Vorschau Fussball WE
PR Team, 06.06.2014
LANDESKLASSE
Noch warten zwei Titel auf die Vergabe
Wer schnappt sich die Torjägerkrone?
VON DIETMAR BEBBER
WITTENBERG/MZ - Die wichtigsten Entscheidungen in der Fußball-Landesklasse sind mit dem vergangenen Wochenende allesamt gefallen. Grün-Weiß Annaburg steigt auf. Grün-Weiß Piesteritz II und der SV Friedersdorf haben Silber beziehungsweise Bronze sicher. Und mit Roßlau, Jessen und Zahna stehen schon seit längerem die Absteiger fest.
Grunert jagt Marose
Damit entsteht der Eindruck, als wenn die Spannung vor dem letzten Spieltag am Sonnabend raus wäre. Doch dem ist bei weitem nicht so. Denn noch warten Titel darauf, vergeben zu werden. Wer setzt sich zum Beispiel die Torjägerkrone auf? Zwar liegt Jörg Marose (Union Sandersdorf II) mit bisher 34 Torerfolgen relativ klar in Front. Doch Christian Grunert (Friedersdorf, 30) könnte noch mal bei einem guten Tag angreifen. Bevor sich nach fünf gemeinsamen Jahren in der Landesklasse nun die Wege trennen, kommt es noch einmal zum Vergleich zwischen dem VfB Gräfenhainichen (7.) und dem frischgebackenen Landesklassenmeister SV Grün-Weiß Annaburg. Es ist die vorerst letzte Möglichkeit für den VfB, sich für die 0:2-Niederlage im Hinspiel zu revanchieren. Die Partie wird wie alle anderen um 15 Uhr angepfiffen.
In einem von zwei Landkreisderbys stehen sich zum Saisonabschluss der FC Grün-Weiß Piesteritz II (2.) und der SV Rot-Weiß Kemberg (10.) gegenüber. Im Hinspiel trennten sich beide Mannschaften nach Toren von Moritz Hillebrand (25.) und Maik Trollmann (65., Piesteritz) 1:1.
Bleibt Trebitz ohne Niederlage?
Für die SG Trebitz (4.) stellt sich die Frage, ob man auch im letzten Heimspiel beim Derby gegen die SG Blau-Weiß Klieken (11.) ohne Niederlage bleiben wird. Der Lohn wäre der noch ausstehende Titel als beste Heimmannschaft der Rückrunde, den man sich dann noch vor Annaburg sichern würde.
Egal, wie das Ergebnis lauten wird, nach dem Spiel beim SV Friedersdorf (3.) kämpft Germania Roßlau (14.) nicht mehr auf Landesebene um Punkte. Nach dem Abstieg aus der Landesliga 2010 müssen die Roßlauer nach vier Jahren auch die Landesklasse verlassen. Auch der SV Allemannia Jessen (16.) ist raus, gegen den HSV Gröbern (12.) besteht aber die Möglichkeit, sich mit dem vierten Heimsieg von den Fans zu verabschieden. Absteiger Nummer drei, der VfB Zahna (15.), erwartet Union Sandersdorf II (5.).
Der SV Blau-Rot Pratau (13.) ist in dieser Serie gerade noch mal mit einem blauen Auge davongekommen, schrammte haarscharf am Rutsch in die Kreisoberliga vorbei. Am Sonnabend gilt es sich noch mal beim TSV Mosigkau (8.) zu bewähren. Die Partie Lok Dessau (9.) - SG Reppichau (6.) komplettiert den letzten Spieltag.
Bekommt Elster noch einmal die Kurve?
LANDESLIGA Eintracht will nach zwei Niederlagen Samstag gegen Thalheim punkten.
VON ULF ROSTALSKY
ELSTER/MZ - Saisonfinale in der Fußball-Landesliga. Und Elster hat es am Sonnabend ab 15 Uhr noch einmal richtig schwer. Die Eintracht muss bei Rot-Weiß Thalheim antreten. "Schwer, noch einmal die Kurve zu kriegen", sagt Thomas Szczegula, der Platz macht auf der Trainerbank. Nein, er nimmt nicht Abschied. Wegen eines lange geplanten Pfingsturlaubs wird Szczegula von seinem Co. Detlef Stache vertreten. Der feiert nach anderthalb Jahren sein Comeback als Chef an der Seitenlinie und hat mit Szczegula reichlich Motivationsarbeit leisten müssen.
