Neues aus der Landesklasse 7
Daniel Richter, 30.12.2008
Landesklasse lebt von der Spannung
Oben wie unten tobt der Positionskampf
GRÄFENHAINICHEN/MZ/DB. Die Hinrunde in der Fußball-Landesklasse, Staffel sieben, hatte allerhand zu bieten. 13 Mannschaften starteten in die Abschiedssaison der alten Landesklassen-Gruppe. Am Ende wird man sich noch einmal von vier Absteigern trennen müssen. Die verbleibenden neun Teams (ohne den Aufsteiger) werden Bestandteil der nur noch in sechs Staffeln spielenden "neuen" Landesklasse.Nur Lok scheint abgeschlagen
Nicht nur an der Spitze gibt es ein aufreibendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Auch in der Abstiegszone findet ein regelrechtes Gerangel statt. Einzig den Lok-Fußballern scheint als Schlusslicht schon etwas der Dampf ausgegangen zu sein. Keineswegs sattelfest ist die Position von Herbstmeister TSV Mosigkau. Dies wird allein schon durch die Tatsache untermauert, dass es in der Hinrunde noch fünf weitere Tabellenführer gab. Von denen dürften aber Jessen und Klieken schon aus dem Rennen sein. Für Mosigkau spricht hingegen, dass in den letzten vier Serien drei Mal auch der Halbzeitmeister den Aufsteiger stellte. Würde es Punkte für den fairsten Verein geben, könnte sich Annaburg darüber freuen. Die Grün-Weißen haben genau wie die Kliekener weder eine Rote noch eine Ampelkarte kassiert.
Der enge Kampf an der Spitze dürfte sicherlich für den Anstieg des Zuschauerschnitts zur Halbzeit im Vergleich zum Vorjahr von 114 auf 122 verantwortlich sein. Mit der zur Zeit besten Heimbilanz führt der VfL Gräfenhainichen auch die Wertung in Sachen Zuschauergunst mit einem Schnitt von 213 je Begegnung souverän an. Die Annaburger durften sich am zweiten Spieltag im Derby gegen Jessen (1:3) sogar über 716 zahlende Anhänger freuen. Weitaus mehr Treffer bekamen die Zuschauer jedoch in drei anderen Spielen zu sehen, was wohl die beste Werbung für den Fußballsport darstellt. Unvergessen bleiben da sicherlich der ebenfalls am zweiten Spieltag erzielte 13:2-Kantersieg von Rot-Weiß Kemberg über die Landesliga-Reserve von Thalheim. Aber auch die Heimsiege des VfL Gräfenhainichen über Kochstedt (8:2) sowie Annaburg gegen Thalheim II (9:0) waren sicherlich nach dem Geschmack der Fans.
Richter zielsicher
Am erfolgreichsten nutzte Daniel Richter (VfL) mit 13 Toren die Vorarbeit seiner Kollegen, gefolgt vom Trebitzer Norman Henschel und Christian Seiche (Mosigkau) mit jeweils acht Treffern. Noch nicht entschieden ist auch ein "Bruderkampf" zwischen Jens (Gräfenhainichen) und Marc Stockmann (Kemberg), da jeder bisher sieben Mal den gegnerischen Schlussmann überwinden konnte.
Insgesamt kamen 299 Spieler zum Einsatz. Mit 34 Kickern steht die Verbandsligareserve von Dessau 05 an der Spitze aller Vereine. Spitzenreiter Mosigkau setzte dagegen nur 17 Akteure ein. Der Herbstmeister setzte zudem auf eine gesunde Mischung. Mit einem Altersdurchschnitt von knapp 26 Jahren liegt der TSV genau in der Mitte aller Vereine. Die jüngsten Spieler stellte Dessau 05 (22,7), während die Oranienbaumer den erfahrensten Kader (30 Jahre) aufboten. Den ältesten Spieler hatte die Allemannia mit Frank Grüneberg (51) auf dem Feld. Der Jungbrunnen der Liga scheint in Abtsdorf zu sein. Am 30. August hatte der erst 17 Jahre jung gewordene Chris Annowsky seinen ersten Einsatz in der Landesklasse.
