Vorschau Fussball WE
PR Team, 24.10.2014
LANDESKLASSE
Verfolger VfB fordert Primus Köthen heraus
Mannschaften trennt nur das Torverhältnis.
VON DIETMAR BEBBER
WITTENBERG/MZ- In der Fußball-Landesklasse, Staffel fünf, steht am Wochenende der zehnte Spieltag auf dem Programm. Damit ist das erste Drittel der Saison absolviert. Richtige Tendenzen sind nicht zu erkennen. Fünf Teams kämpfen um die Spitze, sieben gegen den Abstieg. Die Fans dürfen sich auf spannende Spiele freuen. An erster Stelle steht das Gipfeltreffen zwischen Germania Köthen (1.) und dem VfB Gräfenhainichen (2.). Beide Mannschaften haben jeweils 19 Punkte auf dem Konto. Die Bachstädter verfügen jedoch über das bessere Torverhältnis (24:8 zu 22:13). An ihren letzten sportlichen Auftritt gegen Köthen am 17. Oktober 2009 haben die Heidestädter sicher nicht die besten Erinnerungen. Denn sie unterlagen damals 1:3. Bei den Gästen nicht mit dabei ist der gesperrte Stefan Luderer (Gelb-Rot).
Unterschiedliche Voraussetzungen
In der Begegnung zwischen dem HSV Gröbern (13.) und dem FC Grün-Weiß Piesteritz II (11.) - alle Samstagspartien beginnen um 15 Uhr - geht es für beide Teams darum, den Spieltag mit einem Erfolgserlebnis zu beenden und den Abstand zu den Abstiegsrängen zu vergrößern. Unterschiedlicher können die Voraussetzungen kaum sein. Der HSV zog in der vergangenen Woche 2:3 in Pratau den Kürzeren, die Volkspark-Reserve fertigte Trebitz 4:0 ab und verfügt über das nötige Selbstvertrauen, die anstehende Aufgabe zu lösen. Die SG Trebitz (6.) erwartet den unmittelbaren Tabellennachbarn SG Union Sandersdorf II (5.). Diese Elf gewann vor Wochenfrist gegen Primus Köthen 3:2 und hat zudem in Trebitz nie verloren. Trainer Lutz Dobbermann muss seine Mannschaft, den SV Friedersdorf (9.), ohne den etatmäßigen Mannschaftskapitän Dalibor Janjic (Gelb-Rot) gegen den ESV Lok Dessau (10.) aufs Spielfeld schicken.
Trainer müssen umbauen
Etwas umbauen müssen auch die Trainer der SG Reppichau (4.) und des SV Rot-Weiß Kemberg (8.) ihre Anfangsformationen. Reppichaus Coach Sven Schreiter darf seine Stammkräfte Nico Deistler und Torsten Wlodarski (beide Gelb-Rot) ersetzen. Kembergs Stefan Kohnert muss ohne Marc Seeger (fünfte Gelbe) planen. Einen Hauch von Derby verspricht die Begegnung zwischen der SG Blau-Weiß Klieken (3.) und dem TSV Mosigkau (7.). Hinzu kommt, dass Klieken auf eigenem Platz erst einmal gewonnen hat, Mosigkau auswärts dagegen schon zweimal. In der Begegnung Chemie Rodleben (15.) kontra SV Roitzsch (12.) sind zwei Aufsteiger unter sich. Sie brauchen beide den Erfolg für ihre Mission Klassenerhalt. Abgerundet wird der Spieltag am Sonntag mit dem Duell der Kellerkinder SV Graf Zeppelin Abtsdorf (16.) gegen SV Blau-Rot Pratau (14.). Der Anstoß erfolgt um 14 Uhr.
„Wie schwachsinnig das war“ Landesklasse Staffel fünf vor dem zehnten Spieltag
Von Marcus Bräuer
Die SG Reppichau muss beim Heimspiel am kommenden Wochenende gegen Kemberg wegen der gelb-roten Karte auf Nico Deistler verzichten. Bereits sein zweiter Platzverweis in dieser Spielzeit. Der CFC Germania 03 Köthen empfängt den VfB Gräfenhainichen.