Nach den beiden saft- und kraftlosen Auftritten gegen Merseburg und Dölau hat die Mannschaft drei Trainingseinheiten der anderen Art eingelegt. Keine Taktikschulung, auch keine Extra-Einheit in Kondition. "Wir haben es locker angehen lassen und auf Teambildung gesetzt. Vielleicht haben wir so noch etwas wachgekitzelt bei den Spielern", erklärt Szczegula, für den wegen der aktuellen Verfassung "das Saisonende einfach zu spät" kommt. Spielen muss die Eintracht dennoch. "Die Jungs sollen noch einmal Volldampf geben. Vielleicht geht dann etwas", betont der Trainer. Allerdings ahnt er, dass Thalheim alles andere als ein angenehmer Gegner werden wird. Zwar können beide Teams ihre Tabellenposition weder deutlich verbessern noch verschlechtern (Elster ist aktuell Fünfter, kann maximal einen Rang hinauf oder abrutschen, beim Achten Thalheim ist das ebenfalls der Fall). Für Rot-Weiß steht aber ein Heimspiel auf dem Plan. Und Zuhause sind die Thalheimer für Elster regelmäßig eine Herausforderung gewesen.
Allerdings nicht nur dort. In der Hinrunde verlor die Eintracht auf heimischen Rasen gegen Thalheim mit 0:1. Es war das Ende der kühnen Aufstiegsträume von Ex-Trainer Jiri Andrusak und Ex-Mannschaftsleiter Sven Klebitz. Den Siegtreffer für die Gäste erzielte damals Tim Jonietz. Der ist mit 16 Treffern aktuell bester Torschütze der Mannschaft von Trainer Thomas Sawetzki.
Elster gegen Thalheim, Es ist ein Duell auf Augenhöhe. Zumal beide Mannschaften zuletzt Niederlagen kassierten. Thalheim machte es sogar Elster nach und verlor ebenfalls gegen den Abstiegskandidaten aus Merseburg. Ein offener Schlagabtausch scheint möglich, auch wenn Elster definitiv auf Kevin Schüler und Benjamin Witt verzichten und Trainer Szczegula hinter den Einsatz von Stefan Bannert ein Fragezeichen machen muss. Allerdings kann Stache am Samstag wieder auf den zuletzt angeschlagenen Torwart Robin Brandenburg und auf der Bank mit Jörg Schubotz und Matthias Lehmann auf zwei Eintracht-Haudegen bauen.
Ein Erfolgserlebnis wäre Balsam für die Seele von Verantwortlichen, Fans und Spielern. Die haben nach dem Schlusspfiff in Thalheim nicht einmal einen Monat Zeit, den Kopf freizubekommen. "Die Pause ist kurz", sagt Thomas Szczegula. Schon in drei Wochen will der Coach in die Vorbereitung für die neue Landesligasaison einsteigen. "Zukunftsmusik", weiß er allerdings selbst. Erst einmal will die Eintracht die Kurve bekommen.
Blick geht Richtung Zukunft
FUSSBALL Grün-Weiß Piesteritz verabschiedet sich in Rudolstadt aus der Oberliga.
VON THOMAS TOMINSKI
WITTENBERG/MZ - "Ich habe jedem Spieler die Hand gereicht", sagt der Präsident des FC Grün-Weiß Piesteritz, Volker Neuberg, der gemeinsam mit dem Vorstand und den Trainern mit der Zusammenstellung der Mannschaft für die Verbandsliga-Saison 2014/15 begonnen hat. Spannende Frage: Wer bleibt? Jeffrey Neumann ist laut Neuberg vertraglich an den Verein gebunden. Kevin Redlich verlängert seinen Kontrakt. Ebenfalls per Handschlag zugesagt haben Abwehrchef Pawel Wojchiechowski und Philipp Schlüter. Von Kevin Gerstmann, Tim Hebsacker und Robert Römer gibt es erst in der nächsten Woche das entscheidende Signal, wohin die Reise geht. Ob Daniel Zschiesche künftig das Tor der Grün-Weißen hütet, steht in den Sternen. Der 31-Jährige muss aus beruflichen Gründen wahrscheinlich nach Bernburg. "Mit Beginn der neuen Serie werden uns zwei, drei ordentliche Torhüter zur Verfügung stehen", betont der Präsident, der allen Spekulationen um Tobias Klier - der Angreifer ist im Notfall mehrfach als Keeper eingesprungen - eine klare Absage erteilt. Vom Rest der Truppe hat er bereits das Ja-Wort erhalten. "Wenn ein Spieler ein gutes Angebot erhält, ist er weg", räumt Neuberg ein. Deshalb gilt folgendes Motto: Wer beim Trainingsauftakt am 30. Juni auf dem Platz steht, kickt künftig für Piesteritz.
