen Kemberg (10.) und Gräfenhainichen (3.) bei den Fans das größte Interesse wecken. Der SV Rot-Weiß Kemberg kann sich trotz seiner beachtlichen Serie von sieben Punktspielen in Folge ohne Niederlage nicht sicher fühlen. Denn in der unteren Tabellenhälfte herrscht ein unwahrscheinlich dichtes Gedränge. Der VfB Gräfenhainichen kann als Dritter weitaus entspannter in dieses Duell gehen. Kemberg muss auf die gesperrten René Fischer und Marc Seeger verzichten. Spitzenreiter FC Grün-Weiß Piesteritz II wird bei der SG Union Sandersdorf II (5.) alles geben, um die Konkurrenz auf Distanz zu halten. Denn der Vorsprung auf den SV Friedersdorf beträgt nur drei Punkte.
Spannende Kellerduelle
Die Begegnung zwischen dem SV Allemannia Jessen (15.) und dem TSV Mosigkau (13.) ist eines der an diesem Spieltag stattfindenden Kellerduelle. Für Jessen und Mosigkau wird die Aufgabe Sieg durch das Fehlen von Stefan Lutzmann (Rotsperre) und Christian-Max Dämmrich (fünfte Gelbe, TSV) erschwert. Um schnell den Abstiegsplatz zu verlassen, benötigt der SV Blau-Rot Pratau (14.) im zweiten Kellerduell gegen den VfB Zahna (16.) alle drei zu vergebenden Zähler. Für den Aufsteiger aus Zahna wird bei einer weiteren Niederlage die Mission Klassenerhalt immer mehr zur unlösbaren Aufgabe. Der HSV Gröbern (9.) wird der SG Trebitz (12.) sicher einen heißen Tanz liefern. Es gilt, die Pokal-Pleite beim Kreisligisten Merzien (0:3) vergessen zu machen. Die Gäste aus Trebitz dürfen Andreas Meene (Gelb-Rot) nicht einsetzen. Der SV Grün-Weiß Annaburg (4.) muss bei der SG Reppichau (7.) Farbe bekennen. Den Hausherren stehen Kevin Villwock (Gelb-Rot) und Norman Walla (Rot im Kreispokal) nicht zur Verfügung, Annaburgs Manuel Richter (fünfte Gelbe) ist ebenfalls zum Zuschauen verurteilt. Im Roßlauer Elbesportpark kommt es zwischen Germania Roßlau (11.) und dem ESV Lok Dessau (8.) zum mit Spannung erwarteten Stadtduell. Aufsteiger Lok düst recht unbeirrt dem Saisonziel Klassenerhalt entgegen. Dem SG Blau-Weiß Klieken (6.) steht gegen den SV Friedersdorf (2.) Kevin Kählitz (Sperre) nicht zur Verfügung.
Eintracht-Coach fordert nächsten Sieg

LANDESLIGA Elster fährt zum Merseburger SV. Kapitän Schlüter sitzt Sperre ab.
VON ULF ROSTALSKY
ELSTER/MZ - Gegen den SV Merseburg soll der dritte Liga-Sieg in Folge her. Das ist die klare Forderung, die Elsters Coach Jiri Andrusak gegenüber seinen Landesliga-Fußballern ausspricht. "Alles andere wäre eine Enttäuschung." Der Trainer legt die Messlatte hoch. Zu hoch? "Ich habe Vertrauen in meine Mannschaft. Die spielerische Qualität ist auf unserer Seite." Die Eintracht hat sich festgesetzt an der Tabellenspitze, Merseburg hingegen steckt im Abstiegskampf und hat bereits verkündet, ab der Rückrunde mit einem neuen Übungsleiter Schwung aufnehmen zu wollen. Marko Zenau vom Verbandsligisten 1. FC Bitterfeld-Wolfen wird der neue Chef beim SV. Für Andrusak ist offensichtlich, was in Merseburg vor sich geht. "Die Mannschaft muss was reißen. Sie wird kämpfen um jeden Punkt. Auch gegen uns."
Ein einfaches Spiel scheint die Auswärtsbegegnung für Elster genau deshalb nicht zu werden. Zumal die Merseburger das Gros ihrer wenigen Punkte zu Hause eingefahren haben. Andererseits wartet Elster mit einer stattlichen Auswärtsbilanz auf. Auf fremdem Rasen hat die Andrusak-Elf in der laufenden Saison tatsächlich mehr Zähler geholt als im Brale-Sportpark. Die Fakten nimmt der Eintracht-Coach zur Kenntnis, vertraut allerdings weniger auf die Bilanz der Vergangenheit als auf die Fähigkeiten seiner Kicker. Die werden gegen Merseburg gefordert sein. "Wir müssen die Räume hinten eng machen. Es geht nicht, dass wir immer wieder einfache Tore kassieren." Der Trainer bringt auch das Freundschaftsmatch gegen den SV Seegrehna ins Spiel. Am letzten Wochenende hatte die Eintracht beim zwei Klassen tiefer spielenden Verein alles im Griff. Lässigkeit und mangelnde Konzentration führten allerdings zu drei Gegentoren. "So etwas nutzt jede Mannschaft aus." Für Andrusak ist klar, dass konsequentes Abwehrverhalten der Schlüssel zum Erfolg sein wird. Kombiniert natürlich mit einer starken Offensive. Da dürfte dem Coach allerdings nicht Bange sein. In der Liga hat bisher keine Mannschaft so häufig getroffen wie seine Eintracht.