Am kommenden Wochenende wird der zehnte Spieltag der Landesklasse Staffel fünf ausgetragen. Nico Deistler wird der SG Reppichau beim Heimspiel gegen Rot-Weiß Kemberg (Beginn: 15 Uhr) fehlen. Wegen einer Sperre - Deistlers Gelb-Rote Karte am vergangenen Spieltag, beim 0:1 gegen Grün-Weiß Piesteritz II, ist bereits sein zweiter Platzverweis in dieser Saison. Am dritten Spieltag, beim 4:1-Erfolg gegen Abtsdorf, sah er nach einer Tätlichkeit die Rote Karte, wurde für drei Spiele gesperrt.
Die Einsicht kam schnell
Deistler, seit Jahren ein Leistungsträger der SGR, wird gegen Kemberg also bereits sein viertes Spiel wegen einer Sperre verpassen. Der 27-Jährige stellt aber klar: „Ich bin kein Treter und meckere auch nicht mit den Schiedsrichtern.“
In seiner gesamten Laufbahn hat er nach eigener Aussage erst vier Platzverweise bekommen. Über den letzten ärgert er sich, weil die Schiedsrichterin aus seiner Sicht kein Fingerspitzengefühl zeigte. „Aber ich bin zum Teil auch selbst schuld“, sagt er: „Ich bin einer, der bei manchen Situationen nicht wie ein Dackel weglaufen kann.“
Deistler ist ein emotionaler Spieler - und diese Emotionen stehen ihm manchmal im Weg. Wenn es hitzig wird, ist Deistler häufig dabei. Gegen Abtsdorf ließ er sich zu einer Tätlichkeit hinreißen - und ärgerte sich über sich selbst am meisten. „Eine Minute danach wusste ich, wie schwachsinnig das war“, gibt Deistler zu.
Am schlimmsten ist für ihn, dass er nicht helfen kann, wenn er hinter der Bande steht. „Ich schädige nicht nur mich, sondern auch meine Mannschaft“, sagt er. Das Spiel in Kemberg ist für die SGR durchaus richtungsweisend. Eine dritte Niederlage in Folge würde dem Team, das so furios in die Saison startete, nicht gut tun. Deistler verbreitet aber Optimismus: „Die Mannschaft ist sehr willensstark. Wir müssen dranbleiben.“
Hoffmann übernimmt für Pabst
Zurück in die Erfolgsspur will auch der CFC Germania 03. Trotz 2:3-Niederlage gegen Union Sandersdorf II am vergangenen Spieltag behielt das Köthener Team die Tabellenführung. Am Sonnabend ist der VfB Gräfenhainichen im Stadion Rüsternbreite zu Gast (Beginn: 15 Uhr). CFC-Trainer Jens Pabst, der im Urlaub weilt, wird von Spieler Bernd Hoffmann vertreten.
Keine Spur von Zurückhaltung
LANDESLIGA Eintracht Elster und Grün-Weiß Annaburg wollen gewinnen.
VON ULF ROSTALSKY
ANNABURG/ELSTER/MZ- Mit einer klaren Ansage gehen die beiden Fußball-Landesligisten in den nächsten Spieltag. Eintracht Elster und Aufsteiger Grün-Weiß Annaburg wollen unbedingt gewinnen. "Drei Punkte sind Pflicht", sagt Annaburgs Trainer Uwe Rohlik. "Wir müssen was reißen, sonst stehen wir nach dem Spieltag in der Tabelle unter dem Strich", findet auch Eintracht-Coach Thomas Szczegula klare Worte.
