Spielbericht von Sa aus Sicht des Gegners
PR Team, 15.09.2014
Gräfenhainichen gewinnt dank seiner Sieggaranten knapp mit 2:1
Kemberg tat dem Gastgeber den Gefallen, ihr Vereinsfest unbeschwert feiern zu können, denn trotz spielerischer Überlegenheit konnte gegen den Gastgeber kein Punkt ergattert werden. Dabei boten die Rot-Weißen gegenüber dem letzten Spiel am 24.05.14 an gleicher Stelle den Zuschauern eine gute Leistung an. Der Gastgeber lebt dagegen von zwei Spielern, die diesem Spiel auch den entscheidenden Stempel aufdrückten, Stefan Abraham und Daniel Richter, nicht zufällig auch die beiden Torschützen.
Kemberg begann äußerst engagiert, konsequentes Forechecking sorgte dafür, dass dem Gastgeber kein strukturierter Spielaufbau gelang. Die GHC-Abwehr agierte kompromisslos, jeder Ball wurde weit raus geschlagen, auch über das Tribünendach hinweg. Allerdings gelangten einige Befreiungsschläge auch in die Kemberger Hälfte und da war Daniel Richter ein ständiger Unruheherd. Ihm war auch die erste Chance in der 8. Minute vorbehalten, nach einem dieser Befreiungsschläge konnte er den auf springenden Ball unter Kontrolle bringen, schoss aber neben den Kasten. Nur 2 Minuten später prüfte Abraham Keeper Frank Malerz mit einem Freistoß und der Keeper muss sich ganz schön strecken, um zur Ecke ab zu wehren. Diese segelt in den Kemberger Fünfmeterraum, Malerz kommt nicht ran und am langen Pfosten „bedankt“ sich Abraham mit dem Führungstreffer. 10 Minuten später „riecht“ es nach einem Eckball nach Handspiel im GHC-Strafraum, der Schiedsrichter sieht dies nicht so und dann startet Daniel Richter den Konter und trifft nur den Pfosten. Kemberg hatte bis dahin zwar eindeutig mehr Ballbesitz, jedoch wurde vorn zu pomadig agiert, so dass noch keine gefährliche Situation herauf beschworen werden konnte. Einzig Philipp Disselhoff ließ mit einem Kopfball nach Freistoßflanke von Felix Uhrig etwas Gefahr auf kommen. In der 25. Minute greift GHC auf ihrer rechten Seite an, die Situation wird nicht konsequent genug bereinigt und schließlich kommt Abraham fast an der Eckfahne an den Ball und flankt präzise zu Daniel Richter, der wiederum genügend Zeit hat, den Ball am Fünfmetterraum! an zu nehmen, seinen Gegenspieler mit einer Finte ins Leere laufen zu lassen und dann eiskalt zu verwandeln. Dies war dann für Kemberg das endgültige Wecksignal, denn nun wurden die Aktionen zwingender. Wiederum Disselhoff verpasst in der 29. Minute, es seinen Brüdern Jonas und Jonte nach zu machen, die im Spiel der Zweiten jeweils getroffen haben, sein Kopfball geht über den Kasten. Nur eine Minute später schließlich eine sehenswerte Aktion, GHC-Torhüter Chris Liebers schießt den Abstoß zwar über die Mittellinie, aber nur bis zu Michal Fiala, der direkt nach vorn zum ideal startenden Benedikt Richter passt. Dieser gewinnt das Laufduell und netzt zum Anschlusstreffer ein. Die folgenden 10 Minuten ist Kemberg drückend überlegen und hat einige hochkarätige Chancen. Fiala köpft eine Freistoßflanke von Felix Uhrig drüber und in der 36. Minute hätte Matthias Liebmann den Ausgleich schaffen können. Ein eklatanter Fehlpass an der Mittellinie sorgte für Kemberger Überzahl, Liebmann sprintet mit Ball Richtung Strafraum, springt noch über einen heran grätschenden Spieler drüber, kann dann aber den Ball nicht mehr kontrolliert spielen, so dass er Liebers an schießt. Kurz vor der Halbzeitpause ist es noch einmal Abraham, der erst einen Freistoß in die Mauer zirkelt, den abprallenden Ball gefährlich aufs Tor schießt, Malerz kann den Ball mit den Fingerspitzen noch gegen die Latte lenken. Somit gingen die Gastgeber mit einer knappen, aber auch verdienten Führung in die Kabinen.
Nach dem Wechsel kein entscheidend neues Bild, Kemberg weiterhin bemüht, spielerisch Chancen zu kreieren und der Gastgeber setzte weiterhin auf Befreiungsschläge und der Hoffnung, dass ihre Protagonisten etwas mit den Bällen anfangen können. Es gab einige Kemberger Chancen, jedoch war keine richtig hundertprozentige dabei. So senkte sich ein Drehschuss von Benedikt Richter erst hinter dem Tor, eine Eingabe von Hannes Peeck erwischt Richter nicht und nachdem Florian Uhrig zum frei stehenden Peeck flankt, ist die Drehung zu viel, so dass bereits ein Abwehrspieler in der Nähe ist und den Schuss blocken kann. Der Gastgeber lauerte weiter auf Kontermöglichkeiten, aber auch Standards sorgten weiterhin für Gefahr. Nach einem Eckball in der 65. Minute lässt Malerz den Ball fallen, wirft sich danach aber in den Schuss und kann ihn halten. Eine Minute später läuft Daniel Richter aufs Tor zu, aber Marc Seeger kann mit einem riskanten, aber gekonnten Tackling Schlimmeres verhindern. Bei etwas mehr Übersicht seitens Richter hätte GHC auch noch ein weiteres Tor erzielen können. Zweimal überlief Richter die Kemberger Abwehr und zweimal gelangten seine Flanken nicht zu Mitspielern. Bei Kemberg ließen mit der Zeit die Kräfte nach, Benedikt Richter versuchte es mit einem Direktschuss, der ans Außennetz ging und der mittlerweile eingewechselte Rene Fischer schoss nach einer Flanke von Peeck direkt, aber über das Tor. Über die Situation in der 85. Minute kann spekuliert werden, John-Marc Kröber flankt von rechts vor das Tor, Liebers unterschätzt die Flanke und kommt nicht ran. Nur wenige Zentimeter vor der Torlinie köpft Fischer über den Kasten. Anhand der Flugkurve wäre der Ball wahrscheinlich ohne Berührung ins Tor gegangen. Danach passiert nicht mehr viel, GHC nutzt jede sich bietende Möglichkeit, um das Spiel zu verzögern und Kemberg findet keine Mittel mehr, um den Abwehrriegel zu knacken. Als auch Abraham in der 95. Minute nicht mehr die nötige Kraft und Konzentration hatte, einen Konter zu Ende zu führen, wurde die Partie abgepfiffen. Somit verlor zwar die spielerisch bessere Mannschaft, aber auf Grund der guten Chancen und der beiden Sieggaranten Abraham und Richter war der Sieg für Gräfenhainichen durchaus verdient.
Jetzt folgen zwei Heimspiele gegen Mosigkau und Lok Dessau und wenn die Mannschaft den eingeschlagenen Weg weiter geht, werden aus diesen Partien mit Sicherheit Punkte in Kemberg bleiben.
Aufstellung: Frank Malerz, Philipp Disselhoff, Florian Uhrig, Felix Uhrig, Andre Apitzsch (82. John-Marc Kröber), Matthias Liebmann, Hannes Peeck, Michal Fiala, Benedikt Richter, Bastian Schenk (60. Rene Fischer), Marc Seeger
Quelle:HP Kemberg