Im Training hat alles bestens funktioniert. Erstmals seit längerer Zeit hatte der Coach 16 Spieler bei den Übungseinheiten an Bord. Improvisieren muss er in Merseburg dennoch. Kapitän Fabian Schlüter fehlt gesperrt. Ob Mathias Smetak von Beginn an auflaufen kann, ist noch offen. Der Stammspieler kränkelte unter der Woche. "Aber prinzipiell sieht es gut aus. Wir werden mit voller Kapelle am Sonnabend anrücken."
Merseburg hat in den letzten beiden Spielen zurückgefunden in die Spur. Einem Unentschieden gegen Bennstedt folgte der Sieg gegen Herrengosserstedt. Elster ist allerdings am Samstag ab 14 Uhr der klare Favorit. "Wir wollen der Partie unseren Stempel aufdrücken", erklärt der Trainer und ist sicher, dass sich in Merseburg eine ordentliche Begegnung entwickeln wird. "Das Spielfeld ist groß, der Platz bestens bespielbar. Das sollte uns entgegenkommen."
Keine Spur von Derby-Fieber

FUSSBALL Oberligist Grün-Weiß Piesteritz erwartet Aufsteiger Sandersdorf. Dem Gastgeber fehlen einige Leistungsträger.
VON THOMAS TOMINSKI
WITTENBERG/MZ - Die Zeit der großen Derby-Sprüche scheint vorbei zu sein. Der Sandersdorfer Chefcoach Mike Sadlo bezeichnet das Duell gegen Piesteritz als ganz normales Oberliga-Spiel, das bei seinen Jungs keine besonderen Emotionen auslöst. Trainerkollege Uwe Ferl hat aufgrund der Personalmisere ganz andere Sorgen, als ein verbales Störfeuer Richtung Sandersdorf abzuschießen. "Wir sind am Sonnabend nur Außenseiter", meint Ferl, der mit Marko Trogrlic, Dawid Ambroziak und Jeffrey Neumann auf drei Spieler verzichten muss, die bisher in der ersten Halbserie gesetzt waren. "Mir steht praktisch kein Stürmer zur Verfügung", fügt der 55-Jährige an, der mit Michael Müller und dem zum Verteidiger umfunktionierten Angreifer Frank Lehmann zumindest noch Alternativen besitzt. Ferl fordert von seinen Schützlingen den Sieg nicht um jeden Preis, auch wenn der FC Grün-Weiß als Tabellenletzter aktuell mit dem Rücken zur Wand steht. "Wenn die Mannschaft alles gegeben hat, ist ein Punkt auch okay", meint er und hofft, dass die Landespokalpleite in Irxleben (0:3) nicht zu sehr am Selbstbewusstsein seiner Spieler genagt hat. Der Coach erwartet von seinen Jungs unbedingten Siegeswillen, damit das rettende Ufer nicht in weiter Ferne verschwindet. Die Piesteritzer haben Respekt vor Union Sandersdorf. Der Oberliga-Aufsteiger ist Siebenter, hat 18 Punkte auf dem Konto und als Zugabe das Viertelfinale des Landespokalwettbewerbs erreicht. Hier treffen die Unioner am 14. Dezember auf Titelverteidiger 1. FC Magdeburg.
Gäste-Coach Mike Sadlo bezeichnet den bisherigen Saisonverlauf als gutes Zwischenergebnis. "Wir haben bisher noch nichts erreicht", sagt er und betont, dass er Schulterklopfer kategorisch zur Seite schiebt. Die Unioner kommen in den Volkspark - der Anstoß erfolgt am Sonnabend um 13.30 Uhr -, um ihre Bilanz mit drei Punkten aufzubessern. In Sachen System will sich der 42-Jährige nicht in die Karten schauen lassen. "Das variiert", erzählt er vielsagend und verweist darauf, dass er in dieser Saison bereits vier Systeme ausprobiert hat. Insgesamt erwartet Sadlo eine kampfbetonte Partie, denn Piesteritz kann sich keine weitere Niederlage leisten.
Uwe Ferl teilt diese Einschätzung. Sandersdorf ist zwar das spielstärkere Team, doch seine Elf wird per aggressivem Zweikampfverhalten versuchen, dem Favoriten den Schneid abzukaufen. Nach dem Landespokal-Aus in Irxleben hat Ferl nach der Kollektiv-Schelte am Montag noch einmal Einzelgespräche mit den Leistungsträgern geführt. Denen sei es nach dem 4:1 gegen Erzgebirge Aue II nicht gelungen, die Mannschaft aus der sportlichen und mentalen Talsohle zu führen. "Ich war ziemlich sauer", gibt er offen zu. Für die Grün-Weißen gilt es, nach vorn zu schauen. "Wir haben nicht mehr viele Chancen, vor der Winterpause Punkte zu sammeln." Da reicht es eben nicht, wie zum Beispiel in Irxleben nur 65 Minuten guten Fußball zu spielen.
Quelle:MZ
