Piesteritzer Lebenszeichen/Mosigkau glückt die Revanche

PR Team, 22.04.2014

Piesteritzer Lebenszeichen/Mosigkau glückt die Revanche

Piesteritzer Lebenszeichen

FUSSBALL Oberligateam holt gegen Schott Jena drei wichtige Punkte im Abstiegskampf.

WITTENBERG/MZ/AR - Mit einer couragierten Leistung haben die Oberligafußballer des FC Grün-Weiß Piesteritz am Sonnabendnachmittag im Abstiegskampf ein wichtiges Lebenszeichen von sich gegeben. 4:2 fertigten die Jungs von Cheftrainer Uwe Ferl die Gäste des SV Schott Jena im Volkspark ab. Damit haben die Piesteritzer mit jetzt 18 Punkten den Abstand zu Ligaschlusslicht Heidenauer SV (zehn Zähler) weiter ausgebaut und zugleich den Abstand zum ersten Nichtabstiegsplatz (Einheit Rudolstadt) verkürzt (sieben).

Die Freude war am Sonnabend bei allen Piesteritzern und deren Fans groß. Der Sieg ist zugleich ein Zeichen dafür, dass das mentale Rezept des Trainerduos Uwe Ferl/Olaf Aßmann offensichtlich erste Früchte trägt. Denn die Chefs an der Seitenlinie haben sich und dem Team weitere Endlos-Diskussionen zum Thema Klassenerhalt untersagt. Das neue Motto lautet: "Wir denken nur noch von Spiel zu Spiel und reden erst dann wieder offensiv über den Verbleib in der Oberliga, wenn wir so viele Punkte wie nötig zusammenhaben und die reale Chance besteht, wirklich in dieser Liga in der Saison 2014/15 weiterzuspielen."

Die Jungs sollen stattdessen mit sehbarer Lust am Zweikampf und Spaß am Fußballspielen in die restlichen Partien gehen. Dies machten sie am Sonnabend. Von Beginn an war den Volkspark-Kickern anzumerken, dass sie sich wenigstens zu Ostern selbst das schönste Geschenk bereiten wollten. Dass man dabei mit den Jenaern eine harte Nuss zu knacken hatte, wurde rasch deutlich. Die ersten 20 Minuten forderten den Platzherren. In dieser Phase musste Grün-Weiß-Keeper Daniel Zschiesche bereits beweisen, wie gut er seinen Kasten sauber halten kann. Dann aber, in der 20. Minute, legte sich Florian Freihube nach einem Jenaer Handspiel im Strafraum den Ball zum Strafstoß zurecht und vollendete eiskalt. Jena versteckte sich indes nicht. Im Gegenteil, angestachelt durch den Rückstand fiel nur elf Minuten später der Ausgleich (31., Maximilian Enkelmann). Jetzt nahm die Partie so richtig an Fahrt auf. Denn diesmal wollte sich die Ferl-Truppe keine Punkte wegnehmen lassen. 39. Minute, Tobias Haufe drehte nach dem erneuten Führungstreffer und zeitgleichem Halbzeitstand zur Jubelrunde ab.

Nach der Pause versuchten beide Teams, den Druck weiter zu verstärken, was aber auch eine zunehmende Härte zur Folge hatte. Dies bekam neben anderem Jeffrey Neumann zu spüren, der in der 70. Minute unsanft von den Beinen geholt wurde. Den fälligen Elfmeter verwandelte erneut Spezialist Freihube. Nun wollten die Platzherren den Sack endgültig zumachen. Mit Haufes Tagestreffer Nummer zwei zum 4:1 gelang dies auch (79.). Der Jenaer Benjamin Bahner konnte nur noch verkürzen (87.)

FC Grün-Weiß Piesteritz: Daniel Zschiesche, Philipp Schlüter, Florian Freihube, Pawel Wojciechowski, Kevin Gerstmann (89. Tim Körnig), Jeffrey Neumann, Kevin Redlich (46. Andreas Thöner), Robert Römer, Tim Hebsacker, Tobias Haufe (81. Frank Lehmann), Marko Trogrlic

 

 

Fußball-Landesklasse Mosigkau glückt die Revanche

Von Werner Michaelis

Beim Auswärtssieg des TSV Mosigkau in Klieken trifft Christopher Felgenträger, muss den Platz aber nur eine Minute später verlassen. Aber am Mosigkauer 3:0-Sieg änderte sich nichts.