In beiden Fällen wird die Mission "Sieg" alles andere als einfach umzusetzen sein. Eintracht Elster spielt auf heimischem Rasen und kann als Motivation mitnehmen, beim 3:0 im Derby gegen Annaburg richtig gut aufgespielt zu haben. Allerdings kommt am Sonnabend (Anstoß 15 Uhr) der Tabellenfünfte Blau-Weiß Zorbau. Die Mannschaft aus dem Saalekreis hat drei Siege in Folge eingefahren und verfügt über eine gut aufgelegte Offensivabteilung um Goalgetter Daniel Micenko. "Wir müssen natürlich hinten gut stehen", meint Eintracht-Trainer Szczegula. Er will nichts wissen von einem Spiel David gegen Goliath. Elster hat genügend Selbstbewusstsein. Trotz Tabellenplatz 13 und der Gefahr, nach einer Niederlage auf einen Abstiegsplatz zu rutschen. Elster will mehr. "Es ist egal, wo wir spielen. Zuhause, auf fremdem Platz: Wir müssen jetzt endlich auch Punkte holen", betont Szczegula. Zorbau könnte der Gegner sein, um die erhoffte Trendwende einzuleiten. "Wir haben die letzten Spiele gegen Zorbau zu Hause immer gewonnen", erinnert der Coach und fordert von seiner Mannschaft ein selbstbewusstes Auftreten. "Grundrichtung wie in Ramsin." Dort hatte die Eintracht vergangene Woche zwar nur ein Unentschieden holen können, doch das Trainergespann Szczegula und Co. Detlef Stache haben gesehen, dass die Eintracht spielerisch wieder in die Spur gefunden hat. Personell gibt es keine größeren Probleme. Die Trainer haben vielmehr die Qual der Wahl, wer den Kampf um den Sieg angehen wird.
In Annaburg feilt Trainer Uwe Rohlik noch am taktischen Konzept für das Auswärtsspiel am Sonntag bei Blau-Weiß Brachstedt (Anstoß 14 Uhr). Den Gegner kennen die Grün-Weißen vom Landespokal-Fight in der ersten Runde. "Das war sehr knapp. Wir hätten damals gewinnen können." Der Trainer hofft, dass seine Elf das jetzt nachholt. Der Termin kann den Annaburgern sogar in die Hände spielen. Es bleibt ein Tag mehr zum Training. "Mittwoch war gar nichts drin. Da war unser Platz wegen Regens gesperrt", bestätigt Rohlik. Er hofft außerdem, am Sonntag die beste Mannschaft seit Wochen aufbieten zu können. Leistungsträger wie Emanuel Clemens und Florian Klöpping sollten einsetzbar sein. Fix sind außerdem die Einsätze von Dosseh Bruce und Stefan Lutzmann. "Wir brauchen den Sieg. Brachstedt und nächste Woche Stedten sind Mannschaften, mit denen wir um den Klassenerhalt kämpfen werden", ist sich Uwe Rohlik sicher.
Codename "Quelle"
FUSSBALL Verbandsligist FC Grün-Weiß Piesteritz fährt zum VfB/IMO Merseburg.
VON THOMAS TOMINSKI
WITTENBERG/MZ- Kevin Gerstmann hat sich trotz Abwesenheit zu einer Schlüsselfigur beim Verbandsliga-Spitzenreiter entwickelt. Den früheren Kapitän des FC Grün-Weiß Piesteritz nennt Chefrainer Uwe Ferl respektvoll "unsere Quelle". Vor dem Match beim VfB/IMO Merseburg, der Anpfiff erfolgt am Samstag um 15 Uhr auf dem Sportplatz Ulmenweg, hat diese wieder ordentlich gesprudelt. Für Gerstmann, der inzwischen das Trikot des SV Dessau 05 trägt, war es die Auswertung einer 0:3-Niederlage, für Arbeitskollege Olaf Aßmann (Co-Trainer Piesteritz) die sachliche Bewertung eines Gegners. "Wir fahren nach Merseburg, um dort zu gewinnen", betont Ferl, der den Hut vor seiner Mannschaft zieht, dass sie nach dem 0:5 in Barleben sofort wieder in die Spur gekommen ist.
