Wolfen schlachtet Köthen im Punktspiel ab

Daniel Richter, 01.03.2010

Wolfen schlachtet Köthen im Punktspiel ab

Die Reserve des FC Grün-Weiß Wolfen erreicht einen 6:0-Sieg gegen den Köthener CFC Germania

Paukenschlag bei Rückrundenstart

 

 

 

Spielszene
VON THOMAS RINKE, 28.02.10, 18:02h, aktualisiert 28.02.10, 21:35h Dan Lochmann (links) verstärkte die Wolfener Reserve und konnte sich doppelt in die Torschützenliste eintragen. (FOTO: THOMAS RINKE)Bild als E-Card versenden Bild als E-Card versenden WOLFEN/MZ. Die Wetterlage über dem Kunstrasenplatz des Wolfener Jahnstadions hatte am Samstag die passende Kulisse für beide Vereine parat. In der ersten Halbzeit strahlte die Sonne mit der Wolfener Reserve um die Wette. Im zweiten Durchgang verdunkelte sich der Himmel - wie die triste Stimmung beim CFC Germania. Am 18. Spieltag hat der Tabellenletzte aus Wolfen den Köthener Aufstiegsaspiranten vorgeführt und mit 6:0 gewonnen. "Das war in dieser Form natürlich nicht zu erwarten", freute sich Alexander Bittl nach dem Spiel. Seit dem Rücktritt von Trainer Jörg Opitz hat er die Geschicke der Wolfener Reserve in der Hand. Und mit einem Paukenschlag unterstrich seine Mannschaft, aus dem Tabellenkeller heraus zu wollen. "Das ist das erklärte Ziel des gesamten Vereins", so Bittl.

Auch der CFC Germania hat ein erklärtes Ziel - er will um den Aufstieg kämpfen, wie es Präsident Ronald Maaß auf der letztwöchigen Mitgliederversammlung noch einmal betonte. Doch mit dem Rückrundenauftakt kann der Kreisstadtclub diesen gewagten Wunsch wohl endgültig begraben. Grün-Weiß Piesteritz II und Rot-Weiß Kemberg bestrafen solche Ausrutscher in der Regel knallhart. Neun Punkte sind es jetzt auf eine Piesteritzer Reserve, die in der gesamten Hinrunde nur vier Punkte liegen gelassen hat. Wolfen II verkürzte derweil den Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz auf einen Punkt. Hellwach, spritzig und hochmotiviert der Gastgeber - unkonzentriert, träge und ohne erkennbaren Siegeswillen die Gäste.

Die ersten Minuten im Spiel am Samstag zeigten bereits, wie die Rollen verteilt sein würden. "Wir wollten das Spiel aus einer sicheren Defensive heraus angehen", erklärte Wolfens Trainer Bittl, "und dann mit schnellen Kontern für Gefahr sorgen." Das gelang seiner Mannschaft quasi mit dem Anpfiff. Bereits nach einer Minute war Dan Lochmann auf der linken Seite zum ersten Mal erfolgsversprechend auf dem Weg zum Köthener Tor, doch Matthias Mann lief den Nachwuchsstürmer im letzten Augenblick ab. Eine weitere Minute später dann das 1:0.

In der Köthener Hintermannschaft fehlte komplett die Zuordnung und Martin Schulz vollstreckte trocken. Wolfen legte weiter los wie die Feuerwehr. Bei einem Schuss von Dan Lochmann verhinderte der Pfosten den nächsten Treffer (10.). Der Druck blieb hoch und die Köthener machten Fehler.

In der Vorwärtsbewegung verloren sie den Ball an Lochmann, der ihn auf seinen Sturmpartner Schulz durchsteckte. Aus spitzem Winkel brachte der den Ball am langen Pfosten im Tor unter - 2:0 nach 16 Minuten. Und 3:0 nach 18.

Nach einer zur Mitte abgewehrten Ecke war Daniel Trettner zur Stelle und nutze das Getümmel im Köthener Strafraum für einen weiteren Treffer. Die einzige Chance des CFC hatte Lars Geffert, der nach einem Doppelpass mit Othmane Bouzbouz in den Strafraum eindrang. Sein Schuss landete genau bei Torwart Christian Zehe, der an diesem Nachmittag ansonsten beschäftigungslos blieb. "In der Kabine habe ich den Spielern gesagt, sie sollen hinten weiter sicher stehen und vorne auf Konter warten", gab Alexander Bittl einen Einblick in seine Halbzeitansprache.

Lange warten musste Wolfen nicht, zahlreiche Tempogegenstöße sollten das Bild der zweiten Halbzeit prägen. Schulz passte nach 53 Minuten von rechts auf Lochmann, der in der Mitte Imre Luckau verlud und anschließend mit Schmackes zum 4:0 einnetzte.

In der 68. Minute erhöhte er auf 5:0. Zwischenzeitlich musste auf Köthener Seite Daniel Trybus mit Gelb-Rot vom Feld gehen. Die Partie blieb kurzweilig. Der eingewechselte Köthener Matthias Junge foulte Lochmann im Strafraum: Elfmeter. Trettner nahm sich den Ball, scheiterte jedoch an Matthias Janda - einem der wenigen Köthener, der sich gegen das Debakel stemmte. Das wurde beendet mit einem Eigentor von Steffen Fricke, der eine flache Hereingabe mit der Hacke im eigenen Tor unterbrachte - symptomatisch für den gesamten Köthener Auftritt, der kurz darauf endete. Einige Köthener versteiften sich nach dem Spiel auf die Tatsache, dass Wolfen II mit Akteuren aus dem Verbandsliga-Kader spielte. CFC-Trainer Peter Franczak nahm jedoch auch seine Mannschaft in die Pflicht, als er bereits im Spiel sagte: "Heute ist bei uns alles gegen den Baum gelaufen."


Quelle:MZ