Vorschau Fussball WE
PR Team, 30.10.2014
FUSSBALL-KREIS
Seegrehnaer Elf trifft wieder auf Außenseiter
Zschornewitzer geben sich selbstbewusst.
VON WERNER MICHAELIS
WITTENBERG/MZ- In den nächsten Tagen gibt es ein volles Programm auf den Fußballfeldern der Region. In der Kreisoberliga Anhalt werden gleich zwei komplette Spieltage ausgetragen. Darüber hinaus wird bereits heute Abend im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion der Supercup gespielt. In Wittenberg geht es dagegen fast bescheiden zu. Ein ganz normaler Spieltag wird absolviert.
Fachverband Wittenberg
Verkehrte Fußball-Welt in der Vorwoche in Seegrehna. Der Primus rettet gegen den Aufsteiger Bad Schmiedeberg beim 2:2 noch einen Punkt. "Das war eine Frage der Konzentration", sagt Detlef Knape, "wir haben auch nie behauptet, dass wir durchmarschieren werden." Jetzt folgt ein weiteres Heimspiel - wieder gegen einen Außenseiter. "Die Zschornewitzer sind eine kampfstarke Mannschaft, das liegt uns eigentlich nicht", so der Abteilungsleiter. Und die Gäste geben sich selbstbewusst. Philipp Werner und Stefan Heldt seien immer für ein Tor gut, meint Bertram Jacobi. Der Abteilungsleiter spricht aber auch von einem "kleinen Handicap". Es sei noch unklar, ob der Trainer, der im Urlaub weilt, pünktlich vor Ort sein kann. Im Fall der Fälle werde der Co. Toni Kaspar übernehmen. "Der hat auch schon bewiesen, dass er es kann", so Jacobi. Auch Seegrehnas Verfolger haben Heimspiele. Jessen trifft auf die ehrgeizige Reserve von Elster. und Möhlau empfängt Linda. Alle Partien beginnen am Samstag um 14 Uhr.
Fachverband Anhalt
Eine Doppelveranstaltung wird es am kommenden Wochenende im Fachverband Anhalt geben. Während am Reformationstag ab 15 Uhr der zehnte Spieltag absolviert wird, müssen die Kicker schon 48 Stunden später erneut die Schuhe schnüren und der elfte Spieltag wird angepfiffen. Höhepunkt dabei ist am Sonntag das Match im Roßlauer Elbe Sportpark zwischen Spitzenreiter Germania Roßlau und dem Zweiten SG Abus Dessau. Am Freitag empfängt die SG Waldersee/Vockerode (8. Platz) auf dem Sportplatz Luisium die Reserve von Lok Dessau (14.), und am Sonntag reisen die Schützlinge von Trainer Uwe Wilke zum FSV Steutz/Leps (5.). Coach Wilke fordert aus beiden Partien von seinem Team mindestens vier Punkte. Die SG Oranienbaum-Wörlitz und die SG Jeber-Bergfrieden/Serno treffen am Freitag auf dem Sportplatz am Oranienbaumer Waldhaus aufeinander "Alles andere als ein Sieg wäre eine Enttäuschung", erklärte Trainer Andreas Wolf von den Barock- und Parkstädtern. Am Sonntag ist die Wolf-Truppe dann beim Dessauer SV 97 zu Gast. Die SG Jeber-Bergfrieden/Serno dagegen ist Gastgeber für die zweite Mannschaft vom TSV Mosigkau. Und Trainer Harald Dobritz meint: "Egal wie, wir brauchen unbedingt Punkte." Das momentane Überraschungsteam in der Liga ist Blau-Rot Coswig (3. Platz). Die Coswiger treten am Freitag beim FSV Vorfläming (13.) an und wollen weiter in der Erfolgsspur bleiben. "Drei Punkte sind unser Ziel", meint Trainer René Gommert. Am Sonntag könnte es dann weitaus schwerer für Blau-Rot werden, denn dann ist der SV Mildensee (4. Platz) zu Gast am Coswiger Lerchenfeld.
Am Donnerstag kämpfen die Rodlebener ab 19 Uhr im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion gegen den SC Vorfläming Nedlitz um den Supercup Anhalts. "Eigentlich passt uns dieses Spiel nicht ins Konzept", sagt Rodlebens Abteilungsleiter Steffen Kleßen. Der Grund ist simpel. Bereits am Sonnabend ab 14 Uhr steht das Spiel in der Landesklasse in Pratau an.
Schießbude der Liga redet nichts schön
LANDESLIGA Annaburgs Trainer fordert Trainingsfleiß. Elster gibt sich entspannt.
