Spitzenreiter Kemberg fällt vom «Thron»
Dietmar Bebber, 14.09.2009
Favorit verliert gegen Reppichau - Piesteritz II ist nach 4:2 gegen Gräfenhainichen Erster

Wieder kein Auswärtssieg für die Fischer-Schützlinge. Die Landesklassen-Fußballer der SG Blau-Weiß Klieken (rechts) zogen bei Germania Köthen nach schwacher Leistung 0:2 den Kürzeren. (FOTO: HEIKO REBSCH)
WITTENBERG/MZ. In der Fußball-Landesklasse hat es an der Spitze einen Wechsel gegeben. Der bisherige Primus Kemberg rutschte nach dem überraschenden 0:1 gegen Reppichau auf Platz zwei ab, Piesteritz II zog nach dem 4:2 gegen Gräfenhainichen an den Rot-Weißen in der Tabelle vorbei.
FC Grün-Weiß Piesteritz II VfB Gräfenhainichen 4:2
Das Derby begann mit zwei Paukenschlägen. Daniel Richter (6.) und Tim Anders (10.), der Grün-Weiß-Keeper Kristian Bürrgam mit einem Schuss von der Mittelinie aus überwand, schossen den VfB frühzeitig 2:0 in Führung. Piesteritz II benötigte eine gewisse Zeit, um sich von diesem Doppelschlag zu erholen. Michael Müller (33.) traf zunächst nur die Querlatte des Gäste-Gehäuses, Maik Trollmann (40., 45.) besorgte den Ausgleich. Nach dem Wechsel suchten die von Stefan Neuberg betreuten Hausherren die Entscheidung. Trollmann (58.) erzielte seinen dritten Treffer in diesem Match, Philipp Scopp (90.) krönte seine gute Tagesleistung mit dem 4:2-Endstand.
SV Rot-Weiß Kemberg SG 1948 Reppichau 0:1
Letztendlich ein verdienter Sieg der Reppichauer, die mit Kampfkraft und Einsatzbereitschaft drei Zähler aus Kemberg entführten. Die Rot-Weißen kickten ohne Leidenschaft Richtung Gästetor und waren zu keinem Zeitpunkt in der Lage, diese kompakte SG-Abwehr auszuhebeln. Nach fünf Minuten setzte Martin Olejnik per Freistoß das erste Achtungszeichen, Nico Geißler (15.) verzog frei stehend. Trotz einer lautstarken Kabinenpredigt von Trainer Jiri Andrusak sahen die 150 Zuschauer in der zweiten Hälfte das gleiche Bild. Zu allem Überfluss fabrizierte Rot-Weiß-Torwart Albrecht noch ein Eigentor. Auch in den restlichen 20 Minuten waren die Kemberger nicht in der Lage, konstruktive Angriffe vorzutragen.
FC Grün-Weiß Wolfen II SG 1919 Trebitz 2:1
Das Ziel der Trebitzer, wenigstens einen Punkt aus Wolfen mitzunehmen, wurde nicht erreicht. Nach einer Flanke in den SG-Strafraum köpfte Grün-Weiß-Angreifer Torsten Eichelbaum (10.) zum 1:0 ein. Kurz danach war es Andreas Meene (13.), der die Nerven behielt und zum Ausgleich einschoss. Trebitz besaß vor der Pause noch gute Möglichkeiten, in Führung zu gehen. Die beste Chance besaß Adrian Wildgrube (42.), der nur den Pfosten traf. In der 44. Minute kam der Gastgeber durch Florian Richter zum 2:1. In der zweiten Hälfte taten die Gastgeber kaum noch etwas für den Spielaufbau. Aus einer dicht gestaffelten Abwehr heraus versuchten sie es nur noch über Konter. Trebitz vermochte es nicht, dieses Bollwerk zu knacken.