Alle diese Akteure haben bis zum Rückrundenstart am 28. Februar ausreichend Zeit, sich das nötige Rüstzeug in den anberaumten Testspielen zu erarbeiten, da keine Nachholpartien anstehen.
Dessau 05 II überwintert als Elfter auf einem Abstiegsplatz
DESSAU/MZ/WMI. Die Kicker der Fußball-Landesklasse haben derzeit Winterpause. Erst am 28. Februar müssen sie wieder die Stiefel schnüren. Bis dahin haben die Verantwortlichen Zeit, die erste Halbserie zu analysieren und entsprechende Schlüsse daraus zu ziehen. Bei drei Vereinen aus Dessau-Roßlau ist das auch wichtig, denn Kochstedt, der ESV Lok Dessau und Dessau 05 II schweben in Abstiegsgefahr. Der TSV Mosigkau hingegen überwintert als Tabellenerster. In einem kurzen Bilanzserie blickt die MZ auf die Hinrunde zurück.
Mit 13 Punkten und 12:30 Toren stehen die Reservekicker aus dem Schillerpark derzeit nur auf dem elften Tabellenplatz und damit direkt auf einem Abstiegsrang. Dies ist nicht unbedingt verwunderlich, denn eine eigenständige zweite Mannschaft gibt es derzeit bei Dessau 05 nicht wirklich. Das Team von Trainer Frank Lehmann besteht aus einem Stamm von neun Spielern und wird zu den Punkt- und Pokalspielen jeweils mit Akteuren der ersten Mannschaft und der A-Jugend aufgefüllt. Fallen dann noch Spieler wegen Verletzung, Krankheit oder Sperren aus, wird es personell sehr eng.
Wohin das führen kann, erlebten die Verantwortlichen im Zusammenhang mit der Partie gegen Annaburg. Dessau 05 II musste das Match wegen akuter Personalnot absagen. Der Verein legte auch die erforderlichen Nachweise (Krankenscheine, ärztliche Sportbefreiungen) beim Staffelleiter Dietmar Bebber (Gräfenhainichen) vor. Doch das alles nutzte nichts. Die 05-Reserve wurde kürzlich am "Grünen Tisch" zum Verlierer erklärt und verlor damit drei Zähler im Abstiegskampf. Annaburg bekam Punkte und Tore zugesprochen. "Dies macht uns alle betroffen", so Trainer Lehmann, der sich bei den Leih-Akteuren aus erster Mannschaft und A-Jugend für deren Bereitschaft zur Doppelbelastung nur bedanken kann.
Aufmunterung kommt unterdessen vom Präsidenten des SV Dessau 05, Burker-Wieland Jüngling. "Mit 13 Punkten ist die zweite Mannschaft noch lange nicht abgestiegen. Ich bin zudem davon überzeugt, dass sich zu Beginn der Rückrunde die Personalfrage für die zweite Mannschaft entspannen wird", verbreitet dieser Optimismus. Dieser wird allerdings durch zwei drohende Abgänge gedämpft. Mit Jan Beckmann und Stefan Kirste wollen zwei Spieler der Stamm-Zweiten den Verein in Richtung des Stadt- und Staffelrivalen Lok Dessau verlassen. Die Eisenbahner sind derzeit Tabellenletzter der Staffel 7 der Fußball-Landesklasse.
Die Absichten von Beckmann, der auch schon über Einsätze in der 05-Verbandsligaelf verfügt, und Kirste trüben die Aussichten für die Reserve. "Der Klassenerhalt hängt eindeutig von der Personalsituation ab. Aber das habe ich schon zu Beginn der Saison prophezeit", meint Trainer Lehmann, der selbst mit seiner Position als Trainer, Sanitäter sowie Betreuer dreifach ausgelastet ist.
Quelle:MZ
