Riesen Berichtswelle um kleines Derby (DE) in der Landesliga

Daniel Richter, 07.08.2009

Riesen Berichtswelle um kleines Derby (DE) in der Landesliga

Stadtderby am Sonntag: Roßlaus Jens Görisch und 05-Routinier Christian Hildebrandt im MZ-Gespräch

Jeder redet den anderen vorher stark

 

 

Jens Görisch (links)
Der 29-jährige Jens Görisch (links) spielt mit seiner Mannschaft kommenden Sonntag im ersten Landesliga-Stadtderby.

 DESSAU-ROSSLAU/MZ. Nur noch zwei Tage, dann stehen sich am zweiten Spieltag der Fußball-Landesliga (7. Liga) die beiden besten Mannschaften der Bauhausstadt im direkten Duell gegenüber. Germania Roßlau empfängt am Sonntag im heimischen Elbesportpark den SV Dessau 05 (Anpfiff 14 Uhr). Über die Konstellation sowie mögliche Stärken und Schwächen unterhielt sich Frank Harnack mit Germania-Kapitän Jens Görisch und dem 05-Routinier Christian Hildebrandt.

Gibt es für die Partie am Sonntag einen Favoriten?

Görisch: Ich denke schon, dass Dessau 05 favorisiert ist. Schließlich ist das Team der Absteiger aus der Verbandsliga. Und auch wenn viele Spieler weggegangen sind, strahlt das immer noch aus.

Hildebrandt: Aufgrund der Ergebnisse vom ersten Spieltag sind es eigentlich wir, aber wir treten auswärts an. Das sollte man nicht unterschätzen. Allerdings hatte Roßlau auch den schwereren Auftaktgegner als wir.

Wie fit ist das eigene Team?

Görisch: Es ist noch zu früh in der Saison, um da eine punktgenaue Aussage treffen zu können. Ich würde aber sagen, dass wir relativ gut in Form sind. Nicht schlechter, aber auch nicht besser als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Hildebrandt: Alles in allem sind wir in einer guten Verfassung. Es fehlt noch ein wenig die Spritzigkeit, und auch im taktischen Bereich haben wir noch Nachholbedarf. Wir sind auf sieben Positionen neu besetzt, da müssen wir das Team erst noch stärker zusammenschweißen.

Wie stark schätzen Sie die gegnerische Mannschaft ein?

Görisch: Dessau 05 ist auf keinen Fall zu unterschätzen. Ich glaube nicht, dass die 05er stärker sind als wir. Respekt sollte man ihnen zollen, das ist klar, aber Angst brauchen wir vor keiner Mannschaft in dieser Liga zu haben.

Hildebrandt: Das Derby ist recht früh in der Saison, da ist das schwer einzuschätzen. Ich denke, durch die größere Routine sind uns die Roßlauer im Zweikampf-Verhalten und im taktischen Bereich überlegen sein, dafür haben wir die Unbekümmertheit der Jugend. Roßlau war schon immer sehr kampf- und abwehrstark, aber der verletzungsbedingte Ausfall von Torsten Kopocz wiegt natürlich schwer.

Was wird über Sieg oder Niederlage entscheiden?

Görisch: Die Mannschaft mit den wenigsten Fehlern wird die Partie gewinnen, und ich hoffe, dass wir das sein werden. Es wird auf alle Fälle ein enges Spiel, dessen bin ich mir sicher.

Hildebrandt: Wer aus den wenigen Chancen, die sich ergeben, die Tore macht, und wer über die gesamten 90 Minuten 110 Prozent geben wird, der gewinnt.

Vor wenigen Wochen spielten Sie gemeinsam in einer Stadtauswahl gegen Wolfsburg. Könnte solch eine Spielgemeinschaft einmal Realität im Fußball-Alltag werden, oder bleibt sie Utopie?

Görisch: Als Spieler hat man keinen Einfluss darauf, das liegt an den Vereinsspitzen. Die Akteure selbst haben keine Probleme miteinander, im Gegenteil. Natürlich will man als Fußballer so höherklassig wie möglich spielen, und mit so einer Spielgemeinschaft wäre die Chance da.

Hildebrandt: Für eine Stadt wie Dessau-Roßlau ist das Thema sicherlich in ein paar Jahren nicht mehr abzuwenden. Aber ob es wirklich soweit kommt, weiß niemand. Für eine Sportstadt wäre das eine gute Sache, ob es für den Fußball gut ist, sei dahingestellt. Auf alle Fälle hat es mit den Roßlauern zusammen gegen Wolfsburg richtig Spaß gemacht.

Was schätzen Sie, wie viele Zuschauer werden am Sonntag kommen?

Görisch: Es ist seit vielen Jahren wieder mal ein solches Derby, und dann auch noch an einem Sonntag. Ich hoffe auf 300 Zuschauer.

Hildebrandt: Ich wünsche mir 1 000, aber das ist wohl Utopie. Ich hoffe, es werden 500.


Quelle:MZ