VFB reist So zum SparkassenCup nach Wittenberg (Stadthalle)
Daniel Richter, 18.12.2009
Zehn Mannschaften aus dem Landkreis kämpfen am Sonntag um die Siegertrophäe
Veranstalter Piesteritz lädt zur großen Geburtstagsparty

Die Verbandsliga-Fußballer des FC Grün-Weiß Piesteritz, hier Daniel Schwibbe bei der zwölften Auflage des Sparkassencups gegen Lok Leipzig im Angriff, sind am Sonntag großer Favorit auf die Siegertrophäe.
WITTENBERG/MZ. Der Entschluss, dem Sparkassencup ein neues Gesicht zu verpassen, reifte sozusagen zwei Jahre in der Schublade des FC Grün-Weiß Piesteritz. Präsident Ingo Matteuer zog nach der zwölften Auflage endgültig die Reißleine, denn aufgrund rückläufiger Zuschauerzahlen entwickelte sich das Hallenfußball-Spektakel langsam zum Minusgeschäft. Aus der einstigen Idee, zusammen mit den Teams aus der Region den 90. Vereinsgeburtstag zu feiern, machte der Veranstalter nun Nägel mit Köpfen. International sei das Turnier zwar nicht mehr, betonte Mattheuer, doch das prall gefüllte Teilnehmerfeld zeige, dass die Mannschaften aus dem Landkreis - lediglich Rot-Weiß Kemberg und Grün-Weiß Annaburg haben abgesagt - großes Interesse besitzen, zur sportlichen Geburtstagsfete zu kommen. Des Präsidenten größter Wunsch: "Die Fußballfans standen in letzter Zeit wegen Randale ständig in den Schlagzeilen. Am Sonntag können sie beweisen, dass sie besser als ihr derzeitiger Ruf sind."
Heißester Anwärter auf den großen Siegerpokal, die 13. Auflage wird am Sonntag um 11 Uhr in der Stadthalle angepfiffen, ist Verbandsligist FC Grün-Weiß Piesteritz. Cheftrainer Uwe Ferl machte auch keinen Hehl daraus, mit seinen Schützlingen den Wettbewerb gewinnen zu wollen, auch wenn es seiner Meinung nach eigentlich keinen Favoriten gebe. "Jede Mannschaft ist doch in der Lage, fünf gute Spieler aufs Parkett zu stellen. Wellington und Ladislav Stefke stehen mir nicht zur Verfügung. Ansonsten spielt die stärkste Truppe." Falko Rupprecht, der Gruppengegner Eintracht Elster trainiert, findet es zwar toll, dass der Veranstalter diesem Turnier einen regionalen Touch verpasst, doch der "große Sparkassencup" besaß aus seiner Sicht den Vorteil des höheren Niveaus. Und etwas schmunzelnd fügte er noch hinzu: "Wir haben am Samstag unsere Weihnachtsfeier. Da muss man abwarten, wie die ganze Geschichte ausgeht. Letzter wollen wir auf keinen Fall werden." Prataus Übungsleiter Bodo Schulz besitzt in Sachen Zielstellung ebenfalls klare Vorstellungen. Die Blau-Roten werden versuchen, dass Halbfinale zu erreichen, ein bisschen Glück gehöre aber immer dazu. "In der Halle sind die Klassenunterschiede nicht so groß. Außer Piesteritz ist jeder in der Gruppe zu packen." Markus Horsch, Coach beim SV Graf Zeppelin Abtsdorf, hält den Ball betont flach. Seine Jungs sollen Spaß am Fußball haben und ohne Verletzungen vom Parkett gehen. Der Wille zum Erfolg sei zwar vorhanden, doch im Lager des Landesklassen-Vertreters rechne man sich keine großen Chancen aus, eine Runde weiterzukommen. Ein Geheimnis lüftete Horsch bereits vor dem Anpfiff. Neuzugang Dennis Vogt (Eintracht Elster) kehrt nicht als Spieler zu den Zeppelinen zurück. "Die Gerüchteküche sagt zwar, dass er als Chefcoach die Mannschaft übernimmt. Das stimmt so nicht. Er verstärkt den Trainerstab."
In der Staffel B gibt es keinen Favoriten. Laut Präsident Ingo Pflug stand die SG 1919 Trebitz aufgrund großen Spielermangels kurz vor einer Absage und möchte sich vor den Fans zumindest gut verkaufen, Kliekens Chefcoach Peter Fischer und seine Jungs wollen mit "zum Gelingen des großen Budenzaubers" beitragen sowie die Chance zum Small-Talk mit anderen Teams nutzen. Jessens Abteilungsleiter Jens Schramm wünscht sich vor allem, dass die Allemannia guten Fußball spielt, der Sprung ins Halbfinale sei kein Muss. Dies sieht Dietmar Hüller (Trainer Piesteritz II) ein wenig anders: "Unser Anspruch sollte schon Sprung in die nächste Runde heißen. Ich finde es toll, dass jede Partie richtigen Derby-Charakter besitzt." In diesem Punkt waren sich alle Mannschaften ausnahmslos einig.
Quelle:MZ
