Gemeinsamer Spielbetrieb mit Anhalt?

PR Team, 29.01.2015

Gemeinsamer Spielbetrieb mit Anhalt?

Gemeinsamer Spielbetrieb mit Anhalt?

ABSTIMMUNG Briefe der 32 Vereine des KFV Wittenberg werden heute geöffnet.

WITTENBERG/MZ/TSC/TT- Am Freitagabend fällt die endgültige Entscheidung. Dann steht fest, ob sich die Vereine der beiden Kreisfußballverbände Wittenberg und Anhalt für oder gegen einen gemeinsamen Spielbetrieb ab der Saison 2016/17 ausgesprochen haben. Die Abstimmung im KFV Anhalt erfolgt am 30. Januar ab 18 Uhr auf der Abteilungsleitersitzung in der Sportgaststätte der SG Abus Dessau. Ein Ergebnis wird gegen 19.30 Uhr erwartet. Der KFV Wittenberg hat seinen 32 Vereinen (Kreisoberliga, Kreisliga) 14 Tage Zeit eingeräumt, sich zu den Fusionsabsichten der beiden Verbände schriftlich zu äußern. Die Briefe werden heute nach 18 Uhr von Präsident Achim Golly und Vorstandsmitglied Philipp Kötitz geöffnet.

Das Gesamtergebnis ist für den KFV-Vorstand in Sachen Fusion bindend und wird laut Kötitz am Freitagabend auf der Internetseite veröffentlicht. Möglich sind die Varianten ja, nein oder Enthaltung. "Schummeln geht absolut nicht", sagt Kötitz und betont, dass alle Briefe ab 2. Februar im Archiv der KFV-Geschäftsstelle (Trebitz) zur Einsichtnahme bereit liegen. Auf der Homepage werden die Clubs mit ihren einzelnen Abstimmungsergebnissen nach Einschätzung von Kötitz "ab Samstag in einer Art Tabelle" aufgeführt. Um die Mitglieder des Fachverbandes Anhalt nicht in ihrer Meinungsfindung zu beeinflussen oder ihnen die Spannung zu nehmen, halten die Wittenberger am Freitagabend mit ihren Kollegen aus der Bauhausstadt telefonisch Kontakt.

Erst wenn auf der Abteilungsleitersitzung in Desau eine Entscheidung gefallen ist, wird das Ergebnis aus dem KFV Wittenberg verkündet. Kötitz, der auch Spielausschussvorsitzender ist, glaubt jedoch nicht daran, dass es am Freitag zu einer Fusion des Spielbetriebes auf Kreisebene kommen wird. Dies haben einige Vereine bereits durch die Blume signalisiert. "Die sportliche Notwendigkeit ist derzeit nicht vorhanden", schätzt Kötitz die Lage ein und betont, dass der KFV Wittenberg noch locker fünf, sechs Jahre einen attraktiven Spielbetrieb aufrecht erhalten kann. "Bei Bedarf wird neu verhandelt", so das Vorstandsmitglied weiter, der mit der KFV-Spitze bei einem eventuellen Scheitern der Fusion seinen Kollegen aus Anhalt auf keinen Fall die Tür vor der Nase zuschlagen wird.

Doch noch muss das Ergebnis abgewartet werden - was Zeit bietet, über andere Ideen einer zukünftigen Gestaltung des Spielbetriebs in den beiden Fußballkreisen zu diskutieren. Und vielleicht sogar allgemein über regionale Spielbetriebe. Nachdem bereits der Vorschlag auf dem Tisch liegt, die Landesklassen um eine Staffel zugunsten der Kreisoberligen zu reduzieren, hat sich auch das Mildenseer Urgestein Bernd Künne mit einem offenen Brief an Verband und Medien gewandt. "Das Ziel der Fusion von Verbänden muss klar und eindeutig vorgegeben werden", schreibt der Dessauer, "aber auch mit klaren Kriterien und Zielen."

Diese sind laut Künne vielschichtig: Der Spielbetrieb müsse Freude bereiten, er soll finanzierbar bleiben, auf die veränderte Arbeitswelt vieler Pendler eingehen und nach modifizierten Regeln gespielt werden. "Warum nicht in der Kreisoberliga mit elf Spielern und zwei über die gesamte Zeit mögliche Auswechslern agieren und in den Ligen darunter mit nur neun oder zehn Aktiven", fragt Künne. Es scheint, die Diskussion habe gerade erst begonnen.

"Die sportliche Notwendigkeit ist nicht vorhanden."

Philipp Kötitz

Vorstandsmitglied


Quelle:MZ