Spiele vom WE in der MZ LK/LL/OL/KOL
PR Team, 05.05.2014
Allemannia ist raus
LANDESKLASSE Jessen ist nicht mehr zu retten. Pratau kommt Gefahrenzone näher.
VON DIETMAR BEBBER
WITTENBERG/MZ - Der 25. Spieltag brachte am vergangenen Sonnabend vor allem im Mittelfeld der Tabelle einige Veränderungen, ansonsten bleibt sowohl an der Spitze als auch am Ende alles beim Alten. Allerdings verbunden mit der Tatsache, dass mit dem SV Allemannia Jessen der erste Absteiger aus der Fußball-Landesklasse feststeht.
Kemberger schießen Jessener ab
Der SV Rot-Weiß Kemberg beendete mit einem 2:1-Sieg beim SV Allemannia Jessen deren Zeit in der Landesklasse. Felix Rabe (7.) ließ Jessen zwar noch relativ lang vom dritten Saisonsieg träumen. Doch dann trafen Andre Apitzsch (61.) und Michal Fiala (78.) für Kemberg. Jessen hat fünf Spieltage vor dem Saisonende nur zehn magere Pünktchen auf seinem Konto. Bislang kassierte das Team von der Schwarzen Elster 19 Niederlagen, vier Unentschieden und zwei Siege. Samstagsgegner Kemberg steht mit 36 Zählern auf Platz acht.
Nur noch minimale Hoffnungen auf den Klassenerhalt hat Aufsteiger VfB Zahna (15.). Denn am Wochenende unterlag der noch amtierende Wittenberger Kreismeister 1:3 bei der SG Trebitz (5.), die damit in der Erfolgsspur bleibt und das fünfte Mal in Folge den Platz als Sieger verlassen hat. Nach dem sicheren Vorsprung durch die Tore von Marian Henschel (31.) und Andreas Meene (40., 55.) blieb für Manuel Friedrich (77.) nur noch der vom Elfmeterpunkt erzielte Zahnaer Ehrentreffer. Der VfB hat aktuell 14 Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz, könnte aus den verbleibenden Partien noch 15 herausschlagen, ist aber dabei unweigerlich auf die "Hilfe" der Konkurrenz angewiesen. Noch eher mit dem möglichen Sprung in die Nichtabstiegszone darf Germania Roßlau (14.) spekulieren. In diesem Fall fehlen sieben Punkte zum rettenden Ufer. Aber die Germania muss auch mal gewinnen. Gegen die SG Reppichau (6.) sprang wieder nur ein 0:1 heraus. Es war das zwölfte Spiel hintereinander, bei dem Roßlau leer ausging. Das entscheidende Tor erzielte Philipp Görmer (11.).
Aber auch Ligaprimus Grün-Weiß Annaburg tat sich am Sonnabend schwer und schaffte es erneut nicht, gegen die SG Union Sandersdorf II (4.) über ein Unentschieden hinauszukommen. Erst in der 75. Minute traf Steffen Kassuba zur Annaburger Führung, welche Jörg Marose mit seinem 30. Saisontor vom Strafstoßpunkt jedoch egalisierte (86., 1:1).
Um einen Punkt näher
In einem packenden Spiel verlor der HSV Gröbern (12.) 3:4 gegen den FC Grün-Weiß Piesteritz II (2.). Gröbern muss jetzt aufpassen, nicht noch weiter abzurutschen. Piesteritz II hat hingegen den Abstand zu Annaburg von sechs auf fünf Punkte verringert. Notwendig für die Toreflut in Gröbern waren immerhin drei Strafstöße, von denen Marc Stockmann zwei verwandelte (58., 79.). Für die Gäste verwandelte Maik Trollmann (76.). Den dritten Treffer für Gröbern erzielte Sebastian Hartmann (61.), während für die Volksparkelf noch Michael Müller (32., 86.) und Jonny Karaschewski (81.) trafen.
Der SV Friedersdorf (3.) wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann 2:0 beim TSV Mosigkau (9.). Stefan Matuszweski (53.) und Christian Grunert (81., mit einem spektakulären Fallrückzieher) erzielten die entscheidenden Tore.