Vorwärts Dessau SV Einheit Wittenberg 6:1
Mit der höchsten Niederlage seit Jahren kehrten die Wittenberger aus Dessau zurück. War das Match im ersten Abschnitt völlig offen, so erschreckender war der Auftritt der Wittenberger in Halbzeit zwei. Kurz vor dem Wechsel netzten Oliver Prag (42.) und Jeffrey Neumann (45.) zur 2:0-Führung für Vorwärts ein. Nach der Pause folgte der große Auftritt von Nico Frauendorf. Innerhalb von 22 Minuten erzielte er einen lupenreinen Hattrick (55., 70., 77.). Dem hatten die Wittenberger nichts entgegen zu setzen und ergaben sich ihrem Schicksal. Ron Maffert (89.) war es vorbehalten, den Ehrentreffer für seine Farben zu erzielen. Neumann stellte in der Nachspielzeit den alten Abstand wieder her.
Hellas 09 Oranienbaum SV Graf Zeppelin Abtsdorf 2:0
Den Kickern aus Abtsdorf ist in Oranienbaum der erhoffte Befreiungsschlag missglückt. Nach der fünften Niederlage in Serie bleiben sie weiter Letzter. Vor 94 Zuschauern erzielten Benny Woitha (28.) und Jan Weigang (46.) die Treffer für die Hausherren. Abtsdorf besaß zwei hochkarätige Chancen durch André Staab (43.) und David Sokoloschin (57.).
Germania Köthen SG Blau-Weiß Klieken 2:0
Auch nach dem fünften Saisonspiel warten die Kliekener weiterhin auf ihren ersten Sieg. In einer schwachen Partie waren die Blau-Weißen weit entfernt von einem Dreier. Schon in der Anfangsphase (6.) gerieten die Gäste nach einem groben Abwehrschnitzer ins Hintertreffen. Nutznießer dieses Missverständnisses war Patrick Bädelt. Köthen machte danach weiter Druck, scheiterte aber zweimal am guten Kliekener Torhüter Sebastian Herrmann (14., 32.). Von den Blau-Weißen war nicht viel zu sehen. Ihre Fehlerquote in Abwehr, Mittelfeld und Angriff war einfach zu groß. Auch nach der Halbzeit änderte sich nicht viel. Obwohl die Bachstädter keine Bäume ausrissen, verstanden es die Fischer-Schützlinge nicht, dieses Manko auszunutzen. Viele Fehler im Aufbau, geringes Durchsetzungsvermögen und fehlende Laufbereitschaft prägten den Auftritt der Gäste. Nicht eine klare Möglichkeit hatten die Kliekener in 90 Minuten! Für die Entscheidung sorgte Köthens Kapitän Lars Geffert (80.) höchstpersönlich.
SV Gölzau 1924 SV Grün-Weiß Annaburg 1:3
Nach dem Dreier gegen Vorwärts Dessau wollten die Grün-Weißen ihren ersten Auswärtssieg einfahren. Gölzau war für die Annaburger ein unbekannter Gegner. In der ersten Hälfte agierten beide Mannschaften sehr nervös. Gute Chancen führten auf beiden Seiten zu keinem Torerfolg. Grün-Weiß-Keeper Patrick Karpinski hielt mit sehenswerten Paraden seinen Kasten sauber. Trotz vieler vergebener Möglichkeiten gingen die Gäste aus der Heidestadt nach dem Wechsel mit der Vorgabe auf den Rasen, unbedingt die drei Punkte mit nach Hause zu nehmen. Steffen Kassuba setzte den mitgelaufenen Florian Klöpping perfekt in Szene, der die Führung für Annaburg erzielte. Gölzau wurde durch diesen Rückstand wachgerüttelt und verstärkte die eigenen Angriffsbemühungen. Torwart Karpinski ließ sich aber nicht bezwingen. In der 73. Minute schloss Marcel Schnabel einen gut vorgetragenen Angriff der Grün-Weißen zum 2:0 ab. Kurz darauf (75.) baute der gleiche Kicker den Vorsprung weiter aus. Der Ehrentreffer für den SV Gölzau fiel kurz vor Schluss durch Steffen Schliemann. Gölzaus Trainer Uwe Hoffmann: "Heute konnten wir den Ausfall einiger Leistungsträger nicht kompensieren."
Quelle:Mitteldeutsche Zeitung 14.09.09
