Neues über Konkurrent Hellas 09

Daniel Richter, 22.07.2009

Neues über Konkurrent Hellas 09

Landesklassen-Vertreter hat seine Personalplanungen noch nicht ganz abgeschlossen

Hellas Oranienbaum weiter auf dem Transfermarkt aktiv

 

 

Kampf um den Ball
Die Landesklassen-Kicker aus Oranienbaum (graue Hemden), hier im Match gegen Kemberg, müssen sieben Weggänge verkraften.

ORANIENBAUM/MZ. Auch altes Eisen kann, entsprechend aufpoliert, wertvoll sein. Bei den Hellas-Fußballern aus Oranienbaum zeigten sich jedenfalls in der vorigen Landsklassen-Saison kaum Abnutzungserscheinungen, die auf "größere Rostschäden" oder einen gar "schrottreifen Allgemeinzustand" hätten schließen lassen. Eine eher verkorkste erste Saisonhälfte, in welcher die Abstiegsregion bedrohlich nahe rückte, gut verkraftend, schob sich das vom Trainer-Gespann Andreas Wolf und Bernd Gaschka betreute Team im mit furiosen fünf Siegen in Folge geschmückten Finale auf den dritten Platz der Staffel sieben vor. Und dies ungeachtet eines Kaders, dessen Durchschnittsalter mit 30,3 Jahren deutlich über den jugendlichen Elan verheißenden Werten der Konkurrenz lag.

Doch die Hellenen können und wollen sich dem personellen Umbau kurz nach dem Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen der Abteilung Fußball nicht verschließen. Während Ralf Jenichen (41), Gert Herrmann (37) und Jörg Hruby (34) ihre Karrieren offiziell beendeten, suchen Sven Schreiter (36, ESV Lok Dessau), Jens Störer (30), Michél Esser (21, beide VfB Gräfenhainichen) und Mathias Reichelt (21, neuer Verein unbekannt) andernorts die sportlichen Herausforderungen. Reagiert haben die 09er auf die Abgänge vorerst mit der Integration eines Trios. Dass die beiden Eigengewächse Kevin Brandl (18) und Raik Ruhmer (19) sowie Philipp Lorius (20), der ehemals Dessau 05 angehörte, noch etwas Feinschliff benötigen, ist Chef-Coach Wolf zwar bewusst, aber aus seiner Warte zeigte schon die knapp bemessene Vorbereitungsphase, hier Akteure zu haben, die das Vertrauen verdienen.

Wolf ist freilich Realist genug, in der neu strukturierten Staffel fünf der Landesklasse von seinen Schützlingen keine Wunderdinge zu erwarten. "Wir möchten am Ende auf einem einstelligen Tabellenrang landen. Das wäre in dem Jahr schon ein Erfolg", meint der Mosigkauer, der froh ist, dass der lange verletzte Patrick Hönicke (22) wieder komplett schmerzfrei trainieren kann und Dirk Crucius (26) seinen Willen bekundete, den Kampf um einen Platz in der Startformation aufzunehmen. Zudem erwähnte der Übungsleiter die Anstrengungen des Vereins, kurz vor dem ersten Pflichtspiel beim BSV Deetz / Lindau am 1. August im Kreispokal Anhalt noch den einen oder anderen Besetzungs-Coup landen zu können, der das Hellas-Gesicht in der Saison 2009 / 2010 entscheidend bestimmt.

In der abgelaufenen Serie - "Unsere Rückrunde war nicht nur von einer deutlichen kämpferischen, sondern vor allem spielerischen Steigerung geprägt", resümierte Wolf - ruhte ein wesentlicher Teil der Verantwortung auf Christoph Neubauer und Marcel Weise, die in jeder der 24 Partien zum Einsatz kamen, sowie auf Dirk Wimmer, der lediglich wegen der fünften Verwarnung eine Zwangspause einlegen musste. Dazu gesellte sich die Verlässlichkeit der beiden Stürmer Jan Weigang und René Schwarzer, die insgesamt 18 Treffer erzielten. Allerdings reichten die zehn Erfolge Weigangs längst nicht aus, dem Gräfenhainichener Daniel Richter, der die gegnerischen Keeper 24 Mal düpierte, die Torjäger-Krone abspenstig zu machen.

Erhalten geblieben ist den Oranienbaumern die Treue des Publikums. 1 729 Besucher (144 je Spiel) zahlten im Saisonverlauf am Waldhaus ihren Eintritt. Mit diesem Zuspruch - sieben Zuschauer pro Partie mehr als 2007 / 2008 - belegte Hellas hinter Aufsteiger Allemannia Jessen (2 281), Landesliga-Absteiger Gräfenhainichen (2 228), Grün-Weiß Annaburg (1 967) und dem stark auftrumpfenden Neuling Trebitz (1 755) Rang fünf. Vor dürftiger Kulisse kickten regelmäßig Thalheims Reserve (852), Lok Dessau (634) und Dessau 05 II (518). Insgesamt sahen 18 231 Fans 579 Mal den Ball im Netz zappeln.

Unliebsame Erfahrungen mit den Referees, die laut Staffelleiter Dietmar Bebber 622 Mal Gelb zückten, 32 Ampelkarten verteilten und 17 lupenreine Feldverweise aussprachen, sammelten aus dem Oranienbaumer Kader vor allem René Schwarzer und Benny Woitha, die sieben respektive sechs Mal den gelben Karton sahen. Mit Gelb-Rot bedacht wurden Herrmann, Weigang und Woitha.


Quelle:MZ