Eine bittere 1:5-Niederlage gegen Lok Dessau (10.) kassierte der SV Blau-Rot Pratau (13.) vor den eigenen Anhängern und steckt so wieder mittendrin im Abstiegskampf. Daniel Baßin (16., 62.) ließ die Lok richtig Fahrt aufnehmen, die nur durch Marcel Schmidts Anschlusstreffer zum zwischenzeitlichen 1:2 ausgebremst wurde (64.). Unbeeindruckt davon legten Mario Bohmeyer (66.), Baßin (72.) und Marcel Lorch (80.) noch drei Tore nach.
Nach sieben Spielen in Folge ohne Sieg gelang der SG Blau-Weiß Klieken (11.) gegen den VfB Gräfenhainichen (7.) ein 3:1-Erfolg, auch wenn es nach dem schnellen Gegentreffer durch Gräfenhainichens Stefan Abraham (2.) noch nicht danach aussah. Klieken drehte jedoch im zweiten Spielabschnitt durch Benjamin Fischer (66., 87.) und Tim Schölzel (92.) die Partie.
Zwangsabstieg wird jetzt Realität
KREISOBERLIGA Jessen II muss Weg in die Kreisliga antreten.
VON WERNER MICHAELIS UND ANDREAS RICHTER
WITTENBERG/MZ - Diese Entscheidung haben die Kreisoberligafußballer von Allemannia Jessen II nicht beeinflussen können. Sie stehen als erster Absteiger fest. Da Jessens Erste aus der Landeklasse absteigt, muss das Reserveteam ebenfalls eine Klasse tiefer rücken. Jetzt stellt sich die Frage, wer den Elsterstädtern noch folgt.
Kreisfachverband Wittenberg
Da alles auf die Zahl vier beim Abstieg hinausläuft, werden außer Jessen (14.) drei weitere Teams kommende Saison in der Kreisliga kicken. Heißeste Anwärter sind nach dem aktuellen Stand die LSG Lebien (16.), der Mühlanger SV (15.) sowie Einheit Wittenberg (13.). Die Katastrophe, nach dem Abstieg aus der Landesklasse sofort in die Kreisliga durchgereicht zu werden, will Einheit unbedingt verhindern. Immerhin, im Kellerduell gegen Lebien behielten die Jungs auf dem Platz der Jugend mit 4:1 die Oberhand. Für den Platzherren trafen Heiko Hoffmann (23., 67.) und Dennis Vogt (44., 50.). Den Lebiener Ehrentreffer erzielte Marco Plenz (12.). Florian Gaul, Fußballabteilungsleiter bei der Einheit, ist fest davon überzeugt, dass die Mannschaft auf der Zielgeraden die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einsammelt. Das Potenzial habe man, zudem "kommt das Team mit dem Druck sehr gut klar". Gaul mahnt jedoch an, in den verbleibenden Partien die mangelnde Chancenverwertung spürbar zu verbessern. "Wir haben in den vergangenen Begegnungen zu oft Möglichkeiten liegen lassen und so nötige Erfolge verpasst."
Der Tabellenvorletzte Mühlanger SV musste am Sonnabend beim SV Seegrehna (3.) mächtig Federn lassen. Es hagelte eine 0:5-Niederlage. Für Seegrehna waren Ronny Kohn (8., 87.), Christoph Thauer (14., 63.) sowie Rico Herrmann (70.) erfolgreich.
Kreisfachverband Anhalt
Da die Reserveteams aus Roßlau (Letzter) und Mosigkau (Vorletzter) ihre Spiele gewannen, ist nun wieder die SG Deetz/Lindau Tabellenschlusslicht. Der Aufsteiger verlor sein Spiel bei Blau-Rot Coswig mit 3:4, und dazu auch noch zwei Spieler durch die Rote Karte. "Ein knappes Ergebnis, aber kein unverdienter Sieg für uns", resümierte Coswigs Trainer René Gommert. Die blau-roten Torschützen waren Kendy Henschel (78., 90.) Marco Tille (19.) und Sebastian Kunze (88.). Das Spitzenspiel zwischen Tabellenführer Chemie Rodleben und dem Zweiten SG Waldersee/Vockerode entschieden die Chemiker mit einem deutlichen 3:0 für sich. Bei nunmehr neun Punkten Vorsprung haben die Verfolger jede Hoffnungen auf eine Ablösung der Rodlebener an der Tabellenspitze zur Seite gelegt.
