Rot Weiß Thalheim auf Trainersuche

Daniel Richter, 09.11.2009

Rot Weiß Thalheim auf Trainersuche

In Thalheim ist man nach Andreas Schneiders Rücktritt auf der Suche nach einem Nachfolger

«Hat scheinbar nicht gepasst»

 

 

Andreas Schneider
Gerade einmal zwölf Spiele dauerte die Amtszeit von Andreas Schneider bei Rot-Weiß Thalheim.

THALHEIM/MZ. Nach zwölf Spieltagen trat Andreas Schneider beim Fußballlandesligisten Rot-Weiß Thalheim am Mittwochabend aus persönlichen Gründen von seinem Traineramt zurück. Christian Kattner hat sich mit Abteilungsleiter Ralf Saalbach über die aktuelle Situation im Verein unterhalten.

Am Dienstagabend saßen Sie mit dem Vorstand und den Trainern noch zusammen und haben eine weitere Zusammenarbeit beschlossen. Wie haben Sie einen Tag später die Nachricht von Andreas Schneider aufgefasst?

Saalbach: Nachdem wir uns darauf verständigt hatten, am Trainer weiter festzuhalten, kam diese Mitteilung für uns sehr überraschend. Er bat aus persönlichen Gründen um ein Ende seiner Tätigkeit in Thalheim. Und wir wollten ihm keine Steine in den Weg legen.

Der Saisonauftakt verlief zunächst recht verheißungsvoll. Woran würden Sie die folgenden, schwankenden Leistungen festmachen?

Saalbach: Wir hatten mit Mario Werner und Maik Zimmermann früh den Ausfall von zwei wichtigen Spielern zu beklagen. Da war ein Bruch spürbar. Dann kam das Landespokalspiel gegen Edderitz und mit der Niederlage ein weiterer Knackpunkt. Zudem schlichen sich viele Undiszipliniertheiten mit Roten und Gelben Karten, die auch alle berechtigt waren, in unser Spiel und plötzlich fanden wir uns erstmals auch in der Fairplay-Wertung sehr weit hinten.

Offensiven und attraktiven Fußball sollten die Zuschauer sehen. Ist Andreas Schneider an seinen eigenen Ansprüchen gescheitert?

Saalbach: Wir hatten uns natürlich alle mehr erhofft. Gerade nachdem wir eigentlich eine gute Vorbereitung gespielt und uns spielerisch verbessert hatten. Aber letztendlich haben wir keinen attraktiven, sondern Sicherheitsfußball gespielt. Neuerungen wie etwa die Viererkette konnten personell nicht untersetzt werden. Zum Ende ist der Trainer auch wieder davon abgewichen. Unter dem Strich stehen wir aber schlechter da, als wir uns das alle vorgestellt hatten.

Mit drei Gegentoren gegen Bennstedt, Farnstedt und Herrengosserstedt jeweils in der zweiten Halbzeit wurden Punkte verschenkt. Haben die Spieler konditionelle Probleme?

Saalbach: Das hatten wir auch am Dienstagabend so analysiert. Da sind sicherlich die Ursachen im konditionellen und psychischen Bereich zu suchen. Oftmals kamen die Spieler in den entscheidenden Situationen den berühmten Schritt zu spät. Es hat dann aber scheinbar zum Ende nicht mehr zwischen der Mannschaft und dem Trainer gepasst.

Kann oder soll Ronald Lochmann nicht nur eine Übergangslösung sein oder schauen Sie sich bereits nach einem neuen Trainer um?

Saalbach: Er ist erst einmal nur als Übergangslösung vorgesehen. Ronald Lochmann hat ja zusätzlich mit den A-Junioren bei Grün-Weiß Wolfen noch ein weiteres Team zu betreuen. Zwei Mannschaften wären auf Dauer auch eine zu große Belastung. Deshalb schauen wir uns nach anderen Kandidaten um und wollen zur Rückrunde einen neuen Trainer präsentieren. Und vielleicht kommen wir dann doch noch unter die ersten fünf Mannschaften. Im Moment gucken wir in der Tabelle aber mehr nach unten als nach oben.


Quelle:MZ