Trainer stellt Forderung
Das vorerst letzte Oberliga-Match am Pfingstsonntag um 14 Uhr beim FC Einheit Rudolstadt besitzt lediglich statistischen Wert für beide Teams. Piesteritz ist nach drei Jahren Oberliga aus der Staffel Süd abgestiegen. Die Elf von Trainer Holger Jähnisch hat am vergangenen Sonntag mit einem 3:2-Sieg bei Rot-Weiß Erfurt II den Klassenerhalt perfekt gemacht. "Wir fahren nach Rudolstadt, um zu gewinnen", erklärt Cheftrainer Uwe Ferl, der von seinen Schützlingen zum Saison-Abschluss eine ordentliche Leistung fordert. Tobias Haufe (Schädelprellung) steht nicht zur Verfügung. Hinter den Einsätzen von Jeffrey Neumann (Sprunggelenksverletzung) und Pawel Wojchiechowski (Pferdekuss) befindet sich ein Fragezeichen. Andreas Thöner und Sebastian Töpfer erhalten die Möglichkeit, sich über 90 Minuten zu präsentieren. Wenn Ferl nach drei Jahren Oberliga Bilanz zieht, fallen dem 55-Jährigen viele positive Dinge ein. Den Klassenerhalt nach der Serie 2012/13 bezeichnet er als Sensation. "Die Mannschaft hat mir viel Freude gemacht. Wir haben zusammen einige überraschende Siege gefeiert." Den Absturz in die Verbandsliga hat der Chefcoach verarbeitet. "Das Team hat in der Hinrunde einfach zu viele Punkte verschenkt", fügt er an. Das Resultat daraus bezeichnet er "im Endeffekt verdient".
Trauriger Einheit-Coach
Holger Jähnisch ist ein wenig traurig, dass es Piesteritz erwischt hat. Der Trainer des FC Einheit gibt offen zu, dass er dies mehr "einer zweiten Mannschaft eines Clubs" gewünscht habe. Die Vereinsführung der Grün-Weißen findet er sympathisch. Mit Ferl habe er viele interessante Gespräche geführt. "Es wird am Sonntag aber kein Freundschaftsspiel", kündigt Jähnisch an, der von seinen Jungs beim Saisonfinale ebenfalls einen Dreier erwartet. Da die Partie vor heimischem Publikum steigt, muss der Coach seine Elf nicht zusätzlich motivieren. Den angeschlagenen Spielern stellt der 43-Jährige frei, sich für oder gegen einen Einsatz zu entscheiden. Wer rotes Licht gibt, macht den Platz für einen Reservisten frei. "Mit geht es vor allem darum, dass jeder Akteur noch einmal richtig Spaß hat", sagt er und gibt noch ein Versprechen ab. Die Partie wird bei idealen Platz- und Witterungsbedingungen über die Bühne gehen.
FUSSBALL ANHALT
Aufstiegsfrage klärt sich erst am letzten Spieltag
WITTENBERG/MZ/EGA - Der letzte Spieltag der Saison 2013/14 hält noch viel Spannung in der Fußball-Kreisliga Anhalt bereit. Während mit Blau-Rot Coswig II und der SG Kühnau die Absteiger in die Kreisklasse bereits feststehen, ist die Frage nach dem Staffelsieger und Aufsteiger in die Kreisoberliga noch immer offen. Derzeit führt Grün-Weiß Dessau die Tabelle vor den Reserveteams des ESV Lok Dessau und Rot-Weiß Zerbst an. Doch die Kicker der SG Grün-Weiß können nicht mehr eingreifen, da sie spielfrei haben und zudem auf das Aufstiegsrecht verzichtet haben. Mit einem Sieg im Heimspiel gegen den Tabellenneunten SG Dobritz/Garitz könnten die Eisenbahner den Staffelsieg perfekt machen. Ein Remis oder ein gleichzeitiger Erfolg der Zerbster bei der Reserve der SG Oranienbaum/Wörlitz würde demzufolge den Rot-Weißen ausreichen. Alle Begegnungen werden am Sonnabend bereits um 12.30 Uhr angepfiffen.
Quelle:MZ