Als eine kleine Sensation dagegen muss man den 7:0-Sieg der SG Jeber-Bergfrieden/Serno gegen den Tabellenfünften Vorwärts Dessau bezeichnen. "Heute hat bei uns fast alles funktioniert, und wir haben auch in dieser Höhe verdient gewonnen", freute sich Übungsleiter Harald Dobritz. Sebastian Löwe traf viermal (55., 62., 76., 83.). Den Rest besorgten Christoph Friedrich (40.), Marcel Heissler (63.) und Jan Wegener (74.). Die SG Oranienbaum-Wörlitz trennte sich von der SG Walternienburg/Güterglück 1:1. Der Torschütze vom Dienst bei den Barock- und Parkstädtern, Mohamed Touré, erzielte zugleich seinen neunten Saisontreffer (7.).
Weitere Ergebnisse: Kreisoberliga Wittenberg: Jessen II - Linda 2:4, Rackith/Dabrun - Reinsdorf 2:0, Wartenburg - Elster II 1:4, Zschornewitz/Muldenstein - Piesteritz III 3:0, Abtsdorf - Pretzsch 4:0, Nudersdorf - Möhlau 2:3; Kreisoberliga Anhalt: Roßlau II - Dessau 05 II 2:0, Mosigkau - Steutz/Leps 4:1, Mildensee - Abus Dessau 0:0, Dessauer SV - Kochstedt 3:1
Fußball-Landesklasse Nur ein Sieg aus drei Spielen
Lediglich Lok Dessau kann einen Erfolg gegen Pratau verbuchen. Die Mannschaften von Reppichau und Friedersdorf verlieren ihre Auswärtsspiele.
Dessau-Rosslau/MZ.
Zwei Niederlagen und nur ein Sieg. Das ist die Bilanz der Dessau-Roßlauer Landesklassekicker vom vergangenen 25. Spieltag. Germania Roßlau taumelt dabei dem Abstieg entgegen.
Roßlau-Reppichau 0:1
Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Rückrunde. Roßlau kann seit November vergangenen Jahres nicht mehr gewinnen. Erneut mussten die Germania-Kicker den Platz mit einer Niederlage verlassen und der Abstand zum rettenden Ufer ist mittlerweile auf sieben Punkte angewachsen. „Es ist zwar eine Phrase. Aber wenn du unten drin stehst, dann klebt auch das Pech an den Schuhen“, erklärte Co-Trainer Matthias Falkenberg. Nach elf Minuten hatte Phillip Görmer für seine Farben getroffen und damit war die Niederlage für Roßlau auch schon perfekt. „Trotzdem, wir stecken den Kopf nicht in den Sand. Es sind noch 15 Punkte zu vergeben“, meinte Falkenberg und am kommenden Spieltag geht die Reise zum Spitzenreiter nach Annaburg.
Mosigkau – Friedersdorf 0:2
Eine Halbzeit waren die Gastgeber mit dem Favoriten auf Augenhöhe und zogen sich mit einer engagierten Leistung gut aus der Affäre. Dabei wurde sogar ein Treffer von Christopher Felgenträger von Schiedsrichter Maximilian Scheibel wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannt. „Das war eine etwas unglückliche Entscheidung“, meinte TSV-Präsident Tobias Winkler. Im zweiten Durchgang unterstrichen dann die Gäste ihre Favoritenstellung und siegten durch Tore von Christian Grunert und Martin Ungefroren. „Sie haben anschließend mehr investiert und der Sieg geht dann auch in Ordnung“, resümierte Winkler.
Pratau- Lok Dessau 1:5
So etwas nennt man einen Big-Point im Abstiegskampf. Die Schützlinge von Trainer Steffen Scherz machten mit dem Tabellennachbarn Pratau nicht viel Federlesen und netzten gleich fünf Mal ein. Lief es in der ersten Halbzeit noch nicht ganz so rund für die Dessauer Gäste, so war der zweite Durchgang umso besser. „Da haben wir richtig guten Fußball gezeigt und deswegen in dieser Höhe auch verdient gewonnen“, freute sich der Coach. Immerhin haben die Eisenbahner nun schon zehn Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz (Roßlau 23 Punkte). Daniel Baßin traf drei Mal. Den Rest besorgten Marcel Lorch und Mario Bohmeyer.
