Hinrundenbilanz des VFB aus MZ
Daniel Richter, 12.01.2010
Gräfenhainichen mit Hinrundenverlauf nicht zufrieden
«VfB-Festung» Sportforum hat ihren Schrecken verloren

Immer im Visier der gegnerischen Abwehrreihen: VfB-Angreifer Daniel Richter (am Ball), hier gegen Trebitz. Die Landesklassen-Fußballer aus Gräfenhainichen überwintern nach verkorkster Hinrunde auf Platz 13.
GRÄFENHAINICHEN/MZ. Das erste Jahr in der noch kurzen Geschichte des am 28. Oktober 2008 aus der Abteilung Fußball des VfL hervorgegangenen VfB Gräfenhainichen konnte aus sportlicher Sicht wechselhafter nicht sein. Wurde der sofortige Wiederaufstieg in die Landesliga im Sommer äußerst knapp verpasst, muss sich die Mannschaft in der laufenden Saison am Ende der Hinrunde richtig glücklich schätzen, nicht auf einem Abstiegsplatz zu überwintern.
Die Ursachen hierfür sind äußerst vielschichtig. Vor dem Saisonstart wurden Jens Störer für die Defensive sowie Robert Albrecht und Michel Esser für das durch den Weggang von Kristian Bürrgam (Piesteritz II) verwaiste Tor verpflichtet. Hinzu kam mit Marc Dieterichs noch ein Mann fürs Mittelfeld. Doch statt der erhofften Abwehr-Stabilisierung schluckte diese im Vergleich zur Winterpause der Vorsaison (1,36 Gegentreffer je Match) in dieser Hinrunde fast doppelt so viele (2,3 pro Spiel) Tore. Aber auch die Offensive blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Hier ist die Ausbeute fast ähnlich negativ. Pro Partie trafen die Gräfenhainichener nur 1,8 mal ins gegnerische Tor, wo sie noch ein Jahr zuvor im Durchschnitt pro Punktspiel mit 2,5 Treffern vom Platz gingen. Da lässt sich auch schnell erahnen, dass der VfB seine eigenen Anhänger bisher nicht gerade mit Siegen verwöhnt hat.
Vorbei ist scheinbar auch die Zeit, in der die sportlichen Kontrahenten mit einer gehörigen Portion Respekt nach Gräfenhainichen fuhren. Momentan sieht es nämlich so aus, dass in der Hinrunde nur zweimal im Sportforum über einen Sieg gejubelt werden konnte. Als kleine Zugabe gab es dann noch zwei magere Remis; aber auch vier unnötige Niederlagen. Nicht anders sieht es bei der Bilanz für die bisher acht absolvierten Auswärts-Begegnungen aus.
Alle Leistungsträger sind weit unter ihren Möglichkeiten geblieben. Aber auch einige Ausfälle durch berufliche Verpflichtung und Verletzungen machten in diesem Jahr dem Gräfenhainichener Fußball zu schaffen. Kurios ist nur, dass trotz der unbefriedigenden Leistungen die Freunde des runden Leders ihren Kickern bislang die Treue hielten. Mit immerhin 1 410 zahlenden Zuschauern, das sind im Schnitt 201 Gäste, rangiert der VfB hinter Kemberg (1 537) und Köthen (1 430) auf Platz drei der inoffiziellen Tabelle. Schlecht ist dagegen, dass bei fehlendem Erfolg scheinbar des Öfteren die Nerven blank lagen. Denn die Goral-Elf kassierte bisher 38 gelbe, zwei gelb-rote sowie ebenso viele rote Karten. Im Mittelfeld liegt sie in Sachen zahlenmäßiger Einsatz von Kickern. So kamen im Laufe der Hinrunde 23 Spieler zum Einsatz. Dies sind immerhin zehn weniger als der mit 33 eingesetzten Akteuren einsam an der Spitze rangierende FC Grün-Weiß Wolfen II.
Neue Gesichter wird es zum Beginn der Rückrunde beim VfB Gräfenhainichen nicht geben. So zumindest muss VfB-Coach Wolfgang Goral verstanden werden, wenn er sagt: "Wir werden mit dem gleichen Kader wie in der Hinrunde angreifen und den Klassenerhalt schaffen, auch wenn dies einen großen Abstrich von der bisherigen Saisonvorgabe bedeutet." Diese lautete wohlgemerkt, am Ende der Saison immerhin unter den ersten Fünf zu sein.
So hat sich Goral auch intensiv mit der ersten Hälfte der Saison auseinander gesetzt und festgestellt, dass die Achillesferse vom Keeper ausgehend über das Mittelfeld zu suchen ist. So wird als erste Erkenntnis daraus ab sofort Jan Ziegler im zentralen Mittelfeld agieren, um Daniel Richter noch besser in Szene setzen zu können. Für Sven Krawetzke wiederum würde diese Maßnahme bedeuten, dass er weniger Verantwortung besitzt, aber über mehr Freiräume verfügen kann. Diese angedachten personellen Konzepte zeigen aber auch auf, dass es zu keiner Verpflichtung der noch so intensiv gehandelten Spieler kommen wird. So ist auch aus dem unmittelbaren Umfeld eines des am meisten im Gespräch gewesenen Spielers, Marc Stockmann, zu erfahren gewesen, das dieser definitiv in Gröbern bleiben will.
Somit beginnt das Unternehmen Klassenerhalt für den VfB pünktlich am 12. Januar mit dem ersten Training. Zuvor wird ein Teil der ersten Männermannschaft vom 8. bis 10. Januar zu einem international besetzten Hallenturnier in der Goldenen Stadt Prag weilen. Die Teilnehmer kommen hier laut Veranstalter aus Ägypten, Vietnam, Deutschland, Polen, Slowakei, Slowenien sowie dem Gastgeberland Tschechien.
Quelle:MZ
