Köthen MZ: Erste Bilanz in der Fußball-Landesklasse
PR Team, 28.10.2014
Erste Bilanz in der Fußball-Landesklasse Eine echte Überraschung nach zehn Spieltagen
Von Marcus Bräuer
Nach zehn Spieltagen blickt die Mitteldeutsche Zeitung auf den bisherigen Saisonverlauf der vier Mannschaften aus dem Köthener Raum.
Köthen.
Ein Drittel der Saison ist rum, nach zehn Spieltagen ist erkennbar, wohin die Reise der Mannschaften mit großer Wahrscheinlichkeit gehen wird. Die Mitteldeutsche Zeitung blickt auf den bisherigen Saisonverlauf der vier Teams aus dem Köthener Raum, die auf Landesebene um Punkte spielen. Eines vorweg: Es gibt nur eine echte Überraschung.
CFC Germania 03 (2.)
Sicher, es gab ein paar Dinge, die eine Einschätzung des CFC vor der Saison schwer machten. Da war zum einen der Wechsel in eine neue Landesklasse-Staffel. Und dann ist es ja beim Team aus Köthen ohnehin fast schon Tradition, dass es sportlich nie wirklich da steht, wo man es vor der Saison erwartet hat. Dass die Mannschaft von Trainer Jens Pabst aus den ersten sechs Spielen 16 Punkte holte, konnte nicht erwartet werden. Mit ein bisschen Distanz ist jedoch erkennbar, dass zehn der sechzehn Punkte gegen Mannschaften geholt wurden, die wohl bis zum Schluss um den Klassenerhalt zittern müssen.
Das soll den tollen Start der Köthener nicht schmälern. Das Team spielte zum Teil wie im Rausch, beispielsweise beim 8:0-Heimsieg gegen Roitzsch. Nur drei Punkte aus den letzten vier Spielen lassen aber den Schluss zu, dass die Mannschaft noch nach Stabilität sucht. Wie sagte Jens Pabst schon mehrfach: „Chancen werden wir uns immer erspielen. Wir müssen sie nutzen und vor allem hinten sicher stehen.“ Zuletzt gelang das nicht mehr so gut. Aber: Der CFC ist so gut wie lange nicht platziert. Das Potenzial, in dieser Saison eine sehr gute Rolle zu spielen, hat die Mannschaft.
Die Torschützen des CFC Germania 03
Konstantin Finze 7
Marcel Pauly 6
Marcel Osoria 3
Philipp Finze, F. Hoffmann je 2
B. Hoffmann, M. Janda, T. Paetzold, P. Straßburger je 1
SG Reppichau (4.)
Weil der CFC so furios aufspielte, ging der starke Saisonbeginn von der SG Reppichau mancherorts etwas unter: Die Mannschaft von Trainer Sven Schreiter war nach sieben Spieltagen ungeschlagener Tabellenführer der Landesklasse Staffel fünf. Ähnlich wie beim CFC, holte die SGR die Mehrzahl der Punkte gegen vermeintliche Außenseiter. Aus den letzten drei Partien kam aber nur ein Punkt hinzu. Die Spitzenspiele gegen Union Sandersdorf II und den VfB Gräfenhainichen gingen verloren, gegen Rot-Weiß Kemberg war die Mannschaft nah dran am Sieg, spielte aber nur Unentschieden (2:2).
Diese Phase hat Sven Schreiter darin bestätigt, dass das Team und er noch viel Arbeit vor sich haben. „In solchen Spielen sehe ich, dass wir kein Spitzenteam sind“, sagt der Trainer.
Trotzdem: Die große Stärke der SG Reppichau ist der breite, qualitativ gut zusammengestellte Kader. Auch deshalb ist der vierte Platz, auf dem die Mannschaft derzeit steht, das Mindeste. Wenn alle Spieler fit sind und die Möglichkeit haben, sich einzuspielen, gehört die SG Reppichau klar zu den Aufstiegsfavoriten. Denn eines wurde in zehn Spieltagen in der Landesklasse Staffel fünf auch deutlich: Einen echten Favoriten gibt es nicht. Es ist viel möglich.
Die Torschützen des SG Reppichau
Christian Seiche 7
Tobias Gallasch, Stefan Krug je 5
Philipp Görmer 2
M. Berek. N. Deistler, F. Keil je 1
VfB Borussia Görzig (4.)
Da ist sie, die wirkliche Überraschung der bisherigen Fußballsaison im Köthener Raum auf Landesebene. Und das ist ausschließlich positiv gemeint. Der Aufsteiger aus der Kreisoberliga überzeugt mit einer pragmatischen Spielweise: defensiv gut stehen, überfallartig angreifen. Dass mancher unkt, dass das nicht immer attraktiv anzuschauen sei, wird Trainer Uwe Wolter egal sein.
Was zählt, sind die Erfolge. Die Mannschaft steht auf dem vierten Platz der Landesklasse Staffel vier. Das hatten sie sich bei der Borussia selbst nicht zugetraut. Aber: Wolter hat schon vor der Saison nicht über den Klassenerhalt als Ziel gesprochen, sondern über einen einstelligen Tabellenplatz. Heißt: Sie wissen in Görzig schon, was sie können. Zuletzt verlor der VfB zwar unglücklich gegen Nietleben, aber die eingeschworene Truppe scheint vieles mitzubringen, um auch nach dem letzten Spieltag die positive Überraschung der Saison zu sein.
Die Torschützen des VfB Borussia Görzig
Tobias Nadolny 5
Stefan Kuhle, Ronny Müller, Danny Zangata je 2
R. Czerwinski, D. Göbel, K. Kutschera, D. Nadolny je 1
SV Edderitz (11.)
Zehn Punkte nach fünf Spielen - es war ein traumhafter Saisonstart für die Elf von Neu-Trainer Jens Michaelis. Der hatte frischen Wind reingebracht, die Kabine verschönern und neue Trainings-Utensilien anschaffen lassen. Michaelis war aber auch derjenige, der von Beginn an sagte, dass es für seine Mannschaft nur darum ginge, den Klassenerhalt zu schaffen.
Er ließ sich also nicht von den zehn Punkten blenden. Und er tat gut daran. In den fünf Spielen danach kamen nur zwei weitere Zähler hinzu. Der SV Edderitz ist da angekommen, wo er sich selbst sieht: im unteren Tabellenmittelfeld.
Erschreckend waren die beiden Auftritte im Pokal gegen den TSV Elbe Aken und gegen Turbine Halle in der Liga. Mut macht hingegen das 2:2 gegen Eintracht Emseloh. „Mit so einer Einstellung müssen wir immer spielen“, sagte Michaelis nach dem Punktgewinn gegen den Tabellendritten.
Eine Sorge bleibt: Das Offensivspiel ist komplett auf Marek Mennicke zugeschnitten. Michaelis bezeichnet den 26-jährigen Stürmer selbst als „Lebensversicherung für den SV Edderitz“. Heißt: Marek Mennicke darf sich bloß nicht verletzen.
Die Torschützen des SV Edderitz:
Marek Mennicke 9
Florian Scheller 5
Felix Tauchen 2
C. Börner, P. Werner, O. Wittig je 1 (mz)
Quelle:MZ