Eintracht Elster bringt einen Punkt mit
LANDESLIGA Gegen Gastgeber Braunsbedra springt am Samstag ein 1:1 heraus.
VON ULF ROSTALSKY
ELSTER/MZ - Relativ früh in Rückstand geraten und recht spät ausgeglichen, Fußball-Landesligist Eintracht Elster hat am Samstag in Braunsbedra 1:1 gespielt. Trainer Thomas Szczegula möchte dennoch nicht von Schadensbegrenzung sprechen. "Die Punkteteilung geht in Ordnung", meint der Eintracht-Coach. Denn wirklich zwingende Torchancen seien auf beiden Seiten während des gesamten Spiels Mangelware gewesen.
"Bitter" empfindet Szczegula deshalb das 1:0 für die Platzherren. "Braunsbedra kommt einmal gefährlich in unseren Strafraum. Und dann passiert es." Schiedsrichter Kay Schröter zeigte in der 19. Minute auf den Elfmeterpunkt. Die Eintracht-Verteidigung hatte nicht dicht genug beim Gegner gestanden. David Kühnast grätschte und holte den Gegenspieler von den Beinen. "Klares Foul." Thomas Szczegula ist sich mit dem Schiri einig. Kleine Zweifel bestehen bei der Frage, wo die Aktion tatsächlich stattgefunden hat. Strafraumgrenze ja. Aber wirklich im Strafraum? Der Unparteiische zweifelte nicht, entschied auf Strafstoß, und Braunsbedras Torschütze vom Dienst schlug einmal mehr zu. Das 1:0 war das 14. Saisontor von Oliver Seidel. "Solch eine Chance lässt er sich natürlich nicht nehmen", weiß Eintrachts Cheftrainer, der seiner Mannschaft eine ordentliche Leistung zuschreiben möchte. Die Elf habe seine Forderungen umgesetzt und gut ins Spiel gefunden. "Es fehlt momentan einfach das Quäntchen Glück und auch die Zielstrebigkeit beim Torabschluss", sagt der Trainer. Im Klartext: Elster macht oft das Spiel, überzeugt mit Ballbesitz. Vor dem Strafraum des Gegners geht die Kreativität allerdings verloren. Wenige Torschüsse, wenige Tore. Das ist das größte Problem der Eintracht im Moment. Daran ändert auch ein von Brauns- bedras Schlussmann Nico Wasewitz parierter Fernschuss von Kevin Schüler nichts. Aufmerksamkeit erregte Thomas Szczegula mit einem frühen Wechsel. Schon in der 34. Minute holte der Coach Manuel Eckert vom Platz. Benjamin Witt ersetzte den schwächelnden Eckert, der schon unter der Woche nicht trainieren konnte. "Es ging eben nicht. Das hat jeder gesehen und Manuel hat es akzeptiert", erklärt der Trainer, der damit seine Wechseloptionen ausgeschöpft hatte. Auf der Bank saß mit Jörg Schubotz nur noch ein Kicker.
Dass der Ersatztorwart allerdings Schwung in die Offensive hätte bringen können, scheint jedoch sehr unwahrscheinlich. Elster bewahrte Ruhe, setzte auf solide Abwehrarbeit und bekam nach einem Standard die große Chance zum Ausgleich. Nach Flanke von Benjamin Witt hatte Laszlo Lango keine Mühe, den Ball zum 1:1 einzuschieben (68.). Der Ungar stand völlig frei vor dem Braunsbedraer Schlussmann und beendete mit seinem zehnten Saisontor seine kleine Serie der Erfolglosigkeit.
Nach der Punkteteilung in Braunsbedra rangiert die Eintracht weiter auf dem fünften Tabellenplatz. Nächsten Sonnabend kommt die ESG Herrengosserstedt nach Elster. Und dann könnte es sehr offensiv werden.
Eintracht Elster: Robin Brandenburg, Zsolt Weigerding, David Kühnast, Fabian Schlüter, Kevin Schüler, René Rosenberger, Laszlo Lango, Jens Puhlmann, Pascal Rothe, Mathias Smetak, Manuel Eckert (34. Benjamin Witt)
Fußball-Landesliga Plötzlich Tabellenführer
Von Werner Michaelis
Der SV Dessau 05 entscheidet das Auswärtsspiel in Ramsin in der Schlussphase zu seinen Gunsten und springt auf den ersten Platz.
