VFB siegt nach vielen Jahren wieder beim Mitternachtsturnier

Daniel Richter, 01.12.2009

VFB siegt nach vielen Jahren wieder beim Mitternachtsturnier

Zum zwölften Mal stehen sich beim nächtlichen Hallenfußballwettbewerb Mannschaften gegenüber

Vorzeigekicker müssen acht Jahre auf Turniersieg warten

 

 

Mitternachtsturnier in Gräfenhainichen
Die Kicker des Jugendclubs (grüne Trikots) errangen den zweiten Platz beim Mitternachtsturnier der Fußballer in Gräfenhainichen.

GRÄFENHAINICHEN/MZ. Eigentlich - möchte man fast meinen - blieb beim diesjährigen Fußball-Mitternachtsturnier, das am vergangenen Sonnabend in der Sporthalle in der Gräfenhainichener Lindenallee ausgetragen wurde, die große Überraschung aus. Mit dem örtlichen VfB gewannen die nominell besten Kicker der Heidestadt die inzwischen zwölfte Auflage dieses Traditionswettbewerbes.

Nicht wenige hatten mit diesem Ergebnis wohl schon vor dem Anstoß gerechnet, ein "das war doch klar" kam bei einigen zur Siegerehrung über die Lippen. Dabei war der Sieg der VfB-Kicker nicht so deutlich zu erwarten. Dies zeigt sich allein bei einem Blick in die Geschichtsbücher des Turnieres. Da findet sich nämlich ein Sieg der Gräfenhainichener Vorzeigefußballer zuletzt im Jahr 2001 verzeichnet. Auch Turnierorganisationschef Thomas Hager vom Verein "dashrecords" (Verein zur Förderung des kulturellen Lebens junger Menschen) hatte getippt, dass der Sprung auf das oberste Siegertreppchen mindestens drei oder vier Jahre her sein müsste. Er hatte am Ende des nächtlichen Fußballgeschehens viel Lob für den VfB. "Die Jungs haben endlich mal ihre Arroganz abgelegt und die Sache ernst genommen. Sie sind jedes Spiel professionell angegangen."

Entsprechend groß war die Freude beim Turniersieger. Zumal in sechs Partien gerade mal ein Gegentreffer zu verbuchen war. Eine Statistik, die kurz vor Beginn der Landesklassen-Winterpause vielleicht auch für den Fußballalltag Mut macht. Gewinner fanden sich beim Mitternachtsturnier derweil nicht allein an der Spitze. Es gab sie insgesamt in großer Zahl. Zum Beispiel das Team der Guthe Werbetechnik. Laut Turnierzeitung zum Außenseiter degradiert, schaffte es die Mannschaft bis ins Halbfinale, wo sie in letzter Sekunde durch ein Tor von Hannes Wagner mit 1:2 dem VfB unterlag. Am Ende gab es einen vierten Platz und viele zufriedene Gesichter.

So auch bei der Familienmannschaft Schiebel. Zwar nur auf Rang acht gelandet, muss den Kickern Respekt gezollt werden. Schließlich gehört Mut dazu, bei einem der schönsten und auch prestigeträchtigsten sportlichen Ereignisse Gräfenhainichens mit Paul Burmeister einen Zwölfjährigen im Sturm aufzustellen. Der übrigens, das sei unbedingt erwähnt, seine Sache überaus gut und selbstbewusst erledigte. Aber auch bei den älteren Semestern gab es Grund zur Freude. Zum Beispiel bei Rainer Pötschke, der seit dem ersten Turnier dabei ist, in Gräfenhainichen jedes Jahr zahlreiche Freizeitsportereignisse organisiert und seit nunmehr 25 Jahren Vorsitzender des FSV 83 ist. Er konnte die Überraschung nicht verbergen, als er aus Händen des "dashrecords"-Vorsitzenden Robert Böttcher den Ehrenpreis bekam. Den hat er sich verdient, betonte Hager vor den Gästen.

Die waren reichlich erschienen, insgesamt rund 220 Sportfreunde kamen. Ein guter Schnitt, wie Böttcher betonte. Wesentlich mehr hätten vermutlich auch nicht in die Halle gepasst. Sie alle leisten, das ist gute Tradition, einen Beitrag zum sozialen Engagement des Vereins "dashrecords". Der Erlös geht nämlich wieder an die Kindertagesstätten Gräfenhainichens. 150 Euro bekommt jede Einrichtung zur Finanzierung von Kinderweihnachtsfeiern. In diesem Jahr haben sogar viele Privatleute etwas dazu gegeben, berichtete Böttcher.

Am Ende war und ist die Veranstaltung das, was Thomas Hager auf den Punkt brachte: Eine echte Erfolgsgeschichte. Auch für Jens Stockmann, der zum insgesamt dritten Mal nach 2001 und 2005 Torschützenkönig wurde. Sechs der 13 Treffer seines Teams erzielte der VfB-Stürmer. Bester Spieler wurde sein Vereinskamerad Sven Krawetzke, der an diesem Abend jedoch die Schuhe für das Team der Hausverwaltung Kluge schnürte und mit hauchdünnem Vorsprung vor Oliver Pannier die Auszeichnung einheimste. Uwe Kurth als bester Torwart komplettierte das Feld der ausgezeichneten Einzelakteure. Und dass es im kommenden Jahr wieder ein Mitternachtsturnier geben wird, daran besteht schon jetzt kein Zweifel.

 

 

Der VFB spielt mit Unger im Tor. Weitere Spieler: Tim Anders, Aaron Scheffler, Daniel Richter, Hannes Wagner, Jens Stockmann, Marc Dieterichs, Christian Ackermann


Quelle:MZ