KOL BTF: Sind die Plätze bereits vergeben?
PR Team, 20.02.2014
Fußball-Kreisoberliga Sind die Plätze bereits vergeben?
Daniel Pidde (BILD: archiv/rebsch)
Von christian kattner
Aken oder doch Pouch-Rösa? Brehna oder die Friedersdorfer Reserve? Vor dem Rückrundenstart in der Fußball-Kreisoberliga sind sich viele Verantwortliche über die Platzierungen einig.
bitterfeld/MZ.
Es hätte deutlicher sein können, aber die Tendenz geht ganz klar in eine Richtung: Stellt man den Kreisoberligisten die Frage nach dem Aufsteiger, dann fällt fast immer der Name TSV Elbe Aken. 13 der insgesamt 17 Vereine haben sich festgelegt, dass der aktuelle Spitzenreiter auch am Ende das Rennen um den Aufstieg gewinnen wird. „Aken“, platzte es etwa sofort aus Andreas Schenner heraus. Der Spieler und Abteilungsleiter des SV Wulfen will überhaupt keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass es der TSV am Ende schafft. Einen ganz anderen Favoriten hat Steffen Schliemann ganz oben auf dem Zettel: „Gröbzig wird Erster und steigt auf“, sagt der Abteilungsleiter des SV Gölzau, „dahinter werden sich Aken, Pouch-Rösa und Roitzsch um den zweiten Aufstiegsplatz, den es wahrscheinlich geben wird, streiten.“
Zurückhaltung beim Favoriten
Und was sagt der Favorit? „Im Moment steigt der TSV Elbe Aken auf“, so Trainer Holger Nöthling, „wenn man Erster ist und eine gute Hinrunde gespielt hat, dann kann man das so sagen.“ Trotzdem ist der Akener Trainer etwas vorsichtig, die Konkurrenz sitzt ihm und seiner Mannschaft im Nacken. Fünf Mal fiel der Name des SV Pouch-Rösa, auch den SV Roitzsch und den VfB Gröbzig erwarten einige Vereine noch ganz oben. Da könnte es den Akenern zugute kommen, dass es am Ende der Saison vielleicht zwei Aufsteiger gibt (siehe „Zwei Aufsteiger“).
Das hätte dann natürlich auch Auswirkungen auf den Abstiegskampf. Würden zwei Mannschaften die Kreisoberliga in Richtung Landesklasse verlassen und von dort keine aus Anhalt-Bitterfeld absteigen, würde es plötzlich nur noch einen Absteiger geben.
Anders als bei der Umfrage in Richtung Aufstieg gestalten sich das Rennen im Tabellenkeller nicht ganz so eindeutig. Der TSV Blau-Weiß Brehna wird von sieben Vereinen als heißester Abstiegsanwärter gesehen. „Mit nur sechs Punkten werden die es sehr schwer haben“, sagt etwa Daniel Pidde, Trainer beim VfB Gröbzig. In Brehna sieht man das natürlich etwas anders. „Es könnte ein Ding zwischen Wulfen und Friedersdorf II werden. Sollte die erste Friedersdorfer Mannschaft der Reserve keine Unterstützung bieten können, dann glaube ich an einen Absteiger Friedersdorf II“, sagt Stefan Schröter, technischer Leiter des aktuellen Schlusslichts der Liga.
Der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze beträgt - wenn es nur einen Absteiger am Ende der Saison geben wird - sechs Punkte. Zu Osternienburg sind es bereits zehn Punkte und doch haben die Hertha einige Vereine auf der Liste. „Nach dem Abgang von Benno Göschik zu TuS Leutzsch nach Leipzig sehe ich die Hertha mit schwachem Kader als ersten Abstiegskandidaten“, sagt etwa Zörbigs Trainer Jörg Opitz. Das sehen die Verantwortlichen in Osternienburg wiederum ganz anders: „Wulfen steigt ab, das ist meiner Meinung nach die schlechteste Mannschaft“, sagt Thomas Doczekala, Vorsitzender bei der Hertha.
Überraschung der Hinrunde
Dabei gehörte seine Mannschaft schon in der Hinrunde zu den Überraschungen. Nur die wenigsten hatten geglaubt, dass der Verein sechzehn Punkte holen würde. Auch René Ciesilski muss noch einmal nachfragen, als er von der Punktausbeute der Osternienburger hört. Das liegt weniger daran, dass Ciesilski bei Pouch-Rösa in der Winterpause das Traineramt übernommen und somit neu in der Liga ist. Vielmehr ist er überrascht, da er Osternienburg nicht so stark einschätzt.
Auf die Frage nach einem möglichen Überraschungsteam der Rückrunde nennt er dann auch einen Verein, den mehrere als Geheimtipp sehen: den Holzweißiger SV. „Für eine Überraschung - und davon bin ich voll überzeugt - wird der Holzweißiger SV sorgen“, sagt Carsten Schröter, „die melden in der Winterpause über ein Dutzend Neuzugänge. Der HSV wird wohl kaum noch Punkte lassen und in der Tabelle einen gehörigen Sprung machen“, so der Trainer von Rot-Weiß Thalheim II.
Dann gibt es da aber auch die Mannschaft des VfB Gröbzig. Der Landesklasse-Absteiger hatte zu Beginn seine Probleme, mittlerweile ist das Team von Trainer Daniel Pidde aber mehr als ein Geheimtipp. Nicht nur Steffen Schliemann traut den Gröbzigern einiges zu. „Für eine Überraschung in der Rückrunde könnte der VfB Gröbzig sorgen“, sagt Frank Belitz. Noch deutlicher wird Alexander Bittl: „Gröbzig hat meiner Meinung nach gute Karten“, sagt der Trainer des 1. FC Bitterfeld-Wolfen II, „wenn sie ihre Platzverweise in den Griff bekommen, muss man mit Gröbzig rechnen.“ Für Bittl ist Gröbzig mehr als eine mögliche Überraschung, er zählt den VfB zu den Aufstiegsfavoriten. Daniel Pidde muss bei so viel Lob verlegen lächeln, sieht vor allem ein Team viel stärker: „Favorit ist Aken.“
Ein sehr populärer Tipp also. Aber es gibt auch Verantwortliche, die sich nicht so recht festlegen wollen. „Wir befinden uns selber im Abstiegskampf“, sagt etwa Michal Küster, Abteilungsleiter in Schortewitz, „das machen vier bis fünf Mannschaften unter sich aus.“ Diplomatie ist meist dann angesagt, wenn sich der eigene Verein im Auf- oder Abstiegskampf befindet. „Ich hoffe, nicht wir“, sagt Frank Belitz auf die Frage nach dem Absteiger. Die Antwort darauf wird der Quellendorfer Abteilungsleiter nach den 16 Spieltagen der Rückrunde bekommen. Und die versprechen viel Spannung.
Quelle:MZ