Ramsin/MZ.
Dass die Landesligakicker vom SV Dessau 05 vor dem Anpfiff einen Kreis bilden und sich mental auf das beginnende Spiel einstimmen, ist allgemein bekannt. Dass sie jetzt allerdings auch nach dem Match zusammen einen Kreis bilden, ist neu. So erstmals geschehen nach dem 4:1-Sieg am vergangenen Sonnabend gegen die SG Ramsin. Das Trainergespann Marcus Jeckel und Sören Westphal in der Mitte platziert, bedankte sich für eine gute Partie gegen den starken Aufsteiger. Mit diesem vom Ergebnis her recht deutlichen Sieg landete der Tabellenzweite einen Big-Point im Aufstiegskampf, denn aufgrund der Niederlage des Spitzenreiters Weißenfels (siehe „Der Spitzenreiter patzt“) steht 05 nun auf dem ersten Platz.
Der Spieltag
Zur Freude des SV Dessau 05 musste sich der Tabellenführer 1. FC Weißenfels am Sonntagnachmittag geschlagen geben. Weißenfels verlor mit 0:1 in Zorbau und verspielte damit die Tabellenführung. Zur Halbzeit hatte noch ein torloses Unentschieden auf der Anzeigetafel des Sportplatzes Zorbau gestanden.
Bittner bricht den Bann
Allerdings sah es auf der Ramsiner Sportanlage lange Zeit nicht nach einem Dreier für die Bauhausstädter aus. Zwar waren die Gäste über die gesamte Spielzeit das dominante Team, aber mit Konterangriffen, vor allem über Kapitän Dalibor Jancic und den Marokkaner Abdel Aziz El Gourmat, kreuzten die Hausherren immer wieder gefährlich vor dem Tor von 05-Keeper Sascha Broziweski auf und erarbeiteten sich gute Torchancen. „Da haben wir zu viel zugelassen und waren im Abwehrverhalten ein wenig zu flatterhaft“, grummelte später 05-Coach Jeckel beim verdienten Siegerbier. Allerdings war es an diesem Tag die einzige Kritik, die das Dessauer Trainerduo an seinem Team übte. „Das Ergebnis ist eventuell ein Tor zu hoch ausgefallen, aber gegen gute Ramsiner haben wir verdient gewonnen“, resümierte Marcus Jeckel und meinte: „Darauf kann die Truppe zu Recht stolz sein.“ Immerhin sah es in dieser Spitzenpartie, der Zweite spielte gegen den Vierten, bis zehn Minuten vor Ultimo nach einem Unentschieden aus. Die 05er übernahmen sofort nach Anpfiff das Kommando und gingen schon nach sieben Minuten durch Sascha Zacke (18. Saisontreffer) mit 1:0 in Führung. Alles schien nach Plan zu laufen und die Muldestädter diktierten konsequent das Geschehen auf dem Platz. Allerdings unterlief der 05-Abwehr nach einer halben Stunde ein folgenschwerer Flüchtigkeitsfehler. Routinier Dalibor Jancic bedankte sich auf seine Art und traf zum 1:1. Auch nach dem Wechsel bot sich das gleiche Bild: Die ganz in Rot kickenden Dessauer im Vorwärtsgang, aber bei Konterangriffen immer stets gefährliche Gastgeber. Das Match stand bis zur 80. Minute auf der Kippe. Dann setzte sich Volker Nickels auf der rechten Seite energisch durch, seine anschließende Bilderbuchflanke veredelte Julian Bittner zum wohl entscheidenden 2:1.
Anerkennung vom Gegner
Damit waren der Bann bei den 05ern und der Wille bei den Ramsinern gebrochen. Als Alexander Meinhardt einen Eckball von Julian Bittner per Kopf zum 3:1 einnetzte (87. Spielminute) war dann die Messe für die Platzherren endgültig gesungen. Mit dem 4:1 (90+3) und seinem zweiten Treffer im Spiel rechtfertigte Meinhardt seine Einwechslung in der 60. Minute.