Klieken/MZ. 

Christopher Felgenträger konnte es nicht fassen. Gerade erst hatte er zum 3:0-Endstand eingenetzt. Die Stimmung konnte besser kaum sein. Und dann das: Der Schiedsrichter zückte Gelb-Rot. „Das versteh einer“, schimpfte Felgenträger beim vorzeitigen Gang in die Umkleidekabine, „ich bin eigentlich ein sehr fairer Spieler.“ Zur tragischen Figur wurde Felgenträger nicht mehr. Der TSV Mosigkau brachte den souveränen 3:0-Erfolg gegen Blau-Weiß Klieken auch in Unterzahl über die Zeit.

Erste Chance, erstes Tor

Die Voraussetzungen für dieses Landesklasse-Nachholspiel am Ostersonnabend waren hervorragend: 85 Zuschauer hatten sich bei strahlendem Sonnenschein um den Kliekener Ludwig-Jahn-Sportplatz versammelt. Und was sie dort zu sehen bekamen, war eine gnadenlose Revanche des Aufsteigers aus der Bauhausstadt für die Heimniederlage aus der Hinrunde.

Im August des vergangenen Jahres hatten die Schützlinge von Trainer Jörg Dämmrich als Neuling beim 0:2 noch kräftig Lehrgeld bezahlen müssen. Diesmal war das ganz anders. „Die haben eine Menge dazu gelernt“, lobte auch Frank Jaenecke, Trainer des Kreisoberliga-Tabellenführers SV Chemie Rodleben, das Auftreten des TSV. „Sie sind abgezockt bis unter die Haarwurzeln und erzielen im richtigen Moment die Tore“, so der Coach, der auch aus eigenem Interesse vor Ort war: „Das ist eine gute Gelegenheit, um eventuelle Gegner für die nächste Saison unter die Lupe zu nehmen.“

Die Leistungen beider Teams ließen ihn nicht unbedingt in Ehrfurcht erstarren. Aber er beobachtete ein Match, bei dem es viele Torraumszenen zu analysieren gab. Vor allem die Heimmannschaft übte sich im Auslassen bester Einschussmöglichkeiten. Zweimal vergab der Kliekener Daniel Schmidt in der Anfangsphase fast schon kläglich. Mannschaftskamerad Tim Schölzel reihte sich nach einer halben Stunde nahtlos ein. Den Gästen dagegen reichte eine einzige richtig gute Chance im ersten Spielabschnitt, um in Führung zu gehen. Martin Kreideweiß nutzte in der 35. Spielminute die erste Mosigkauer Gelegenheit prompt, um zum 1:0 zu treffen. Die Halbzeitführung war etwas glücklich. Mit einem Pfostenschuss (55. Minute) eröffneten die Gäste dann den abwechslungsreichen zweiten Durchgang. Fast im Gegenzug vergaben die Blau-Weißen ihre bis dahin größte Möglichkeit zum Ausgleich. Zuerst knallte ein Freistoß aus 16 Metern von Kevin Kählitz an den Pfosten, den anschließenden Nachschuss beförderte Marco Hellwig zielgenau in die fangbereiten Arme von TSV-Keeper Nico Deich.

Foulelfmeter für Mosigkau

„Nur der Tüchtige hat auch das Glück“, freute sich Mosigkaus Torhüter. Kliekens Trainer Peter Fischer schüttelte nur noch enttäuscht mit dem Kopf. „Wer so etwas nicht reinmacht, muss sich am Ende nicht wundern, wenn er dann mit leeren Händen dasteht“, ahnte er bereits. Und so geschah es dann auch: Marcel Schoene verwandelte in der 70. Minute einen berechtigten Foulelfmeter zum 2:0. Mosigkau diktierte und kontrollierte von nun an das Geschehen auf dem Platz. Christopher Felgenträger war es, der per Nachschuss in der 83. Spielminute einnetzte. Der Jubel war groß, der Frust nur eine Minute später auch. Felgenträger hatte nach einem Foulspiel schon Gelb, nun musste er den Platz nach einem vermeintlichen Handspiel sogar vorzeitig verlassen. Natürlich war er darüber verärgert. Aber am Mosigkauer Sieg änderte sich nichts.


Quelle:MZ