Jessen mit Transferverhandlungsproblemen
Daniel Richter, 04.08.2009
Ärger bei Allemannia Jessen um neue Spieler
Fließt kein Geld, drohen zwei Sperren

Ein Fußballspieler spielt den Ball.
JESSEN/MZ/AR. Mit etlichen Neuzugängen hat sich Allemannia Jessen zum Start in die Landesligasaison verstärkt. Doch bei zwei Akteuren ist der Wechsel mit Differenzen verbunden, wie Allemannias Fußballabteilungsleiter Jens Schramm die MZ wissen ließ.
Zum einen betrifft dies Martin Helwig, der 18-Jährige kickte bislang beim Klödener SV. Und auch für Fabian Köhler, der 20-Jährige war zuvor bei Grün-Weiß Annaburg aktiv, ist derzeit der Weg ins neue Team noch offiziell versperrt. In beiden Fällen, so Schramm, sei man sich mit den bisherigen Vereinen nicht "handelseinig" geworden, die Transferverhandlungen sind ins Stocken geraten. "Bei Martin Helwig sehe ich da keine so großen Probleme, mehr Gedanken bereitet mir die bisherige Reaktion aus Annaburg, was Fabian Köhler betrifft." Speziell bei ihm drehe es sich um eine ordentliche Ablösesumme im vierstelligen Bereich, die aus Sicht von Jens Schramm "jenseits aller in unserer Region normalen Vorstellungen liegt und die wir als nicht diskutabel ansehen". Schramm fügte an, dass er schon etwas traurig darüber sei, wie beide Vereine in dieser Angelegenheit miteinander umgehen. "Dies war in der Vergangenheit anders, da hat man sich sogar auch schon mal untereinander ausgeholfen, ohne hinterher abzurechnen."
Friedrich Kleinschmager, Vorsitzender des Klödener SV, wollte sich nicht zu dem Vorgang um Martin Helwig äußern. "Ich sage dazu nichts, da es sich um vereinsinterne Dinge handelt. Nur so viel, im Fall des Spielers muss Jessen nur entsprechend reagieren, dann steht dem Abschluss des Wechsels nichts im Wege." Und Annaburg? Grün-Weiß Präsident Rainer Ullrich ist etwas verwundert über die Diskussion. "Für mich ist der Wechsel im Grunde vollzogen, Fabian hat ja schließlich bereits in Jessen trainiert. Außerdem können wir niemanden, der gehen möchte, zwingen, bei uns zu bleiben. Seitens der Allemannia ist nur noch die übliche Entschädigungszahlung zu leisten. Und in diesem Punkt halten wir uns an geltende Vorschriften, stellen keineswegs überzogene Forderungen." Annaburg wolle auf das Geld auch nicht verzichten, "wir kommen schließlich unseren finanziellen Verpflichtungen ebenso nach, wenn wir einen neuen Spieler zu uns holen". Ullrich hofft, dass die Angelegenheit in den kommenden Tagen zum Abschluss gebracht wird.
In beiden Fällen steht ein so genannter Entschädigungsbeitrag zur Diskussion. Dieser kann, muss aber im Wittenberger Kreisfachverband nicht gezahlt werden, wie Stephan Gräfe, Vorsitzender des Spielausschusses, gegenüber der MZ erklärte. "Im Normalfall ist es bei uns so, dass sich die Vereine zusammensetzen, über eine kleine Summe beraten und den restlichen Betrag in Form gegenseitiger materieller Unterstützung ausgleichen. Da sponserte der eine Club dem anderen schon mal Fußballnetze oder es wurde sich bei der Beschaffung neuer Bekleidung geholfen. Möglichkeiten gibt es in solchen Fällen viele." Werden sich die Vereine jedoch nicht einig und es fließt kein Geld, werden die neuen Kicker für drei Monate gesperrt. Und darauf scheint es in Jessen derzeit hinauszulaufen. Zumindest im Falle Fabian Köhlers.
Quelle:MZ