„Da kann ich meinen Kollegen von der Gegenseite nur gratulieren. Sie hatten damit wohl den richtigen Riecher“, lobte Ramsins Trainer Lutz Dobbermann und erklärte weiter: „Ich gönne den Dessauern den Sieg, sie haben sich als ein fairer und spielstarker Gegner präsentiert.“
Dessau 05: Broziewski, Heisig, Kaluza, Bauer, Eschner (75. Wallach), Woitha, Sitte, Nickels, Bittner, Schuhmacher (59. Meinhardt), Zacke (89. Kupka).
Stolperfalle Piesteritz
OBERLIGA Spitzenreiter Bautzen holt sich bei Grün-Weiß eine 0:2-Niederlage ab.
VON ANDREAS RICHTER
WITTENBERG/MZ - Fußball-Oberliga-Spitzenreiter FSV Budissa Bautzen kassierte gestern die dritte Saisonniederlage, und das ausgerechnet beim abstiegsbedrohten FC Grün-Weiß Piesteritz (Tabellenvorletzter). 2:0 gewannen die Platzherren ein Spiel, bei dem vor dem Anpfiff die meisten eine klare Schlappe für den Außenseiter erwartet hatten. Doch nach 90 Minuten stand fest: Die Piesteritzer haben sich als Stolperfalle für einen an diesem Tag schwachen Ligaprimus erwiesen.
Geheimrezept Unbekümmertheit?
Lag es womöglich mit daran, dass die Schützlinge von Cheftrainer Uwe Ferl völlig unbekümmert in die Partie gehen konnten? Zu verlieren hatten sie ja nichts. Dass für sie am Ende sogar drei Punkte für den Kampf um den Klassenerhalt heraussprangen, um so besser. Dabei begann die Begegnung wie erwartet. Spitzenreiter Bautzen startete schwungvoll, drückte kräftig in den Piesteritzer Strafraum. Aber in diesen ersten 20 Minuten hatte auch der FC seine Chancen und deutete neben anderem mit den Schüssen von Kevin Redlich (12.), Florian Freihube (16.) oder Tim Hebsacker (17.) an, dass man nicht gewillt war, sich zu verstecken. Zudem erwies sich Grün-Weiß-Keeper Daniel Zschiesche als der sichere Rückhalt im Tor der Volksparktruppe. Mehrfach entschärfte er brenzlige Situationen. Ergebnis: Nicht nur ein 0:0 stand zur Halbzeitpause auf der Anzeigetafel, der Spitzenreiter ließ zunehmend die Zügel schleifen, Piesteritz hingegen kam immer besser in das richtige Fahrwasser.
Dass in der Pause in der Bautzener Kabine sehr deutliche Worte gefallen sein mussten, erkannte man nach dem Wiederanpfiff sofort. Der FSV wollte mit Macht den Führungstreffer, warf sich mit geballter Kraft nach vorn. Problem für die Gäste: Gastgeber Grün-Weiß schien ebenso angestachelt zu sein, witterte die große Chance, vielleicht sogar für eine Überraschung zu sorgen.
Hinkelmann schießt Weg frei
Für die Zuschauer zahlte sich das Bestreben beider Teams dahingehen aus, dass sie einen sehr schnellen und kampfstarken Durchgang zu sehen bekamen. Zwar tauchte nun Bautzen öfters im gegnerischen Strafraum auf, testete Zschiesche kräftig weiter. Doch als plötzlich Oliver Hinkelmann völlig unbedrängt nach einem Piesteritzer Angriff zum 1:0 abstaubte (66.), meißelte sich Verblüffung in die FSV-Gesichter. Jetzt musste plötzlich der Spitzenreiter einem Rückstand hinterherrennen, agierte zuweilen sehr hektisch, und wusste spätestens in der 87. Minute, dass an diesem Sonntag nichts zu gewinnen war. Florian Freihube verwandelte sicher den zuvor gegebenen Elfmeter.
FC Grün-Weiß Piesteritz: Daniel Zschiesche, Philipp Schlüter, Florian Freihube, Pawel Wojciechowski, Kevin Gerstmann, Kevin Redlich (68. Andreas Thöner), Robert Römer, Oliver Hinkelmann, Tim Hebsacker, Tobias Haufe (89. Rick Albrecht), Marco Trogrlic
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Quelle:MZ
