In den Regionen keine Testspiele aufgrund des Wetters
Daniel Richter, 28.01.2010
Einzig Verbandsligist Union Sandersdorf hat den richtigen Zeitpunkt zum Räumen des Platzes abgepasst
An Spielbetrieb ist lange nicht zu denken

Spielbälle liegen auf dem Rasen.
BITTERFELD/MZ. Fußball im Winter - dieses Thema erregt zurzeit die Gemüter im Kreisfußball. Zuletzt äußerten sich jedoch auch Bundesligisten kritisch zum diesjährigen Terminplan. Wolfgang Holzhäuser etwa, Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, sagte neulich im "Tagesspiegel": "Ich habe etwas dagegen, im Winter unter schweren Bedingungen spielen zu müssen, während die Nationalmannschaften auf grünem Rasen kicken können." Dieser Satz könnte so auch von fast jedem Trainer des Kreises kommen. Fußball im Januar ist also auch für diejenigen ein Problem, die über Rasenheizungen und gute Stadien verfügen. Wie viel größer sind die Belastungen jedoch im Amateurfußball, wo die Plätze kaum vom Schnee geräumt werden und durch die eisigen Temperaturen zu einer kantigen Kraterlandschaft geworden sind?
Während sich die Skilangläufer vor einer Woche über beste Bedingungen am Edderitzer See gefreut hatten, hätten die Fußballer vom SV Edderitz ihr Pokalspiel in Osternienburg nachholen sollen, doch wie so oft im Januar hieß es auch hier: Spielabsage. Dieses Wort werden die Verantwortlichen der Vereine bis zum März wohl noch ein paarmal in den Mund nehmen, während es den Staffelleitern wohl zu den Ohren heraushängen wird.
"Nach derzeitigem Stand kann in Osternienburg vor März nicht gespielt werden", sagt etwa Jörg Pfeiffer vom Kreisoberligisten FC Hertha. Denn wenn die Temperaturen demnächst wieder ins Plus drehen sollten, wartet das nächste Problem. Ein auf der Oberfläche aufgetauter, aber im Untergrund noch gefrorener Boden macht fast jeden Rasenplatz zu einer "Moorlandschaft". Wenn dann auf diesen Plätzen gespielt wird, entsteht fern der Vegetationsphase des Rasens der unter Fußballern bestens bekannte "Kartoffelacker". "Für die Vereine ist das Risiko groß, dass der Rasen langfristig darunter leidet. Klar, dass der Verband die Spiele durchführen will. Der hat die Konsequenzen ja nicht zu tragen", so Pfeiffer.
Der ehemalige Bitterfelder Landkreis hat im Gegensatz zum Altkreis Köthen einige Kunstrasenplätze zu bieten. Eine Garantie
für einen reibungslosen Trainings- und Spielbetrieb ist das jedoch nicht, wie man derzeit in Wolfen, Bitterfeld und Thalheim beobachten kann. Dort wurde die Oberfläche nicht vom Schnee befreit, beziehungsweise die Vereine verpassten den richtigen Moment.
Durch das Tauwetter der letzten Woche und dem anschließenden Frost ist statt einer Schneedecke jetzt eine solide Eisschicht auf dem Kunstrasen. An Fußball ist da nicht zu denken. Auf der Bitterfelder Vereinshomepage heißt es schon seit Tagen: "Training statt Testspiel". Geräumt werden können die vereisten Kunstrasenplätze nicht. "Damit würden wir mit Sicherheit den Platz beschädigen", erklärte VfL-Manager Andreas Rasym vergangene Woche. Das gleiche Bild in Thalheim und Wolfen, wo das angesetzte Landespokalspiel gegen den 1. FC Magdeburg sprichwörtlich auf Eis gelegt werden musste.
Lediglich die SG Union Sandersdorf erwischte vergangenen Montag und Dienstag den richtigen Zeitpunkt und räumte ihre Anlage. Somit ist der Verbandsligist in der Lage, seinen Testspielkalender ohne größere Probleme zu absolvieren. Am Mittwochabend erst war der SSV Landsberg zum Test in Sandersdorf. Am 3. Februar soll der VfL Halle 96 zu Gast sein, eine Woche später könnte mit Germania Halberstadt oder Lok Leipzig ein Oberligist den Weg nach Sandersdorf finden.
Doch auch wenn der Testspielbetrieb reibungslos funktioniert, ist für das erste Heimspiel gegen Askania Bernburg noch kein grünes Licht zu geben. "Wir haben den Schnee so gut es geht an den Rand geschoben, aber da haben wir jetzt vereiste Schneeberge, die nicht ganz ungefährlich sind", erklärte Unions Holger Bär und scherzte, "bei uns gibt es wohl den einzigen Großfeldplatz mit Bande."
Einzig die SG Reppichau machte es in diesen Tagen richtig. Der Landesklassist hat keine Nachholspiele im Terminkalender und hat sich am Wochenende im Thüringer Wald auf die Rückrunde vorbereitet. Mit Sportarten, die den aktuellen Bedingungen angemessen sind: Skilanglauf und Abfahrt.
Quelle:MZ
