Gemeinsamer Spielbetrieb ist vom Tisch. Jetzt wird nachgetre

PR Team, 10.02.2015

Gemeinsamer Spielbetrieb ist vom Tisch. Jetzt wird nachgetre

Nach der Wahl ist vor der Wahl

KREISOBERLIGEN Gemeinsamer Spielbetrieb ist vom Tisch. Jetzt wird nachgetreten.

VON ULF ROSTALSKY

WITTENBERG/MZ- Die Mehrheit der Fußballvereine in Anhalt und Wittenberg ist gegen einen gemeinsamen Spielbetrieb ab der Saison 2016/17. Das Abstimmungsergebnis der Vereine ist amtlich. "Das Thema war für uns damit eigentlich vom Tisch", sagt Philipp Kötitz, Staffelleiter der Wittenberger Kreisoberliga.

Mit der Vermutung liegt er offensichtlich falsch. Denn jetzt wird ordentlich nachgetreten, um in der Fußballsprache zu bleiben. Anhalts Fußballvize Mario Pinkert und sein Chef Detlef Barth sprachen im Interview mit einer Magdeburger Tageszeitung unter anderen davon, dass der Fusionsgedanke von den Wittenbergern ausgegangen und dort ganz klar Position gegen eine Beteiligung der Vereine in Verhandlungsgremien bezogen worden sei.

"Kann ich nicht verstehen. Ich weiß nicht, was das alles jetzt soll", kontert Philipp Kötitz auf MZ-Nachfrage. "Wir können einen vernünftigen Spielbetrieb sicherstellen. Und wir haben unsere Vereine auf einer Extra-Veranstaltung über alle Fragen der Fusion informiert." Auch der Möhlauer Vertreter Hans-Jürgen Eiserfey äußerte sich mittlerweile auf der Internetplattform "Fupa.net".

Er habe als Vereinsvertreter seine Argumente Pro und Contra darstellen können und am Beratungstisch mit Vertretern das Kreisfachverbandes Anhalt gesessen. Einen Vertreter Anhalter Vereine habe er hingegen vermisst.

Eiserfeys Kritik mündet im Vorwurf der Lüge. "Es ist also eine glatte Lüge, wenn behauptet wird, die Wittenberger Vorstände wollten keine Vereinsbefragung." Von Gesprächen im Hinterzimmer will der Möhlauer ebenso nichts wissen. Und Staffelleiter Philipp Kötitz legt nach. "Die Vereine müssen spielen. Sie müssen mit der ganzen Situation klarkommen. Also müssen sie auch angehört werden. Das haben wir gemacht."

In Dessau ist von Offensive nichts zu spüren. Anhalts KFV-Präsident Detlef Barth, setzt auf volle Deckung und mauert erst einmal. "Fragen beantworte ich zu dem Thema gar nicht mehr am Telefon. Wenn die MZ Auskünfte will, kann sie die Fragen gern schriftlich stellen." Zuviel sei gesagt und geschrieben worden in den Tagen nach der gescheiterten Fusion, schiebt Barth hinterher. Aber selbstverständlich sei er bereit, sich mit Wittenbergs Präsident Achim Golly an einen Tisch zu setzen.

Damit nicht genug. Detlef Barth setzt auf Zeit. Vor dem 20. März öffentlich noch etwas zu sagen zum Thema, wäre seiner Meinung nach nicht gut. Am 20. März stehen im Anhalter Verband Wahlen an. Barth möchte weiter Präsident bleiben. Er hat auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass er ein solches Amt nur mit einem starken Vize an der Seite ausüben möchte. Dass der auch künftig Mario Pinkert heißen soll, ist ebenfalls kein Geheimnis. Barth will aber ruhig bleiben und sich auf die wesentlichen Dinge im Verband konzentrieren. "Eine Wahl muss ordentlich vorbereitet werden."

Aber nicht nur deshalb will Anhalts Präsident zu den Vorwürfen aus Wittenberg schweigen. Das Portal "Fupa.net" sei nicht seine Plattform. Der Deutsche Fußball-Bund lehne eine Zusammenarbeit mit privaten Portalen ab. An diese Vorgehensweise müsse er sich als ordentliches DFB-Mitglied einfach halten.

RÜCKBLICK

Klares Votum gegen die Fusion

Über einengemeinsamen Spielbetrieb der Wittenberger und Anhalter Kreisoberligisten im Fußball hatten die Vereine Ende Januar zur befinden. Das Ergebnis fiel in beiden Kreisverbänden eindeutig aus. In Wittenberg gaben 30 Vereine ihre Stimme ab. Lediglich Rot-Weiß Kemberg sprach für die Ehe. In Anhalt gab es ein Ja aus Klieken, Wörlitz und Oranienbaum. Ein gemeinsamer Spielbetrieb muss damit allerdings nicht auf Dauer vom Tisch sein. "Man wird das Thema sicher immer wieder einmal ansprechen müssen", sagt Wittenbergs Staffelleiter Philipp Kötitz gestern im MZ-Gespräch.


Quelle:MZ