VON ULF ROSTALSKY
WITTENBERG/MZ- Die Wittenberger Landesligisten trennen Welten. Während Thomas Szczegula in Elster nach dem überzeugenden Sieg gegen Zorbau auf die Euphoriebremse treten muss, ist sein Trainerkollege in Annaburg um Aufklärung der 0:7-Pleite in Brachstedt bemüht. "Wir werden alles hart analysieren und nichts schönreden", betont Uwe Rohlik. Gleichzeitig weiß er um das angeschlagene Selbstbewusstsein seiner Spieler. "Nur draufhauen bringt momentan gar nichts." Was helfen könnte, wäre ein geordnetes Training. Genau hier klemmt bei den Grün-Weißen allerdings seit Wochen die Säge. Eine Übungseinheit pro Woche ist fast schon Normalität. Und offensichtlich viel zu wenig, um gegen die anderen Landesligisten bestehen zu können, die sich bis zu drei Mal wöchentlich treffen, um an Taktik und Fitness zu arbeiten.
Uwe Rohlik will deutlich mehr. Allerdings hat er das Problem, dass viele Spieler unter der Woche arbeitsbedingt nicht zur Verfügung stehen. "Letzte Woche waren drei Stammspieler beim Training. Wenn dann jemand denkt, wir fahren nach Brachstedt und nehmen nebenbei drei Punkte mit, denkt er einfach falsch. Für die Landesliga ist das alles viel zu wenig."
Hinzu kommt, dass Grün-Weiß Annaburg praktisch alles von seiner einstigen Stärke verloren hat. Die sonst so sichere Defensive ist von der Rolle. "Wir sind die Schießbude der Liga geworden", weiß der Trainer. Ihn wundert es kaum. Wer in zehn Spielen drei Torleute einsetzen muss und nicht einmal mit der gleichen Hintermannschaft hätte auflaufen können, der dürfe nicht viel mehr erwarten.
Ob gegen Romonta Stedten am Sonnabend die Kehrtwende gelingt, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass auch Stedten als Tabellenletzter arge Probleme hat. Romonta hat bisher ebenfalls 27 Treffer kassiert. Die Annaburger Verantwortlichen blicken allerdings weniger auf die Statistik denn auf den Kader. "Es wird und wird nicht besser", sagt Rohlik. Definitiv verzichten muss er beim Heimspiel neben der ganzen Liste Langzeitverletzter nun auch auf den angeschlagenen Florian Klöpping. Sehr wahrscheinlich ist außerdem, dass einmal mehr Nachwuchstorwart Marvin Hotek für Stammkeeper Kevin Ziebell auflaufen muss.
Trotz aller Sorgen ist Uwe Rohlik kämpferisch. "Wir brauchen ein Erfolgserlebnis und werden gegen Stedten alles versuchen."
In Elster ist Thomas Szczegula relativ entspannt. "Die Mannschaft stellt sich praktisch von selbst auf", sagt er vor der Partie in Weißenfels. Er will es weitgehend bei der Elf belassen, die gegen Zorbau ordentlich aufgespielt hat. Allerdings muss er zumindest René Rosenberger ersetzen. Der Kapitän ist nach der fünften Gelben Karte gesperrt. Ob Matthias Smetak wieder zur Verfügung steht, wird sich erst kurz vor dem Spiel entscheiden.
Die Partie gegen Weißenfels hat es in sich. Zwar fehlt bei den Gastgebern nach einer Gelb-Roten-Karte mit Michal Durila ein Ex-Eintracht-Spieler. "Wir haben aber noch eine Rechnung offen", ist Thomas Szczegula ehrlich. Als Elster im Frühjahr in Weißenfels einen 0:2-Rückstand noch aufholte, fiel manches böse Wort. "Das haben wir nicht vergessen." Der Gewinner des Spiels hat die echte Chance, sich im Tabellenmittelfeld festzusetzen.
Kampfansage der Preussen
FUSSBALL Magdeburg zeigt sich von der Heimstärke der Piesteritzer nicht beeindruckt.
VON MICHAEL HÜBNER
PIESTERITZ/MZ- Alexander Daul hat da nicht den geringsten Zweifel: "Das wird ein geiles Spiel!" Der Magdeburger Trainer der Preussen freut sich auf den Auftritt seiner Elf am Freitag ab 14 Uhr im Volkspark. "Wir sind Spitzenreiter. Das ist für die Jungs ein unglaublich positives Gefühl", sagt der 37-Jährige. Die Landeshauptstädter haben den FC Grün-Weiß Piesteritz von der Spitze verdrängt.