Der 4:2-Sieg vergangene Woche gegen die HFC-Reserve habe gezeigt, wie intakt die Truppe ist. "Ich bin als Trainer schon 20 Jahre im Geschäft, doch solche Spiele gehen unter die Haut", blickt er zurück. Trotz aller Euphorie fischt er auch ein Haar aus der Suppe. Wer in Überzahl in die Bredouille kommt, macht in Sachen Laufarbeit und Einsatzwillen grundsätzlich etwas falsch. "Das habe ich bei der Spielauswertung am Montag auch kritisiert."
Kapitän Körnig noch verletzt
Kapitän Tim Körnig steht den Piesteritzern aufgrund einer Oberschenkelverletzung nicht zur Verfügung. Ferl hofft, dass Körnig bis zum Spitzenspiel am 31. Oktober gegen Verfolger Preussen Magdeburg wieder fit ist. Der 27-Jährige hat inzwischen mit leichtem Lauftraining angefangen. Ansonsten ist alles an Deck. Die Piesteritzer fahren selbstbewusst nach Merseburg. Sie sind die Nummer eins des Klassements und zugleich der Gejagte. Ferl erklärt, dass er seine Elf nicht mit dem Bayern-Motto "Mia san Mia" auf den Platz schicken wird. Dafür ist der Respekt vor dem Gegner zu groß. Mit Nico Kanitz (früher HFC) und Mario Schaaf (RB Leipzig) verfügt Coach Michél Petrick, der während seiner aktiven Zeit unter anderem für Erzgebirge Aue, HFC oder VFC Plauen gekickt hat, über zwei erstklassige Spieler, die aufgrund ihrer Routine kaum auszuschalten sind. "Schaaf hatte ich bei Sachsen Leipzig in meiner Talente-Truppe", so der FC-Coach weiter, der um das Thema Meisterschaft weiter beharrlich einen Bogen macht. In Piesteritz genießen alle diese Momentaufnahme. Doch die Mannschaft spiele über ihre Verhältnisse. "Irgendwann wird sich alles einpegeln." Da ist sich Ferl sicher.
Keine Sonderbewachung
Trainerkollege Petrick sieht den bisherigen Saisonverlauf, Merseburg ist Fünfter, mit einem weinenden und lachenden Auge. "Wir fangen langsam an, eine Mannschaft zu werden", meint er und spricht im gleichen Atemzug von mindestens sechs verschenkten Punkten. Dass Piesteritz an der Spitze der Tabelle steht, ist für den 33-Jährigen keine Überraschung. Vor der Saison waren die Grün-Weißen und Halle-Ammendorf seine Meisterschaftsfavoriten. Petrick kündigt an, dass sich seine Elf vor dem Primus nicht verstecken wird. "Um in der Spitzengruppe zu bleiben, benötigen wir mindestens einen Punkt. Doch unser Ziel ist es, zu gewinnen." Die Torgefährlichkeit des Piesteritzer Angreifers Jeffrey Neumann hat sich bis in die Domstadt herumgesprochen.
"Es gibt keine Sonderbewachung", kündigt Petrick an, "Hauptsache, Neumann schießt kein Tor".
SPIELE
Gipfeltreffen
Nach demSpitzenspiel am Reformationstag gegen den aktuellen Tabellenzweiten Preussen Magdeburg (Anstoß 14 Uhr) gehen die Piesteritzer am zwölften Spieltag wieder auf Reisen.Das Ziel istder Dessauer Schillerpark. Hier ist der SV Dessau 05 zu Hause. Der Anpfiff durch Schiedsrichter Dirk Simon erfolgt am 9. November um 14 Uhr. In den Reihen der Hausherren stehen mit Daniel Zschiesche, Kevin Gerstmann und Sascha Zacke drei Ex-Piesteritzer Spieler.TT
"Solche Spiele gehen immer unter die Haut."
Uwe Ferl
Cheftrainer Piesteritz
Quelle:MZ
