UNTERSTÜTZUNG Sportvereine sind auf die Hilfe von Sponsoren
PR Team, 12.02.2014
Dosierter Geldregen
UNTERSTÜTZUNG Sportvereine sind auf die Hilfe von Sponsoren angewiesen.
VON ANDREAS RICHTER
WITTENBERG/MZ - Zum Anfang eines jeden Jahres gleichen sich die Bilder bei jenen, die als potenzielle Sponsoren von Sportvereinen in Frage kommen. Persönlich, schriftlich oder telefonisch trudeln die Nachfragen ein, ob man nicht finanziell oder mit Sachspenden unterstützt werden könnte. Nahezu alle Sportvereine sind mittlerweile auf diese Hilfe angewiesen. Ohne sie würden bei so manchem die Lichter womöglich ganz ausgehen.
Anfragen nehmen zu
Aber: Der Geldregen setzt zunehmend dosierter ein. Denn auch der Sponsor hat es immer schwerer, sich zu entscheiden. Da ist zum einen die Masse der Vereine und somit der Anfragen. Zum anderen müssen Unternehmen immer genauer hinschauen, wie viel Geld sie an wem ausreichen können.
Peter Auch, Chef des gleichnamigen Speditionsunternehmens aus Groß Naundorf, engagiert sich seit Jahren für den Sport im Raum Annaburg. Und wenn er könnte, wie er wollte, würde er jede Anfrage positiv beantworten. Allerdings: "Die Gewinnspannen in den Firmen nehmen immer mehr ab. Und ich als Chef muss Maß halten. Wie soll ich meinen Mitarbeitern plausibel erklären, dass sie keine Lohnerhöhung bekommen können, ich aber einem Fußallverein tausende Euro gebe. Das geht nicht."
Gleichwohl ist der Speditionschef weiterhin bereit, den Sport zu unterstützen. Er macht jedoch Unterschiede. "Ganz ehrlich, es gibt kein Geld, um beispielsweise Sportler zu bezahlen. Das ist in unserer Region nicht nötig und auch der falsche Weg. Lieber investiere ich in den Nachwuchs- und Breitensport oder unterstütze solche Mannschaften, die vor allem mit Spaß dabei sind."
Daher sind für den Firmenchef sportliche Erfolge gar nicht so sehr der Gradmesser. "Ich sortiere jedenfalls nicht danach aus, ob man in der Liga Erster oder Letzter ist. Das Engagement der Leute vor Ort muss stimmen." Beispiele, dass der alleinige Leistungsgedanke Sponsoren und Sportvereine rasch in eine Sackgasse führen kann, gebe es im Landkreis schon genügend.
Peter Auch spricht aber ein Phänomen an, das auch andere Unternehmer immer wieder vorbringen. Das Problem mit der Spendenquittung. Eigentlich ein einfaches Prozedere: Die Firma bekommt für eine finanzielle Zuwendung eine Quittung, die man für die Buchhaltung und die Abrechnung beim Finanzamt benötigt. Wenn man aber manchen Vereinen monatelang hinterherrennen muss und am Ende womöglich ganz ohne Beleg dasteht, nervt und ärgert dies. Und so mancher hat es sich dadurch bereits mit dem möglichen Geldgeber verscherzt.
Die Ehrenamtlichen setzen es um
Solche Sorgen hat die Sparkasse Wittenberg nicht. Sagt jedenfalls Ralf Fincke, Mitglied des Vorstandes. Das Geldinstitut zählt im Landkreis Wittenberg zu den größten Sponsoren. So stellte die Bank im Jahr 2013 den regionalen Sportvereinen ein Gesamtvolumen von fast 150 000 Euro zur Verfügung.
"Wir geben den Vereinen mit dem Geld das Benzin für ihre Arbeit. Aber es braucht die Ehrenamtlichen vor Ort, die dafür sorgen müssen, dass man mit dieser Hilfe am richtigen Ziel ankommt", betont Fincke. Auch er erklärt, dass Ergebnisse nicht im Vordergrund stehen. Das Augenmerk liege auf dem Breitensport und Nachwuchsbereich. "Sport hat nun einmal die Aufgabe, Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu ermöglichen. Da möchten wir helfen."
Die meiste Arbeit liegt im Monat Januar auf dem Tisch. Ralf Fincke lacht: "Da haben unsere Kollegen, die sich mit dem Thema beschäftigen, stets gut zu tun. Allerdings hat sich manches bereits geändert. So gibt es größere Vereine, mit denen wir richtige Sponsorenverträge abgeschlossen haben mit festgelegten Terminen und Summen." Im Grunde genommen können aber das gesamte Jahr über Anträge eingereicht werden. "Wir weisen niemanden ab." Und noch eine gute Nachricht hat Fincke. Zum einen ist die Höhe der Summen in den vergangenen Jahren stabil geblieben. "Und auch künftig halten wir an unserem Engagement fest, wollen 2014 und darüber hinaus mit unseren Möglichkeiten helfen. Eine Kürzung dieser Hilfe ist nicht vorgesehen."
LEISTUNGEN
Selbst Toilettenbenutzung hilft
Auch beim Kreissportbund Wittenberg (KSB) kennt man sich mit dem Thema Sponsoring bestens aus. So akquiriert der KSB allein jedes Jahr um die 100 000 Euro für die Durchführung von Großveranstaltungen. Dies betrifft neben anderen die Wittenberger Radsporttage oder die Sportgala.
KSB-Geschäftsstellenmitarbeiter Rene Stepputtis erklärt, dass man aber nicht nur allein auf finanzielle Mittel oder Sachspenden zugreifen kann. "Man darf die ganzen anderen Sachen, die in keiner Abrechnung auftauchen, nicht vergessen. Ein Beispiel: Wenn wir bei einer Veranstaltung die Toilettenanlagen eines Vereines oder der Stadt kostenlos mitbenutzen dürfen, ist das ebenso wertvoll wie Helfer, die, ohne einen Cent zu nehmen, stets dabei sind." AR
Quelle:MZ
