Ein Blick in das Redaktionsarchiv in Sachen Pokal
Dietmar Bebber, 07.10.2009
An diesem Samstag muss unsere Erste Männermannschaft beim Kreisoberligisten SG Blau Weiß Nudersdorf antreten. Die Nudersdorfer selbst sind derzeit in der KOL auf dem dritten Tabellenplatz nur zwei Punkte hinter den punktgleichen Mannschaften aus Piesteritz III und Seegrehna zu finden. Von einer leichten Aufgabe für den Vertreter der Landesklasse dürfte also keinesfalls gesprochen werden. Vor knapp zwei Wochen (26.09.) bezwang Nudersdorf im Punktspiel unsere Zweite klar mit 3:0 Toren. Insgesamt gab es in der laufenden Saison sogar erst eine einzige Niederlage für die Stockmar-Truppe, diese jedoch vorige Woche auf eigenem Platz gegen Jessen II (1:4). Nun sind Punktspiele nicht vergleichbar mit dem KO-Modus des Pokalwettbewerbes. In diesem genossen die Nudersdorfer wie auch Gräfenhainichen in der 1. Hauptrunde den "Luxus" eines Freiloses. Das Interessante an der anstehenden Partie ist, dass man sich schon einmal in Nudersdorf in Sachen Pokal gegenüber stand (28. Februar 2004). Auf Gräfenhainicher Seite, damals unter dem Namen VfL spielend, sind mit Nico Hiller, Jens Störer und Jens Stockmann noch drei Spieler aus der damaligen Begegnung für die Blau-Gelben Farben aktiv. Im Anschluss an diesen Beitrag kann man die Geschehnisse noch einmal nachlesen:
Der VfL Gräfenhainichen hat seine Pflichtaufgabe in der vierten Runde des Pokalwettbewerbs bei Blau-Weiß Nudersdorf mit einem deutlichen 9:2 Erfolg erledigt. Doch danach sah bis zur Halbzeit nicht unbedingt aus. Auf einem Platz, der eigentlich nicht bespielbar war, ging selbst der Unparteiische Robert Merker schon nach vier Minuten zu Boden. Schnell wurde erkennbar, dass lange hohe Bälle in den gegnerischen Strafraum das einzige probate Mittel waren, um zu einigermaßen klaren Torchancen zu kommen. Eine solche bot sich Mario Werner zum 0:1 (10.), nachdem er einen von Maik Koch diagonal gespielten Ball einschießen konnte. Nun zeigte sich bei den Gästen das oft beobachtete Phänomen einer höherklassiger Mannschaften, alles locker nach Hause spielen zu wollen. So sahen die knapp einhundert Zuschauer bis zur dreißigsten Minute immerhin drei glasklare Möglichkeiten. VfL-Coach Schaller behielt die Ruhe: „Es ist doch noch nichts passiert.“ Nur zwei Zeigerumdrehungen später passierte es doch und unter Mithilfe von Steffen Holzbecher erzielte Michael Hartling den Ausgleich (32.). Den alten Vorsprung stellte jedoch postwendend Koch nach Vorlage von Jens Stockmann wieder her (34.). Der Verlauf der Partie bekam erneuten Spannungsgehalt, als Tobias Pfeifer nach einer Unachtsamkeit in der Gräfenhainicher Abwehr zum völlig überraschenden 2:2 (41.) Ausgleich. Aber auch hierauf fand der Landesligist umgehend einen Antwort. Nachdem eine abgewehrte Ecke wieder zu Patrick Hellmund herausgeschlagen wurde, legte der für Ronny Roscher (44.) auf. Somit ging es mit der knappen 3:2 Gästeführung in die Pause. Die Taktik der Platzherren für die zweite Hälfte lautete nun, den knappen Rückstand so lange wie möglich zu halten. Dieser Marschroute setzte Hellmund mit einem verdeckt abgezogenen Schuss ein Tor zum 2:4 (49.) entgegen. Die Blau-Weißen warfen nun mit dem Mute der Verzweiflung alles nach vorn. In dieser Situation (50.) bekam Stockmann den Ball in Höhe Mittellinie in den Lauf gespielt. Mit Übersicht überwand er auch das letzte Hindernis in Form des Nudersdorfer Keepers André Köppe und baute die Führung der Ex-Kreisstädter aus (2:5). Doch die Nudersdorfer steckten nicht auf. Freistoß nahe der Gräfenhainicher Strafraumgrenze. Doch ehe die zur Ausführung kam, gab es die einzige unschöne Aktion in der ansonsten engagierten, aber fair geführten Pokalbegegnung. Der Schiedsrichterassistent sah eine Tätlichkeit des Matthias Apitz an Steve Schaller, welche der Unparteiische folgerichtig mit einem Feldverweis für Apitz ahndete (55.). Nur einmal sollte es dem Vertreter der Kreisklasse vergönnt sein, in die Nähe eines möglichen Torerfolges zu kommen. Doch hielt hier der Nudersdorfer Angreifer völlig freistehend (61.) voll auf den Keeper Denny Hillert. Mit dem wohl spektakulärsten Tor der Partie legte dafür Ronny Roscher für den Landesligisten nach, als er aus einem eigentlich unmöglichen spitzen Winkel abzog und den Vorsprung auf 6:2 (67.) ausbaute. Nun hatten die Nudersdorfer sich anscheinend ihrem Schicksal ergeben und die weiteren Tore fielen wie reife Früchte. Dem direkt verwandelten Freistoß von Nico Hiller (70.), folgte Koch sein persönlich zweites Tor zum 2:8 (82.). Koch war es dann auch, der drei Minuten vor dem Abpfiff sein Torkonto und das seiner Mannschaft noch einmal erhöhte und zugleich den Endstand von 2:9 (87.) herstellte.Der VfL mit: Denny Hillert, Steve Schaller (62. Christian Scharf), Steffen Holzbecher, Nico Hiller, Andreas Wolfensteller, Jens Störer, Mario Werner, Ronny Roscher, Jens Stockmann, Patrick Hellmund, Maik Koch