Und die Konstellation nur eine Woche später ist tatsächlich einmalig: Gewinnen die Gastgeber, sind sie selbst wieder vorn. "Wir geben den Platz an der Sonne nicht kampflos auf", sagt Daul, der betont: "Wir kennen die Piesteritzer Heimstärke." Die Platzherren haben ihre Spiele vor den eigenen Zuschauern in dieser Saison alle gewonnen - und auch die Heimbilanz gegen die Magdeburger ist fast blütenweiß. "Ich bin als Spieler in die Verbandsliga aufgestiegen und kann mich an keinen Sieg in Piesteritz erinnern", so der Ur-Preusse. "Es ist höchste Zeit für einen Erfolg", sagt er selbstbewusst und verheimlicht nicht, dass er auch mit einem Punkt leben könnte. Daul gehört zu den jungen, dynamischen Trainern, die derzeit die Verbandsliga aufmischen. "Michel Petrick leistet doch in Merseburg auch gute Arbeit", sagt er und hält sich dezent zurück. Sein Team, das sagt er nicht, hat in der Domstadt 2:0 gewonnen. Der Übungsleiter will die Piesteritzer Wunde nicht noch vergrößern. Schließlich verlor der FC Grün-Weiß Piesteritz nach einer überhaupt nicht beschreibbaren "Leistung" in der zweiten Halbzeit nach einer 1:0-Führung in Merseburg 1:5. "Das ist gründlich ausgewertet", sagt FC-Cheftrainer Uwe Ferl. Es ist aber nicht das erste Mal, dass sich die Elf - und tatsächlich immer auswärts - nicht wehrt. Das ist in Barleben oder in der Oberliga in Bautzen passiert. Am Übungsleiter liegt das nicht, ist Daul überzeugt.
"Der Uwe Ferl ist ein guter", zollt er auch der Erfahrung seines Gegenübers größten Respekt. Kurioserweise setzten aber gerade die Preussen in der jüngsten Vergangenheit auf große Namen bei ihren Cheftrainern: Ex-Europacuplegende "Maxe" Steinbach oder zuletzt Dirk Hannemann. "Ich war selbst von meiner Verpflichtung überrascht", gibt Daul zu. Im ersten Jahr gelingt der Sprung auf Rang drei. Und geht es jetzt in der zweiten Saison schnurstracks in die Oberliga? "Unser Ziel sind die Ränge drei bis fünf", stapelt Daul plötzlich tief und füttert dann das Phrasenschwein: "Wir denken von Spiel zu Spiel." Die Vereinsführung ist vorm Saisonstart da deutlich offensiver: Die Rede ist da noch von den Rängen eins bis fünf.
Auch die Piesteritzer absolvierten solch einen Zickzackkurs. Als erste Zielsetzung wird der Klassenerhalt ausgegeben, dann wird nachgebessert: Ein Mittelfeldplatz ist nun offiziell erstrebenswert. Wiederaufstieg ist - aus welchen Gründen auch immer - das Tabuwort im Volkspark. Natürlich ist ein personeller Aderlass zu verkraften. Doch das hat nicht nur mit dem Oberliga-Abstieg zu tun. Das verrät ein Blick auf die Aufstellung des letzten Erfolges über die Preussen. Durch Tore von Vladimir Penev und Ladislav Stefke gewinnt die Ferl-Truppe 2:0 im Februar 2012. Von der damaligen Stamm-Elf läuft keiner mehr für die erste Garnitur auf. Lediglich der jetzige Kapitän Tim Körnig - sein Einsatz am Freitag ist aufgrund seiner Verletzung mit Stand vom Mittwochnachmittag noch fraglich - sitzt damals auf der Ersatzbank, wird nach der klaren Führung eingewechselt. Bei den Gästen sind in der ersten Elf noch fünf Aktive von einst dabei. Das spricht für ein eingespieltes Team.
"Die Magdeburger sind physisch sehr stabil und sehr zweikampfstark", schätzt Ferl weitere Stärken des Kontrahenten ein. "Das wird ein echtes Spitzenspiel", so der Übungsleiter, der noch an der Erfolgstaktik bastelt und auf den Einsatz von Torjäger Jeffrey Neumann hofft.
Der Angreifer setzte gestern nach einer fiebrigen Grippe seine Antibiotika ab. Ferl persönlich überprüft und misst beim Lauftraining den Puls. Auch Körnig ist mit leichtem Lauftraining wieder dabei. "Beide werden nur eingesetzt, wenn sie wirklich fit sind. Wir riskieren nicht die Gesundheit der Spieler", so der Cheftrainer. Doch unabhängig von der Aufstellung, da lässt Ferl keine Zweifel, werden sich die Piesteritzer nicht kampflos die starke Heimbilanz beschädigen lassen. Es ist alles angerichtet für ein "geiles Spiel".
"Wir sind Spitzenreiter. Das ist ein positives Gefühl."
Alexander Daul
Preussen-Trainer
Quelle:MZ
