Interview mit VfB Präsidentin C. Kuhnert

PR Team, 02.04.2014

Interview mit VfB Präsidentin C. Kuhnert

Hänicher Bote: Heute mit VfB-Präsidentin Cornelia Kuhnert

Nicht nur meckern, mitmachen!

(Gräfenhainichen/HB). Nein, dem „Hänicher Boten“ das Abseits erklären will sie nicht. „Das können andere viel besser“, sagt Cornelia Kuhnert. Fast genau ein Jahr ist sie nun schon Präsidentin des städtischen Fußballvereins VfB. Hört man sich im Verein um, gibt es zu dieser „Personalie“ durchweg anerkennende Zustimmung. „Die Conny kümmert sich“, ließe sich der Meinungsquerschnitt rasch zusammenfassen. Seit 20 Jahren im Gräfenhainichener Stadtrat für die FDP unterwegs, hat die 52-Jährige auch deftige Schlappen hinnehmen müssen. Die schwache Anzahl an Wählerstimmen bei der jüngsten Bundestagswahl war eine solche. Davon unbeeindruckt leistet die Sachgebietsleiterin im Bitterfelder Jobcenter reichlich Freizeit für ihren Verein. „Gelb-blau sind meine Farben“, lächelt sie, wohnt ja auch in unmittelbarer Nähe zum Sportkomplex. Das sorgt für kurze Wege – ein Vorteil. Bereits vor ihrer Präsidentinnenwahl arbeitete sie zwei Jahre im Vorstand mit. „Da habe ich schon mal reingerochen ins Geschäft“, resümiert sie. Man könne eben einen Verein nur führen, wenn man wisse, was los ist. Gleichzeitig lobt sie „ihre“ Führungsriege. „Du musst immer Leute haben, die mitmachen“. Der VfB zählt derzeit rund 200 Mitglieder. Gut die Hälfte davon sind Kinder. Es freut die Chefin, dass außer der A-Jugend alle Altersklassen besetzt sind und am Spielbetrieb teilnehmen. „Das schaffen ganz viele Vereine nicht mehr“. Natürlich weiß sie, dass der Gräfenhainichener Fußball einst rosigere Jahre erlebte – in Glanzzeiten von Leistung und Zuschauerinteresse mit führend im damaligen Bezirk Halle. „Früher waren mehr Zuschauer beim Training, als jetzt zu den Spielen“, meinte neulich mit süßsaurer Miene ein ehemaliger Fußballer. „Aber das ist fast überall so“, kontert Daniel Richter. Der 26-Jährige ist nicht nur mit Herz und Seele VfBer, sondern auch der anerkannt beste Spieler dieser Mannschaft. Und, Kuhnert lobt, „Daniel kümmert sich, ist immer zur Hilfe bereit“. So auch jetzt, als es mal wieder ums Geld geht. Investitionen stehen an. Der Rasenplatz ist ein Acker, die Brunnen- wie die Flutlichtanlage sind marode. Und ein Kunstrasenplatz wäre toll, auch für andere Mannschaften der Region.

Kuhnert lobt die Eigeninitiative etlicher Vereinsmitglieder, „um das Stadion schön zu machen“. Im Keller des Sportforums ist man dabei, einen Clubraum einzurichten. Das Imbissangebot bei den Heimspielen soll in eigene Hände genommen werden. Während alle drei Plätze städtisches Eigentum sind, gehört das Sportforum dem VfL, Saal und Gastraum dem Kulturverein. Mietzahlungen sind zu leisten. Die Zusammenarbeit mit der Stadt habe sich „intensiviert und gebessert“, sagt die Präsidentin. Aber überall, ob im Verein oder im städtischen Miteinander gäbe es „noch Reserven“. Ihr Motto: „Nicht nur meckern, mit anpacken.“ Etliche Sponsoren unterstützen den VfB, wie die Gräfenhainicher Wohnungsgesellschaft.

Auch sportlich steckt Cornelia Kuhnert Ziele. Die erste Mannschaft möge in der Landesklasse „oben dran bleiben“. „Platz drei wäre toll“, sagt sie und kramt indes schon in ihren Unterlagen. Bei Lotto-Toto sollen die Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung für die umfangreichen geplanten Maßnahmen ausgelotet werden. Denn die von Stadträtin Kuhnert erhofften 100.000 Euro (die Hälfte käme – vielleicht – aus der Sportstättenförderung) stießen bei ihren kommunalpolitischen Mitstreitern auf wenig Gegenliebe.

Kurz gefragt!

Lieblingsessen: Linsensuppe süß/sauer

Lieblingsgetränk: Rotwein

Lieblingsrestaurant: Restaurant „Athos“ in GHC

Lieblingsurlaubsort: Nordsee/Südafrika

Lebensmotto: Der Weg durch die Wüste istkein Umweg.

Drei Personen, mit denen Sie gern einmal zu Abend essen würden: Gerhard Delling, Günter Netzer, Hans-Dietrich Genscher

Text & Foto: Wolfgang Grahl


Quelle:Hänicher Bote